SpaceX, Kampf-Drohnenschwärme

SpaceX und xAI entwickeln autonome Kampf-Drohnenschwärme für Pentagon

17.02.2026 - 14:01:11 | boerse-global.de

Elon Musks fusioniertes Unternehmen bewirbt sich um einen 93-Millionen-Euro-Auftrag zur Entwicklung sprachgesteuerter autonomer Kampfschwärme für das US-Militär.

Elon Musks Raumfahrt- und KI-Unternehmen treten in einen geheimen Wettbewerb des US-Verteidigungsministeriums ein, um sprachgesteuerte autonome Drohnenschwärme zu entwickeln. Das Projekt markiert eine neue Stufe der Militarisierung von KI aus dem Silicon Valley.

Ein Wettlauf um die Schwarm-Dominanz

Hintergrund ist ein hochdotierter Wettbewerb der Defense Innovation Unit (DIU), der im Januar 2026 startete. Das Ziel: Eine Software zu entwickeln, mit der ein einzelner Operator per Sprachbefehl Hunderte Drohnen gleichzeitig steuern kann. Das Preisgeld liegt bei rund 93 Millionen Euro (100 Millionen US-Dollar). Die Technologie soll Schwärme ermöglichen, die autonom kommunizieren, Ziele auswählen und komplexe Manöver fliegen – ohne dass jede Einheit einzige gesteuert werden muss.

Das Projekt gilt als Weiterentwicklung der „Replicator“-Initiative, jedoch mit offensiverer Ausrichtung unter der aktuellen US-Regierung. Beamte des neu benannten Kriegsministeriums (ehemals Verteidigungsministerium) betonen die geplante Nutzung für Angriffsoperationen, mit Fokus auf „Letalität“ und die Fähigkeit, feindliche Luftabwehr zu überwältigen. Die Software muss natürliche Sprachbefehle in verschlüsselte Flugpfade für Schwärme in Luft- und Seeräumen übersetzen.

Musk-Konzern als Rüstungsgigant

Der Zeitpunkt des Angebots fällt mit einer massiven Restrukturierung in Musks Imperium zusammen. SpaceX hat kürzlich die Übernahme der KI-Schwester xAI abgeschlossen. Der fusionierte Konzern ist nun rund 1,15 Billionen Euro (1,25 Billionen US-Dollar) wert. Diese vertikale Integration schafft einen Rüstungskonzern neuen Typs: Er kann sowohl die Hardware (Raketen, Satelliten) als auch die kognitive Software für Kriegsführung der nächsten Generation liefern.

Analysten sehen darin einen strategischen Schachzug vor einem erwarteten Börsengang noch in diesem Jahr. Durch die Kombination von SpaceXs bewährter Raketen- und Kommunikationstechnik mit xAIs großen Sprachmodellen wie Grok wirbt das Unternehmen für ein „Gefechtsfeld-Betriebssystem“, in dem KI-Agenten physische Assets in Echtzeit kontrollieren.

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Die Kehrtwende ist bemerkenswert: Musk hatte jahrelang vor „Killerrobotern“ gewarnt und für ein Verbot autonomer Waffen plädiert. Die Teilnahme an einem Wettbewerb für offensive Schwarmtechnologie zeigt, dass kommerzielle Zwänge und geopolitische Verschiebungen diese ethischen Bedenken offenbar überlagert haben.

Silicon Valley im neuen Rüstungswettlauf

SpaceX ist nicht der einzige Tech-Riese im Rennen. Berichten zufolge nimmt auch OpenAI teil und unterstützt das Start-up Applied Intuition. Dieser Trend zeigt: Verbraucherorientierte KI-Labore drängen zunehmend in lukrative nationale Sicherheitsaufträge, um langfristige Einnahmequellen zu sichern.

Andere Akteure bleiben außen vor. Anthropic, Hersteller des KI-Modells Claude, droht aufgrund seiner strikten Sicherheitsprotokolle der Ausschluss. Das Unternehmen beharrt auf seinen „Constitutional AI“-Sicherheitsvorkehrungen, die die Unterstützung tödlicher Operationen verhindern. Diese Haltung sorgt für Reibung mit Pentagon-Beamten, die uneingeschränkte Fähigkeiten fordern. Der Markt spaltet sich: Firmen, die ihre Modelle für „kinetische“ Effekte anpassen, werden bevorzugt, während andere riskieren, vom milliardenschweren Staatsgeschäft ausgeschlossen zu bleiben.

Rasante Tests und ethische Fragen

Der Wettbewerb läuft über sechs Monate. Erste Feldtests könnten bereits im Sommer 2026 beginnen. Bei Erfolg würde die Technologie schnell in das US-Militärarsenal integriert werden – mit potenziellen Auswirkungen auf das strategische Gleichgewicht etwa im indo-pazifischen Raum.

Für SpaceX wäre ein Sieg mehr als nur ein Regierungsauftrag. Es würde den Konzern als Architekt moderner Kampfsysteme etablieren und die Wachstumserzählung für Investoren deutlich über die kommerzielle Raumfahrt hinaus erweitern.

Doch die Entwicklung wirft fundamentale ethische Fragen auf. Das Pentagon betont, der Mensch bleibe „in der Entscheidungsschleife“. Doch die Geschwindigkeit, mit der solche Schwärme operieren sollen, könnte vollautonome Entscheidungsfindung letztlich erzwingen – eine Schwelle, vor der Militärethiker seit Jahren warnen. Die Ära der sprachgesteuerten KI-Kampfschwärme steht bevor.

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