Stellantis, Aktie

Stellantis Aktie: 445.000 Fahrzeuge in Nordamerika

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 03:55 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Stellantis meldet mehr Auslieferungen, doch die Lagerbestände in den USA wachsen. Analysten senken das Kursziel und bleiben skeptisch.

Stellantis Aktie: Absatzplus verdeckt schwache Nachfrage
Abstrakte Darstellung der Automobilindustrie mit Fokus auf den Vertrieb von Fahrzeugen in Nordamerika, vermittelt hohes Volumen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mehr produzierte Autos, aber kaum Käufer — bei Stellantis klaffen Realität und Marktstimmung auseinander. Der Konzern meldet für das zweite Quartal 2026 zwar deutlich gestiegene Auslieferungen. Hinter der Fassade wachsen allerdings die Zweifel an der tatsächlichen Nachfrage.

Absatzplus mit Nebenwirkungen

Stellantis liefert wieder mehr Fahrzeuge aus. Weltweit stiegen die Volumina im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent. Insgesamt brachte der Autobauer rund 1,597 Millionen Einheiten auf den Weg.

Besonders Nordamerika trieb die Erholung voran. Dort sprangen die Auslieferungen um 38 Prozent auf 445.000 Fahrzeuge nach oben. Gefragt waren vor allem Modelle wie der Chrysler Pacifica oder der Jeep Grand Wagoneer.

In Europa stiegen die Zahlen um fünf Prozent. Hier stützten neue Modelle wie der Fiat Grande Panda das Geschäft. Parallel dazu steuerte die Partnerschaft mit dem chinesischen Anbieter Leapmotor etwa 33.000 Einheiten bei.

Übervolle Lagerhallen in den USA

Hinter dem Wachstum verbirgt sich ein empfindliches Problem. In den USA stiegen die Lieferungen an die Händler deutlich stärker als die tatsächlichen Verkäufe. Während die Fabriken den Markt fluteten, legten die Retail-Verkäufe nur um sechs Prozent zu.

Marken wie Jeep oder Dodge tragen nun enorme Bestände. Die Lager liegen bei diesen Herstellern fast doppelt so hoch wie im Landesdurchschnitt. Experten vermuten, dass Stellantis die Händler vor den Sommerferien gezielt mit Ware gefüllt hat.

Anleger bleiben angesichts dieser Diskrepanz skeptisch. Die Aktie notiert bei 4,99 Euro und verlor seit Jahresbeginn fast 49 Prozent an Wert. Das entspricht einem Marktwert von etwa 35,6 Milliarden Euro.

Kursziel deutlich gesenkt

Die Deutsche Bank reagierte prompt auf das Ungleichgewicht zwischen Produktion und Nachfrage. Die Analysten senkten das Kursziel für das Papier von 7,00 Euro auf 5,50 Euro ab. Sie belassen die Einstufung auf „Hold“.

CEO Antonio Filosa setzt unterdessen auf den Sanierungsplan „FaSTLAne 2030“. Er investiert 60 Milliarden Euro in neue Modelle und effizientere Werke. Zuletzt stand für den Konzern ein Jahresverlust von 22,3 Milliarden Euro in den Büchern.

Ende Juli veröffentlicht Stellantis die detaillierten Finanzzahlen für das zweite Quartal. Diese Berichte werden zeigen, ob das Absatzplus die Kasse füllt oder ob hohe Rabatte die Margen fressen. Investoren achten dabei besonders auf den operativen Cashflow.

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