SpaceX Aktie: Größtes IPO aller Zeiten
13.06.2026 - 16:55:02 | boerse-global.de
Der erste Handelstag von SpaceX ist Geschichte — und er hat die Wall Street neu sortiert. Rund 19 Prozent über dem Ausgabepreis schloss die Aktie bei etwa 161 Dollar. Zwischenzeitlich lag das Plus bei über 30 Prozent.
Rekorde in jeder Dimension
SpaceX verkaufte rund 555,6 Millionen Aktien zum selbst festgelegten Ausgabepreis von 135 Dollar — und nahm damit 75 Milliarden Dollar ein. Zum Vergleich: Der bisherige Rekordhalter Saudi Aramco hatte bei seinem Börsengang 2019 gut 29 Milliarden Dollar erlöst. Bereits der erste festgestellte Kurs von 150 Dollar katapultierte das Unternehmen mit einer Bewertung von knapp zwei Billionen Dollar in die Riege der wertvollsten US-Konzerne. Auf dem Tageshoch wurden zeitweise über 2,19 Billionen Dollar erreicht.
Die Marktreaktion war eindeutig — allerdings nicht für alle positiv. Wettbewerber aus dem Raumfahrtsektor wurden abverkauft. Virgin Galactic verlor 32 Prozent, Rocket Lab rund 11 Prozent. Anleger dürften Gewinne aus den Vortagesrallys mitgenommen und in SpaceX umgeschichtet haben.
Hoffnungsträger mit roten Zahlen
Hinter der Euphorie steckt eine nüchterne Bilanz. Im Geschäftsjahr 2025 verbuchte SpaceX einen Verlust von rund 4,94 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 18,67 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal 2026 war das Minus mit 4,28 Milliarden Dollar bei rund 4,7 Milliarden Dollar Umsatz ebenfalls erheblich — getrieben von den enormen Entwicklungskosten für die Starship-Rakete, in die bislang mehr als 15 Milliarden Dollar investiert wurden.
Der einzige profitable Pfeiler ist Starlink. Der Satelliten-Internetdienst erzielte im ersten Quartal 3,26 Milliarden Dollar Umsatz und zählt inzwischen rund 10,3 Millionen Kunden in 164 Ländern. Alles andere — Raketengeschäft, KI-Infrastruktur im All, die integrierte xAI-Plattform — ist Wette auf die Zukunft.
Bewertungsexperte Aswath Damodaran brachte die Skepsis auf den Punkt: Eine Summe-der-Einzelteile-Bewertung würde bei rund 600 Milliarden Dollar landen — einem Drittel des aktuellen Börsenwerts. Hedgefonds-Analystin Amanda Lyons räumte allerdings ein, dass gegen Musk-Unternehmen zu wetten ein Jahrzehnt lang ein Verlustgeschäft gewesen sei.
Kontrolle bleibt bei Musk
Für neue Aktionäre gibt es eine strukturelle Besonderheit: Musk hält mit mehr als 80 Prozent der Stimmrechte die volle Kontrolle — unabhängig davon, wie viele Aktien der Markt absorbiert. Sein wirtschaftlicher Anteil liegt bei rund 40 Prozent, was seine SpaceX-Beteiligung allein auf über 800 Milliarden Dollar beziffert.
Frühe Geldgeber profitieren massiv. Sequoia Capital investierte rund 2 Milliarden Dollar und hält nun einen Anteil im Wert von mehr als 20 Milliarden Dollar. Der Founders Fund von Peter Thiel erwarb seinen Anteil von rund drei Prozent für etwa 600 Millionen Dollar — zum Ausgabepreis ist er mehr als 50 Milliarden Dollar wert.
Das Unternehmen selbst hat die Latte für kommende Mega-IPOs aus dem KI-Bereich gelegt. OpenAI und Anthropic warten in den Startlöchern — und werden sich an SpaceX messen lassen müssen.
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