Starcar: Traditions-Vermieter stellt Betrieb endgültig ein
24.01.2026 - 21:38:12Der insolvente Autovermieter Starcar wird abgewickelt – alle 1.100 Jobs fallen weg. Ein Retter fand sich nicht für das Hamburger Unternehmen.
Die deutsche Autovermietungsbranche verliert einen ihrer bekanntesten Namen: Die insolvente Starcar-Gruppe stellt nach gescheiterter Investorensuche den Betrieb komplett ein. Das Hamburger Traditionsunternehmen meldete bereits im Oktober 2025 Insolvenz an. Nun folgt die endgültige Abwicklung. Hunderte Mitarbeiter verlieren ihre Jobs, die verbliebene Flotte von 10.000 Fahrzeugen wird verkauft.
Kein Retter in Sicht: Warum alle Rettungsversuche scheiterten
Trotz intensiver Gespräche mit potenziellen Investoren blieb jede Hilfe aus. „Es konnte kein neuer Eigentümer gefunden werden“, erklärte Insolvenzverwalter Christoph Morgen. Weder Branchenwettbewerber noch Finanzinvestoren zeigten ernsthaftes Interesse.
Der Grund? Der deutsche Mietwagenmarkt gilt als extrem hart umkämpft. Große Player wie Sixt, Europcar und Hertz dominieren das Geschäft. Gleichzeitig verändern Carsharing und Auto-Abonnements die Kundenerwartungen. Für einen Retter wären die Hürden hoch gewesen: Schulden übernehmen und ein Zukunftskonzept für einen sich wandelnden Markt entwickeln. Offenbar schätzten alle das Risiko als zu groß ein.
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Massiver Stellenabbau: Nur noch 170 von 1.100 Jobs bleiben
Die Abwicklung trifft die Belegschaft hart. Von ehemals 1.100 Mitarbeitern in der gesamten Gruppe sind nur noch etwa 170 übrig. Sie begleiten nun die geordnete Abwicklung. Das einst dichte Stationsnetz wird aufgelöst.
Bis zum 30. Januar 2026 bleiben vorübergehend noch 23 Standorte geöffnet. Dort können Kunden ihre Mietfahrzeuge zurückgeben. Danach gehen die Lichter bei Starcar endgültig aus – nach fast 40 Jahren Firmengeschichte.
Flottenverwertung und Betrugswarnung für Kunden
Im Fokus der Abwicklung steht die Verwertung der rund 10.000 Fahrzeuge. Der Verkauf läuft ausschließlich über den professionellen Automobilhandel. Parallel werden Leasingfahrzeuge an die Hersteller zurückgegeben.
Insolvenzverwalter Morgen warnt Kunden zudem vor Betrugsversuchen. Kriminelle nutzen die unübersichtliche Lage für gefälschte Zahlungsaufforderungen und Phishing-E-Mails aus. „Prüfen Sie jede Kommunikation kritisch“, rät Morgen. Im Zweifel sollten keine Zahlungen geleistet oder Links angeklickt werden.
Ein Warnsignal für den gesamten Mittelstand?
Das Ende von Starcar ist mehr als nur eine Unternehmenspleite. Es ist ein Symptom für den Druck, unter dem viele mittelständische Anbieter stehen. Könnte der Fall ein Warnsignal für andere Unternehmen in vergleichbaren Branchen sein?
Die großen Konzerne werden die Marktlücke von Starcar wohl schnell füllen. Für Kunden bedeutet das weniger Auswahl, für die verbliebenen Wettbewerber eine Chance auf mehr Marktanteile. Die kommenden Monate zeigen, wie sich die Starcar-Flotte auf den Gebrauchtwagenmarkt auswirkt und wie schnell die Konkurrenz die ehemaligen Standorte übernimmt.
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