Spyware, Predator

Spyware Predator löscht sich jetzt unsichtbar

17.02.2026 - 15:31:12

Moderne Spionagesoftware infiziert über Messenger-Links und hinterlässt kaum Spuren. Neue iOS-Versionen erschweren den Nachweis, während die Dunkelziffer steigt.

Der Bundestag führt heute routinemäßige Wartungsarbeiten durch – doch im Hintergrund verschärft sich die mobile Spionage-Lage. IT-Forensiker warnen vor einer wachsenden Dunkelziffer bei Smartphone-Infektionen von Politikern. Moderne Spyware wie „Predator“ verwischt ihre Spuren effektiver denn je.

Ein Klick genügt für die Infektion

Neue Erkenntnisse aus dem späten Jahr 2025 zeigen: Die kommerzielle Überwachungssoftware wird aggressiver vertrieben. Im Fokus stehen sogenannte „1-Click“‑Angriffe über Messenger wie WhatsApp. Ein harmlos wirkender Link reicht aus, um die Spyware zu installieren.

Die Software, die auch unter Codenamen wie „Helios“ vermarktet wurde, kann nach der Infektion Mikrofon und Kamera fernsteuern. Sie greift sogar auf verschlüsselte Chats zu. Grundlage dieser Erkenntnisse sind die umfangreichen „Intellexa Leaks“ von Ende 2025.

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Betriebssysteme zerstören forensische Spuren

Für IT-Sicherheitsexperten ist die Lage prekär. Seit Herbst 2025 überschreiben neuere Versionen von Apple iOS die forensisch kritische shutdown.log-Datei bei Neustarts. Bislang war diese Log-Datei der „Goldstandard“, um Infektionen nachzuweisen.

Diese Änderung bedeutet: Eine Spyware, die sich selbst löscht, hinterlässt kaum noch Beweise. Die Malware verwischt ihre Spuren – und das Betriebssystem vernichtet die letzten Indizien. Bisherige Prüfverfahren laufen damit ins Leere.

  • Folge: Standard-Detektionsmethoden sind wirkungslos.
  • Problem: Neue Nachweistechniken müssen erst entwickelt werden.
  • Risiko: Die Dunkelziffer unentdeckter Angriffe steigt.

BSI warnte bereits vor „unzureichenden Schutzflächen“

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sah diese Entwicklung kommen. In seinem Lagebericht vom November 2025 konstatierte es eine angespannte Sicherheitslage. Die Behörde verwies auf „unzureichend geschützte Angriffsflächen“.

Die Angriffsvektoren verschieben sich. Neben technischen Schwachstellen nutzen Hacker zunehmend Social Engineering und gezielte Desinformation, um den initialen Klick zu provozieren. Der Verfassungsschutz hatte bereits vor der Wahl 2025 vor manipulierten „Hack and Leak“‑Operationen gewarnt.

Ein europäisches Problem ohne einfache Lösung

Das Problem ist grenzüberschreitend. In Belgien bestätigten Untersuchungen im März 2025 Infektionen auf den Geräten mehrerer Minister. Die Spuren reichten bis ins Jahr 2020 zurück.

Auf EU‑Ebene gestaltet sich die Gegenwehr schwierig. Die technische Entwicklung ist der Regulierung oft voraus. Die hitzige Debatte um „Chatkontrolle“ und den Balanceakt zwischen Privatsphäre und Strafverfolgung blockiert eine einheitliche Sicherheitslinie.

Experten prognostizieren für 2026 eine weitere Zunahme der Angriffe. KI-gestützte Tools auf beiden Seiten heizen das Wettrüsten an. Für die Abgeordneten bleibt die Sicherheit ihres privaten Smartphones eine kritische Schwachstelle – trotz aller Wartungsarbeiten an den Parlamentssystemen.

@ boerse-global.de

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