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SpaceX Aktie: Von 225 auf 145 Dollar – Absturz nach IPO

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 01:38 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Trotz neuem Wiederverwendungsrekord und starkem Starlink-Wachstum fällt der SpaceX-Aktienkurs auf nahezu IPO-Niveau zurück.

SpaceX Aktie: Rekordflug der Falcon 9, Kurs im Sinkflug
Eine abstrakte, atmosphärische Szene, die die Luft- und Raumfahrtindustrie mit einem starken Gefühl des Marktrückgangs darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine Falcon-9-Rakete fliegt zum 36. Mal ins All. Ein technischer Weltrekord für SpaceX. Die Aktie interessiert das kaum.

Am Donnerstagmorgen startete SpaceX von Cape Canaveral aus eine Falcon-9-Booster-Rakete mit der Bezeichnung B1067. Es war ihr 36. Einsatz — eine neue Bestmarke für wiederverwendbare Raketen. An Bord: 29 Starlink-Satelliten für die Erdumlaufbahn.

Der Booster startete erstmals im Juni 2021 bei einer NASA-Frachtmission. Seither transportierte er die Astronauten-Crews von Crew-3 und Crew-4 sowie 24 weitere Ladungen Starlink-Satelliten. Den absoluten Wiederverwendungsrekord hält weiterhin die NASA-Raumfähre Discovery mit 39 Flügen.

Starlink wächst schneller als im Vorjahr

Der Rekordflug fällt in eine Phase starken Wachstums beim Satellitengeschäft. Nach Daten des Astronomen Jonathan McDowell brachte SpaceX in der ersten Jahreshälfte 2026 bereits 1.589 Starlink-Satelliten ins All — deutlich mehr als die 1.489 im Vorjahreszeitraum. Insgesamt hat das Unternehmen mittlerweile über 12.400 Starlink-Satelliten gestartet, knapp 11.000 davon sind noch aktiv.

Rund acht Minuten nach dem Start landete B1067 auf einem Drohnenschiff im Atlantik. Eine weitere erfolgreiche Bergung in einer langen Reihe.

Die Aktie fällt zurück auf Start-Niveau

Der operative Erfolg findet an der Börse kaum Widerhall. SpaceX ging am 12. Juni zu einem Ausgabepreis von 135 Dollar an die Nasdaq. Der erste Handelstag verlief furios: Die Aktie eröffnete bei 150 Dollar und schloss mit einem Plus von fast 20 Prozent bei 160,95 Dollar.

Wenige Tage später, am 16. Juni, erreichte der Kurs sein bisheriges Hoch bei 225,64 Dollar. Seitdem ging es nur noch abwärts. Am Mittwoch markierte die Aktie mit 145,20 Dollar ein neues Allzeittief im Tagesverlauf und schloss bei 149,29 Dollar — unter dem Eröffnungskurs vom ersten Handelstag.

Am Donnerstag, dem 9. Juli, pendelte die Aktie bei etwa 153 Dollar. Damit sind sämtliche Kursgewinne seit dem Börsendebüt verpuffen. Der aktuelle Kurs liegt zwar noch über dem IPO-Preis von 135 Dollar, aber weit unter dem Rekordhoch von 225,64 Dollar.

Auch die Aufnahme in den Nasdaq-100 half nur kurzfristig. Eigentlich sollte dieser Schritt automatische Käufe von Indexfonds auslösen. Stattdessen fiel die Aktie um 7 Prozent — trotz der erwarteten ETF-Zuflüsse. Einige Marktstrategen vermuten, dass die Indexaufnahme bereits im Kurs eingepreist war. Die allgemeine Schwäche am Nasdaq dürfte zusätzlich gedrückt haben.

Analysten uneinig über den fairen Wert

Die Kursziele der großen Investmentbanken zeigen, wie unterschiedlich der faire Wert eingeschätzt wird. Goldman Sachs startete die Coverage mit einem Kursziel von 205 Dollar, Morgan Stanley setzte die Marke bei 300 Dollar an. Bank of America positionierte sich mit 235 Dollar dazwischen. Alle drei Häuser fungierten zugleich als Konsortialbanken beim Börsengang.

Am 7. Juli kam eine weitere Stimme hinzu: Raymond-James-Analyst Brian Gesuale startete die Coverage mit der Einstufung "Strong Buy".

Wiederverwendung als Kernargument

Der 36. Flug von B1067 lenkt die Aufmerksamkeit zurück auf das Kostenargument, das SpaceX seinen neuen Aktionären verkaufen will. Die Booster-Rakete übertrifft ihre ursprünglich geplante Lebensdauer bei Weitem. Genau diese Wiederverwendbarkeit soll den operativen Hebel demonstrieren, den das Unternehmen für seine Bewertung braucht.

Anleger scheinen die technischen Erfolge und das Starlink-Wachstum bislang als positives Signal wahrzunehmen — aber nicht als Grund, den Kursrückgang seit dem Höchststand umzukehren. Die Lücke zwischen operativen Rekorden und einem Aktienkurs, der fast alle Gewinne des Debüttages abgegeben hat, treibt die Debatte unter Analysten weiter an: Wie bewertet man ein Unternehmen, das gleichzeitig Raketen, Satelliten und künstliche Intelligenz unter einem Dach vereint?

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