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SpaceX Aktie: JPMorgan schürt Tesla-Fusionsspekulation

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 22:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de

JPMorgan-Analyst sieht strategische Logik in einer SpaceX-Tesla-Fusion, warnt aber vor erheblichen regulatorischen und strukturellen Hürden.

SpaceX-Aktie: Fusionsgerüchte mit Tesla sorgen für Kurskapriolen
Abstrakte Szene, die die Luft- und Raumfahrt- sowie Automobilsektoren darstellt, mit dynamischen Lichtstreifen und industriellen Formen, die Innovation und spekulatives Wachstum andeuten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Kaum an der Nasdaq gelistet, sorgt die SpaceX-Aktie schon für heftige Kursausschläge. Diese Woche befeuert JPMorgan alte Gerüchte neu: eine mögliche Fusion mit Tesla. Die Bank nennt die Idee "auf dem Papier stimmig" — und trifft damit einen Nerv an der Wall Street.

JPMorgan sieht Logik, aber auch Hürden

Analyst Rajat Gupta von JPMorgan beschreibt eine Fusion als strategisch nachvollziehbar. Elon Musk könnte damit die Führung beider Unternehmen bündeln. Das würde eine vertikale Integration über Künstliche Intelligenz, Robotik, Energie, Transport und Raumfahrt ermöglichen.

Musk ist größter Aktionär bei beiden Firmen. Tesla hält bereits rund 19 Millionen SpaceX-Aktien.

Trotz der strategischen Logik warnt Gupta vor erheblichen Hindernissen. Musk kontrolliert etwa 85 Prozent der Stimmrechte bei SpaceX, bei Tesla sind es nur rund 20 Prozent. Diese Schieflage könnte die Verhandlungen erschweren und bei Tesla-Minderheitsaktionären Sorgen vor einer Verwässerung wecken.

Hinzu kommt der Größenunterschied der beiden Unternehmen. Er könnte den Deal eher wie eine Übernahme Teslas durch SpaceX aussehen lassen, nicht wie eine Fusion unter Gleichen. JPMorgan verweist zudem auf die "praktische Hürde" der Genehmigungsverfahren in mehreren Ländern — besonders in China, wo Tesla stark in Produktion und Vertrieb investiert ist.

Am Dienstag fiel die Tesla-Aktie um etwa 4 Prozent, nachdem JPMorgan auf diese regulatorischen Risiken hingewiesen hatte. Gupta bestätigte sein "Hold"-Rating für Tesla mit einem Kursziel von 475 US-Dollar — das entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 16 Prozent.

RBC widerspricht mit höherem Kursziel

RBC Capital sieht die Sache optimistischer. Die Bank hob ihr Kursziel für Tesla von 475 auf 500 US-Dollar an, was einem Potenzial von 24 Prozent entspricht. Das "Outperform"-Rating bleibt bestehen.

RBC begründet den Schritt mit einer Modellanpassung: Ein Aufschlag von 25 bis 30 Prozent gegenüber dem aktuellen Kursniveau soll ein mögliches SpaceX-Übernahmeszenario abbilden.

Ganz neu ist die Spekulation nicht. SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell hatte zuletzt mögliche Synergien eingeräumt und eine künftige Fusion nicht ausgeschlossen. Ihre Begründung: Das Vorhaben "könnte Elons Leben etwas leichter machen".

Die operative Verflechtung beider Firmen ist bereits heute eng. Ingenieure, KI-Infrastruktur und die Terafab-Chipfabrik in Texas werden gemeinsam genutzt. SpaceX kauft Tesla-Megapacks und Cybertrucks, Tesla wiederum investierte zwei Milliarden US-Dollar in xAI — mittlerweile Teil von SpaceX.

Nasdaq-100-Aufnahme trifft auf fallenden Kurs

Die Fusionsgerüchte treffen auf ohnehin hohes Handelsvolumen bei der SpaceX-Aktie. Das Papier fiel um 10,17 US-Dollar gegenüber dem Vorschlusskurs, ein Minus von 6,34 Prozent. Im Handelsverlauf rutschte die Aktie zeitweise auf 149,64 US-Dollar ab, ein Tagesverlust von 6,7 Prozent.

Der Rückgang fällt in eine eigentlich positive Phase: SpaceX schaffte eine der schnellsten Indexaufnahmen der Börsengeschichte. Möglich macht das eine neue Nasdaq-Regel, die frisch gelisteten Unternehmen bereits nach 15 Handelstagen den Einzug in den Index erlaubt — statt auf das nächste Quartals-Rebalancing zu warten.

JPMorgan schätzt, dass diese Aufnahme passive Käufe von ETFs in Höhe von rund 4,3 Milliarden US-Dollar auslösen wird. Die Gewichtung im Index bleibt wegen des geringen Streubesitzes von nur 4 bis 5 Prozent bei etwa 1,3 Prozent gedeckelt. SpaceX rangiert damit auf Platz 21 im Index — hinter Nvidia, Walmart, Intel und Tesla.

Analysten tief gespalten

Mit dem Ende der Quiet Period nach dem Börsengang meldeten sich am Dienstagmorgen 19 Analysten mit Ratings und Kurszielen zu Wort. Die Stimmung fiel überwiegend euphorisch aus: Fast alle Einschätzungen liefen auf ein Kauf-Votum hinaus. Der mediane Kurszielwert liegt bei 250 US-Dollar — ein Potenzial von 56 Prozent gegenüber dem Montagsschluss.

Die Bandbreite der Kursziele zeigt aber, wie unklar die Bewertung bleibt:

  • Niedrigstes Kursziel: 131 US-Dollar (MoffettNathanson)
  • Höchstes Kursziel: 800 US-Dollar
  • Median: 250 US-Dollar, entspricht 56 Prozent Potenzial

MoffettNathanson-Analystin Julie Zhu bildet die einzige Ausnahme. Sie startet die Coverage mit einem neutralen Rating und einem Kursziel von 131 US-Dollar — ein Abwärtsrisiko von 18 Prozent. Die von SpaceX genannte adressierbare Marktgröße von 30 Billionen US-Dollar nennt sie "absurd". Auch Musks Plan, bis 2029 100 Gigawatt an orbitaler Rechenleistung bereitzustellen, zweifelt sie an. Ihr Fazit: Kein glaubwürdiges Finanzmodell rechtfertige die aktuelle Bewertung von rund zwei Billionen US-Dollar.

Ausblick

Index-getriebene Zuflüsse, ein gespaltenes Analystenlager und neu entfachte Fusionsgerüchte um Musks beide Flaggschiff-Unternehmen — diese Mischung sorgt nur wenige Wochen nach dem rekordträchtigen Börsengang für erhöhte Nervosität rund um die SpaceX-Aktie. Cboe-Vizepräsident JJ Kinahan warnt Anleger bereits vor Kursausschlägen von bis zu 20 US-Dollar in beide Richtungen innerhalb der kommenden anderthalb Wochen.

Ob die Tesla-Fusion tatsächlich Fahrt aufnimmt oder als Spekulation verpufft, bleibt offen. Für Investoren, die SpaceX' hohe Bewertung gegen die rasante Expansion in Raumfahrt, Konnektivität und Künstliche Intelligenz abwägen, ist sie jedenfalls ein weiterer Unsicherheitsfaktor.

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