SpaceX, Aktie

SpaceX Aktie: Flight 13 nach Raptor-3-Ausfall

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 21:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

SpaceX-Aktie fällt nach Triebwerksausfall bei Starship-Test und erreicht fast 52-Wochen-Tief. Analysten bleiben trotz Verlusten optimistisch.

SpaceX-Aktie unter Druck: Triebwerksausfall und Kursverfall belasten
Dramatische, atmosphärische Szene, die die Luft- und Raumfahrtindustrie darstellt, mit Elementen, die Unsicherheit und technische Herausforderungen andeuten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Kurs bewegt sich nur noch 1,88 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 105,28 Euro, das am 20. Juli 2026 markiert wurde. Innerhalb von 30 Tagen hat das Papier bereits 31,60 Prozent verloren – ein Ausmaß, das die Marktkapitalisierung des Raumfahrt- und Satelliteninternet-Konzerns binnen weniger Wochen um rund eine Billion US-Dollar schrumpfen ließ.

Raptor-3-Ausfall bremst Starship erneut

Auslöser der jüngsten Talfahrt war ein abgebrochener Countdown zu Starship Flight 13 am 16. Juli. Beim Zünden der Triebwerke sprangen nach übereinstimmenden Berichten nur 29 von 33 Raptor-3-Triebwerken an, zwei Aggregate müssen nun ausgetauscht werden. SpaceX verschob den Start zunächst auf den 23. Juli, wie mehrere Quellen berichteten. Heise online meldete anschließend eine weitere Verschiebung auf die Nacht zum 24. Juli, 0:45 Uhr MESZ. Der Flug soll erstmals 20 Starlink-V3-Satelliten aussetzen, die für den Falcon-9-Raketentyp zu groß sind, und einen Wiederzündungstest der Raptor-Triebwerke im All durchführen – eine Voraussetzung für die geplante Artemis-Mission der NASA. Sechs der Satelliten sind zusätzlich mit Kameras ausgestattet, um den Hitzeschild des Raumschiffs zu dokumentieren.

Vom IPO-Hoch zum Rekordtief

SpaceX war am 12. Juni 2026 zu einem Ausgabepreis von 135 US-Dollar an die Börse gegangen und sprang am ersten Handelstag um rund 19 Prozent nach oben, zeitweise bis auf über 225 Dollar. Die Marktkapitalisierung erreichte danach einen Spitzenwert von 2,64 Billionen Dollar. Seither ging es überwiegend abwärts: Am 17. Juli schloss die Aktie bei 123,99 Dollar, rund 23 Prozent unter dem Ausgabepreis, die Marktkapitalisierung war zu diesem Zeitpunkt auf etwa 1,62 bis 1,63 Billionen Dollar gefallen. Allein der Triebwerksabbruch vom 16. Juli soll nach Berechnungen mehrerer Berichte rund 100 Milliarden Dollar an Börsenwert ausgelöscht haben.

Lock-up-Ablauf und Leerverkäufer erhöhen den Druck

Zusätzliche Unsicherheit bringt der bevorstehende Ablauf einer Sperrfrist: Nach der für den 17. August erwarteten Vorlage der Quartalszahlen sollen rund 1,37 Milliarden Aktien – etwa 20 Prozent der vorzeitig freigebbaren Anteile – handelbar werden. Parallel dazu haben Leerverkäufer inzwischen rund 30 Prozent des Streubesitzes shortverkauft und sitzen Berechnungen zufolge auf Buchgewinnen von etwa 5 Milliarden Dollar seit dem Börsengang. Eine separate 180-Tage-Sperrfrist für weitere Anteilseigner läuft erst im Dezember aus.

Analysehäuser bleiben trotz Kursverfalls optimistisch

Trotz des massiven Kursrückgangs halten zahlreiche Analysten an positiven Einschätzungen fest. Evercore ISI stufte die Aktie am 20. Juli mit "Outperform" und einem Kursziel von 230 Dollar ein. JPMorgan nennt ein Kursziel von 225 Dollar, Needham 250 Dollar, Raymond James sogar 800 Dollar. Morgan Stanley beziffert sein Ziel auf 300 Dollar. Nach einer Auswertung mit 30 Kauf-, sechs Halte- und einer Verkaufsempfehlung liegt das durchschnittliche Zwölfmonatsziel bei 235,34 Dollar, was einem Aufschlag von rund 90 Prozent zum damaligen Kurs entspräche.

Pentagon-Gerüchte und dementierter Foxconn-Auftrag

Für Bewegung sorgte zudem ein Bericht über einen angeblichen 52-Milliarden-Dollar-Auftrag von Foxconn für 13.000 KI-Server-Racks mit Nvidia-GB300-Chips. Elon Musk bezeichnete die Meldung am 20. Juli als "Fake News". Die Aktie legte daraufhin über Nacht um rund ein Prozent zu, blieb aber auf Monatssicht rund 35 Prozent im Minus. Bestätigt sind hingegen Gespräche über einen milliardenschweren Cloud-Computing-Auftrag des Pentagons sowie bestehende Rechenzentrums-Vereinbarungen mit Google und Anthropic. Cathie Woods ARK Invest nutzte die Schwäche zwischen dem 13. und 17. Juli für Zukäufe von SpaceX-Aktien im Volumen von 56,9 Millionen Dollar – der größte Einzelkauf des Fonds in jener Woche – und finanzierte dies teilweise über den Verkauf von AMD-Anteilen im Wert von 39 Millionen Dollar.

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