Stadler Rail Aktie: 1.400 S-Bahn-Wagen für Berlin umstritten
19.06.2026 - 08:10:02 | boerse-global.de
Stadler Rail fährt derzeit zweigleisig. Während die Auftragsbücher mit über 32 Milliarden Franken einen Rekordwert erreichen, stockt ein Milliardenprojekt in Berlin. Der juristische Streit um die neue S-Bahn-Flotte geht nun möglicherweise in die nächste Instanz.
Rechtsstreit bremst Berliner Großauftrag
Ein Konsortium um Stadler soll mindestens 1.400 neue S-Bahn-Wagen für Berlin und Brandenburg liefern. Der Auftrag umfasst auch die langfristige Instandhaltung der Züge. Der französische Konkurrent Alstom wehrt sich jedoch juristisch gegen diese Vergabe.
Die Vergabekammer wies eine erste Beschwerde von Alstom bereits zurück. Der Konzern prüft nun den Gang vor das Kammergericht. Die Folge: Der Zeitplan für die Inbetriebnahme der neuen Flotte gerät unter Druck.
Rekordumsatz im Visier
Operativ zeigt sich der Schweizer Schienenfahrzeughersteller unbeeindruckt. Das Management peilt für das Geschäftsjahr 2026 einen Rekordumsatz von über 5 Milliarden Franken an. Die EBIT-Marge soll parallel dazu auf über 5 Prozent klettern.
Der Auftragsbestand sichert die Produktion für die kommenden Jahre ab. Neben Neubauten wächst das Geschäft mit Service und Modernisierung. In Ungarn baut das Unternehmen aktuell 93 Triebzüge für die Staatsbahn MÁV um.
Neue Technik für den Güterverkehr
Im Heimatmarkt treibt Stadler die nachhaltige Antriebstechnik voran. Zusammen mit SBB Cargo stellte der Konzern das Design der EURO-DuFour-Lokomotiven vor. Von den ersten 36 bestellten Fahrzeugen verfügen 22 über zusätzliche Batteriemodule.
Diese Technik erlaubt Einsätze auf Gleisabschnitten ohne Oberleitung. Stadler nutzt diese Flexibilität als zentralen Wettbewerbsvorteil.
An der Börse bleibt die Stimmung positiv. Die Aktie durchbrach zuletzt wichtige technische Widerstände und setzt ihren Aufwärtstrend fort. Die Entscheidung über den Fortgang des Berliner Rechtsstreits fällt in den kommenden Wochen.
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