Statkraft Aktie: Hohe Steuern trüben Erholung
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 07:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Höhere Strompreise im Norden Europas haben Statkraft im zweiten Quartal 2026 spürbaren Rückenwind verschafft. Unterm Strich bleibt beim norwegischen Staatskonzern trotzdem ein Verlust stehen — die norwegische Ressourcenrentensteuer auf Wasserkraft frisst einen Großteil des operativen Fortschritts wieder auf.
Strompreise treiben das operative Ergebnis
Das bereinigte EBITDA kletterte auf 6,6 Milliarden norwegische Kronen, nach 4,5 Milliarden im Vorjahresquartal. Der Anstieg geht fast vollständig auf höhere Strompreise in den nordischen Preiszonen zurück. Die Stromproduktion blieb mit 15,1 Terawattstunden nahezu stabil, wobei die Wasserkraft in Norwegen wegen einer angespannten hydrologischen Lage um 0,8 Terawattstunden zurückging.
Vor Steuern verbesserte sich das Ergebnis deutlich, von minus 5,1 Milliarden Kronen auf plus 2,1 Milliarden. Getragen wurde dieser Sprung von geringeren Wertminderungen und schwächeren negativen Währungseffekten im Vergleich zum Vorjahr.
Steuerlast dreht den Gewinn ins Minus
Unterm Strich blieb dennoch ein Nettoverlust von 1,5 Milliarden Kronen — nach minus 6,5 Milliarden im Vorjahresquartal zwar eine deutliche Verbesserung, aber immer noch rot. Verantwortlich dafür ist die norwegische Ressourcenrentensteuer auf Wasserkraft, die bei steigenden Strompreisen automatisch mitwächst. Die effektive Steuerquote im Quartal lag bei 171 Prozent.
Hinzu kamen Wertminderungen von 1,8 Milliarden Kronen, vor allem auf Windkraftanlagen in Deutschland. Eine teilweise Gegenbuchung von 907 Millionen Kronen aus der Auflösung früherer Abschreibungen auf Onshore-Windkraft in Schweden dämpfte den Effekt.
Investitionen laufen weiter, Bilanz bleibt solide
Trotz der Steuerbelastung investiert Statkraft unvermindert weiter. Im ersten Halbjahr 2026 fielen Investitionsentscheidungen für mehr als 600 Megawatt neue erneuerbare Kapazität, darunter der Ausbau des Wasserkraftwerks Vikfalli und das Pumpprojekt Blåfjell in Norwegen sowie Solarprojekte in Großbritannien und Irland und Windprojekte in Peru und Brasilien. Konzernchefin Birgitte Ringstad Vartdal verwies zudem auf die kürzlich angekündigte Fusion der Schnellladesparten mit Eviny, mit der die geplanten strategischen Verkäufe abgeschlossen sind.
Die Nettoverschuldung sank trotz hoher Steuerzahlungen leicht auf 39,2 Milliarden Kronen, die Kapitalrendite (ROACE) stieg auf 14,0 Prozent nach 10,7 Prozent Ende 2025. Statkraft hält an seinem Investitionsziel von jährlich 16 bis 20 Milliarden Kronen fest und plant, in Norwegen bis Jahresende sieben Lizenzanträge für neue Wasserkraft- und Windprojekte einzureichen — Teil einer auf ein Jahrzehnt angelegten Investitionsoffensive von rund 80 Milliarden Kronen im Land.
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