SpaceX Aktie: Roelof Botha neu im Board
18.06.2026 - 19:00:02 | boerse-global.de
Nach dem ersten nennenswerten Kursrückgang seit dem Börsengang stabilisiert sich die SpaceX-Aktie. Am Mittwoch verlor sie fünf Prozent. Am frühen Donnerstag erholte sie sich um rund ein Prozent — während Anleger zwei gegenläufige Signale verarbeiten: eine neue Boardbesetzung und eine beispiellose Spanne der Analystenkursziele.
Neuer Boarddirektor, alte Machtstruktur
SpaceX hat Roelof Botha als unabhängigen Direktor berufen. Botha ist Managing Partner bei Sequoia Capital und ehemaliger CFO von PayPal. Er tritt dem Prüfungsausschuss bei.
An der Machtverhältnissen ändert das wenig. Elon Musk hält mehr als 82 Prozent der Stimmrechte. Botha bringt Governance-Glaubwürdigkeit — aber keine strukturelle Kontrolle.
Zeitgleich schloss SpaceX die Übernahme der KI-Coding-Plattform Cursor (Anysphere) ab. Der Deal ist ein reiner Aktientausch und soll im dritten Quartal 2026 vollständig abgeschlossen sein. SpaceX nutzt seine hohe Börsenbewertung, um KI-Kapazitäten ins Unternehmen zu holen.
Kursziele zwischen 63 und 401 Dollar
Nirgendwo zeigt sich die Unsicherheit deutlicher als bei den Analystenkurszielen. Die Spanne überschreitet 500 Prozent.
- Arete Research (Buy): 401 Dollar — implizierte Marktkapitalisierung über 5 Billionen Dollar
- KGI Securities: 227 Dollar
- Oppenheimer: 190 Dollar
- CFRA (Sell): 115 Dollar
- Morningstar: 63 Dollar — implizierte Bewertung unter 800 Milliarden Dollar
Der Kern des Streits: Wie viel ist das KI-Geschäft wert? Und wie stark belastet das Starship-Programm die Bilanz langfristig?
Verluste, Mini-Float, Meme-Dynamik
Die Finanzzahlen sind eindeutig. SpaceX schrieb 2025 einen Nettoverlust von 4,9 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal 2026 kamen weitere 4,28 Milliarden Dollar Verlust hinzu.
Trotzdem überstieg die Marktkapitalisierung nach dem IPO kurzzeitig die von Amazon. Das erklärt sich auch durch den extrem engen Markt: Nur rund 4,2 Prozent aller Aktien sind frei handelbar. Seit dem 16. Juni sind Optionen verfügbar — am ersten Tag wurden fast eine Million Call-Kontrakte gehandelt. Das Ergebnis: Kursbewegungen, die eher an Meme-Stocks erinnern als an ein Raumfahrtunternehmen.
Was als nächstes zählt
Zwei Termine haben konkreten Einfluss auf den Kurs. Nach 15 Handelstagen könnte SpaceX in den Nasdaq-100 aufgenommen werden — das würde passive Kauforders auslösen. Ab dem 29. Juni ist die Aktie im WisdomTree Space Economy ETF enthalten, zunächst mit 5,5 Prozent Gewichtung.
Hinzu kommt eine Lockup-Klausel: Liegt der Kurs in fünf von zehn Handelstagen vor dem Q2-Bericht mindestens 30 Prozent über dem IPO-Preis von 135 Dollar, könnten weitere zehn Prozent der Insideranteile freigegeben werden — was den ohnehin dünnen Float erheblich ausweiten würde.
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