Aktien, Frankfurt

Aktien Frankfurt: Nvidia bessert die Laune - Anleger bei Jobbericht gelassen

Veröffentlicht am: 20.11.2025 um 15:04 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Starke Geschäftszahlen des KI-Konzerns Nvidia US67066G1040 haben am Donnerstag an der Frankfurter Börse die Stimmung merklich verbessert.

Der US-Arbeitsmarktbericht für September, der am Nachmittag nachgeholt wurde, lieferte derweil kaum Impulse. Die Beschäftigung in den Vereinigten Staaten war überraschen stark gestiegen.

Der Dax DE0008469008, der in den vergangenen Tagen um mehr als fünf Prozent auf ein Tief seit Juni abgerutscht war, zeigte sich am Nachmittag ähnlich wie vor dem Arbeitsmarktbericht mit 1,2 Prozent im Plus bei 23.434 Punkten. Er profitierte dabei auch bis zuletzt vom Rückenwind der höher erwarteten US-Börsen.

Während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx EU0009658145 zuletzt auch um 1,1 Prozent stieg, konnte der MDax DE0008467416 dem positiven Umfeld nicht folgen. Der Index mit den mittelgroßen deutschen Werten lag zuletzt mit 0,26 Prozent im Minus bei 28.583 Zählern.

Die zuletzt bei Anlegern aufgekeimte Angst vor Übertreibungen und dem Platzen einer "KI-Blase" wurde von Nvidia wieder gemildert. Der KI-Boom hatte dem Chipriesen ein erneut explosives Quartalswachstum beschert, was bei den Nvidia-Aktien eine vorbörsliche Erholung um fünf Prozent auslöste. Den Anlegern sei mit Blick auf deren jüngst aufgekommenen Sorgen die passende Antwort gegeben worden, kommentierte Analyst Blayne Curtis vom Analysehaus Jefferies.

Dies stützte auch hierzulande bei Werten mit KI-Fantasie die Kurse. Das Plus bei den Titeln des Chipkonzerns Infineon betrug zuletzt 1,6 Prozent. Deutlicher zogen indirekt beteiligte Aktien mit Fantasie für den Energiebedarf oder den Bau von KI-Rechenzentren an. Aktien des Baukonzerns Hochtief DE0006070006 stiegen als bester MDax DE0008467416-Wert um 4,1 Prozent. Ähnlich deutlich im Plus bewegte sich zuletzt Siemens Energy DE000ENER6Y0 im Dax: Zusätzlich angetrieben durch ein angekündigtes Aktienrückkaufprogramm erreichten sie ein Rekordhoch.

Neben dem KI-Thema hatten den Dax in den vergangenen Handelstagen auch Sorgen um künftige US-Zinssenkungen auf das tiefste Niveau seit Juni zurückgeworfen. Kritisch wurde deshalb der für die Notenbank Fed wichtige US-Jobbericht untersucht, der laut Ralf Umlauf von der Landesbank Helaba eine solide Beschäftigungslage aufwies. Er glaubt, dass die Zinssenkungserwartungen damit nochmals einen Dämpfer erhalten. Den Jobbericht für Oktober wird es erst nach der Fed-Entscheidung, die am 10. Dezember ansteht, geben.

Unter den Rüstungsaktien erholten sich am Donnerstag Rheinmetall DE0007030009 von ihrem Rückschlag, den am Vortag Berichte über einen neuen Friedensplan der USA für die Ukraine ausgelöst hatten. "Das war aus unserer Sicht eine massive Überreaktion, die eine gute Einstiegschance bietet", kommentierte Analyst David Perry von JPMorgan. Die Rheinmetall-Titel zogen daraufhin um 4,2 Prozent an.

Renk DE000RENK730 konnte Rheinmetall aber nicht folgen, denn der Kurs sackte um fast vier Prozent ab. Anlässlich eines Kapitalmarkttags veröffentlichte Geschäftsziele trübten hier die Laune. Der Umsatzausblick bis 2030 sei solide, doch eine nur leichte Prognoseerhöhung für 2027 beim operativen Ergebnis falle aber eher mau aus, kommentierte am Morgen die Jefferies-Expertin Chloe Lemarie.

Aus dem SDax DE0009653386 stiegen die Mutares DE000A0SMSH2-Aktien um 2,5 Prozent. Die Beteiligungsgesellschaft veräußerte im Rahmen einer Privatplatzierung ihre verbliebenen Anteile an Steyr Motors und traf dabei nach eigenen Angaben auf eine hohe Nachfrage.

Eine Kaufempfehlung der Berenberg Bank trieb im SDax noch die Aktien des Leasingspezialisten Grenke DE000A161N30 um sieben Prozent nach oben. Sie setzten damit zu einer Erholung an von ihrem niedrigsten Stand seit Mai. Die Erholung des Leasinganbieters gewinne an Fahrt und so sei es an der Zeit für eine Neubewertung, argumentierte Analyst Marius Fuhrberg in seiner Studie.

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