Steiermark startet Holzbau-Offensive im Wohnbau
04.01.2026 - 14:53:11Die Steiermark setzt ab sofort voll auf Holz. Mit neuen Förderrichtlinien treibt das Land den Holzbau im sozialen Wohnbau massiv voran. Gemeinnützige Bauträger passen bereits ihre Projekte für 2026 an.
Neue Förderung macht Holz attraktiver
Seit dieser Woche gelten die novellierten Richtlinien der steirischen Wohnbauförderung. Sie belohnen den Einsatz nachwachsender Rohstoffe finanziell stärker als je zuvor. Ein neues Baukastensystem vergibt spezielle Zuschlagspunkte für ökologische Bauweisen.
Damit soll die bisherige Kostenbarriere fallen. Die neuen Landesdarlehen und Zuschüsse gleichen die oft höheren Errichtungskosten eines Holzbaus im Vergleich zu Stahlbeton aus. Erstmals fördert das Land auch den Heizungstausch “Holz auf Holz” in Bestandsgebäuden.
Passend zum Thema nachhaltiger Holzbau: Die steigende Nachfrage nach heimischen Holzmodulen bringt auch neue rechtliche Pflichten mit sich. Die EU-Entwaldungsverordnung legt Sorgfaltspflichten und Prüfpflichten fest – Unternehmen riskieren sonst Sanktionen. Seit Juni 2023 gelten Meldepflichten und Risikobewertungen, die viele Zulieferer betreffen. Ein kostenloser Leitfaden erklärt, ob Ihr Betrieb betroffen ist, welche Rohstoffe geprüft werden müssen, und liefert eine praktische Checkliste für Ihre Lieferkette. Jetzt kostenlosen Leitfaden zur Entwaldungsverordnung herunterladen
Genossenschaften rollen Holzbau flächendeckend aus
Führende gemeinnützige Bauträger wie die ÖWG oder die Wohnbaugruppe Ennstal reagieren prompt. Sie skalieren den mehrgeschossigen Holzbau vom Leuchtturmprojekt zum neuen Standard. Ein Schlüssel ist die Industrialisierung: Vorgefertigte Holzmodule verkürzen die Bauzeit und senken so die Finanzierungskosten.
Das Ziel ist klar: Trotz gestiegener Zinsen und Materialpreise sollen die Mieten stabil bleiben. Gleichzeitig profitieren die künftigen Bewohner von den hervorragenden Dämmeigenschaften des Holzes und niedrigeren Betriebskosten.
Aufbauend auf erfolgreichen Vorbildern
Der aktuelle Vorstoß baut auf dem Momentum des vergangenen Jahres auf. Die Verleihung des Holzbaupreises Steiermark im Herbst 2025 wirkte als Katalysator. Prämiere Projekte wie der “Wohnbau am Grünanger” bewiesen Machbarkeit und Qualität.
Diese Referenzbauten dienen nun als Blaupause. Besonders die dort erprobten Hybridlösungen aus Holz und Beton kommen nun vermehrt zum Einsatz. Sie ermöglichen in Städten wie Graz eine hohe Verdichtung bei gleichzeitiger CO2-Speicherung.
Chance für die regionale Wirtschaft
Die Offensive ist auch ein Wirtschaftsprogramm. Als waldreichstes Bundesland profitiert die Steiermark doppelt: Die gesamte Wertschöpfungskette – vom Baum bis zum fertigen Modul – bleibt weitgehend im Land.
Die verstärkte Nachfrage der großen Wohnbaugenossenschaften stabilisiert die Auftragslage für regionale Zimmereien und holzverarbeitende Betriebe. Kurze Transportwege verbessern zudem die Ökobilanz der Neubauten und sichern Arbeitsplätze.
Ein Modell für ganz Österreich?
Immobilienexperten attestieren der Steiermark eine Vorreiterrolle. Die konsequente Verknüpfung von Förderanreizen und dem großen Volumen der gemeinnützigen Bauträger gilt als besonders fortschrittlich.
Der “Steirische Weg” zeigt: Klimaschutz im Wohnbau muss nicht zwangsläufig teurere Mieten bedeuten. Durch die Skaleneffekte der Großprojekte nähert sich der Holzbau bereits der Kostenneutralität gegenüber konventionellen Bauweisen.
PS: Wenn Zimmereien und Modulhersteller in der Steiermark künftig größere Mengen Holz verarbeiten, müssen sie prüfen, ob ihre Lieferketten den EU-Vorgaben entsprechen. Die Entwaldungsverordnung verlangt Nachweise, Risikoanalysen und Dokumentation – Versäumnisse können zu empfindlichen Sanktionen führen. Dieser kostenlose E‑Book-Guide bietet eine leicht anwendbare Checkliste, Praxis-Tipps zur Risikobewertung und Vorlagen zur Dokumentation, damit Ihr Betrieb rechtskonform bleibt. Kostenfreie Checkliste & Leitfaden zur Entwaldungsverordnung anfordern


