SpaceX Aktie: Chinas weiter Weg zum Anschluss
12.06.2026 - 15:00:01 | boerse-global.de
Der größte Börsengang der Geschichte ist vollzogen. SpaceX hat 555,6 Millionen Aktien zu je 135 Dollar platziert und damit 75 Milliarden Dollar eingesammelt — mehr als drei Mal so viel wie Aramco beim bisherigen Rekord im Jahr 2019. Die Bewertung liegt bei rund 1,75 Billionen Dollar. Seit heute wird die Aktie unter dem Kürzel „SPCX" an der Nasdaq gehandelt.
Vorbild und Maßstab zugleich
Was SpaceX an die Börse bringt, macht chinesischen Weltraumstartups Appetit. Mindestens sieben Unternehmen — darunter LandSpace und CAS Space — befinden sich derzeit in IPO- oder Pre-IPO-Vorbereitungen. Der Hype ist real. Ein früher LandSpace-Investor berichtet von einer rund hundertfachen Wertsteigerung seines Anteils seit 2016.
Was die Zahlen allerdings offenbaren: Der Abstand zu SpaceX ist gewaltig. LandSpace erzielte im ersten Halbjahr 2025 gerade einmal umgerechnet 5,2 Millionen Dollar Umsatz. SpaceX verbuchte im Gesamtjahr 2025 fast 19 Milliarden Dollar — rund drei Fünftel davon über Starlink.
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Das Technologieproblem
Der entscheidende Unterschied liegt in der Wiederverwendbarkeit von Raketen. Kein chinesisches Unternehmen hat bislang einen Booster erfolgreich zurückgebracht und refurbished. LandSpace testte seine Zhuque-3-Rakete im Dezember 2025, scheiterte jedoch bei der kontrollierten Landung. Ohne diese Fähigkeit bleibt die Kostenstruktur für den Betrieb großer Satellitenkonstellation prohibitiv.
Hinzu kommt Starship. SpaceX' nächste Raketengenereration kann dreimal so viele Satelliten pro Start transportieren wie die Falcon 9. Gelingt die vollständige Einführung, könnte sich der Abstand zwischen Starlink und seinen chinesischen Konkurrenten nach Einschätzung aus der Branche noch einmal deutlich vergrößern. Das optimistischste Szenario sieht China erst um 2033 auf Starlinks heutigem Niveau.
Strukturelle Grenzen des chinesischen Marktes
SpaceX verdient sein Geld, weil Starlink Nachfrage für eigene Raketen schafft — ein geschlossenes Modell, das in China kein Pendant hat. Dort sind Startups abhängig von staatlichen Konstellationsprojekten, deren Einkaufs- und Deploymentpläne außerhalb ihrer Kontrolle liegen. Reine Privatanbieter für Telekommunikation existieren in China strukturell nicht.
Der chinesische Markt verspricht zwar reale Nachfrage — Mobilität, Seefahrt, Industriestandorte, Katastrophenschutz und Belt-and-Road-Projekte. Allerdings bleibt er staats- und unternehmensorientiert, ohne die Breitenmasse, die Starlinks Modell trägt. Chinesische Börsenaspiranten gehen damit an den Markt, bevor sie Technologie und Umsatz vorweisen können — eine Wette auf künftige Durchbrüche, die SpaceX längst hinter sich hat.
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