SpaceX Aktie: 8,7 Milliarden Dollar Short-Gewinn
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 00:41 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die SpaceX-Aktie rutscht weiter ab. Am Donnerstag notiert das Papier bei 115,24 Euro, ein Minus von 2,19 Prozent. Damit liegt der Kurs nur noch 0,82 Prozent über dem heutigen 52-Wochen-Tief von 114,30 Euro.
Seit dem Hoch im Juni hat die Aktie 40,74 Prozent verloren. Der Ausverkauf trifft SpaceX nicht nur wegen eines einzelnen Testflugs der Starship-Rakete. Leerverkäufer verdienen kräftig mit, und ein Analyst zeigt sich erstmals skeptisch.
Leerverkäufer kassieren Milliarden
Wer auf fallende SpaceX-Kurse gewettet hat, sitzt derzeit auf einem geschätzten Buchgewinn von 8,7 Milliarden Dollar. Das meldet der Datenanbieter Ortex Technologies. Die Wetten laufen seit dem Börsengang im vergangenen Monat.
Der Kurs war vom Rekordhoch von 225,64 Dollar auf den Ausgabepreis von 135 Dollar gefallen. Am Mittwoch unterschritt die Aktie diese Marke erstmals, erholte sich zum Handelsschluss aber knapp darüber.
Fast die Hälfte aller handelbaren SpaceX-Aktien liegt inzwischen verliehen vor, rund 49 Prozent des Streubesitzes. Der Großteil davon dürfte für Leerverkäufe genutzt werden. Ortex-Mitgründer Peter Hillerberg bringt es auf den Punkt: "SpaceX war eine Achterbahnfahrt für die Leerverkäufer, und sie ist fest zu deren Gunsten ausgegangen."
Diese hohe Konzentration an Short-Positionen birgt ein doppeltes Risiko. Die Schwäche der Aktie spiegelt teilweise Sorgen der Investoren über schuldenfinanzierte KI-Ausgaben wider. Jeder Dollar Kursbewegung ist für die Short-Seite mehr als 300 Millionen Dollar wert — der Kurs kann deshalb in beide Richtungen heftig ausschlagen.
Piper Sandler bleibt an der Seitenlinie
Piper-Sandler-Analyst Alexander Potter nimmt die Coverage von SpaceX mit einem neutralen Rating auf. Er sieht das Unternehmen dank wiederverwendbarer Raketentechnik und vertikal integriertem Geschäftsmodell langfristig gut positioniert. Für die nächsten zwölf Monate hält er die Bewertung jedoch für zu teuer, um optimistisch zu werden.
Potter vergibt ein Kursziel von 156 Dollar, sieht aber kurzfristig kaum Aufwärtspotenzial. Als Gründe nennt er auslaufende Haltefristen sowie die Unsicherheit rund um eine mögliche Übernahme durch Tesla. Der Markt brauche zudem Zeit, um SpaceX' Pläne für orbitale KI-Rechenzentren zu bewerten — die Investitionen dafür würden "leicht zig, wenn nicht hunderte Milliarden Dollar jährlich" verschlingen, so Potter.
Die nächste Bewährungsprobe: der Lockup
Neben dem laufenden Starship-Testprogramm richtet sich der Blick der Investoren zunehmend auf ein bevorstehendes Angebotsproblem. Die erste Sperrfrist läuft aus: Mitarbeiter und ausgewählte Frühinvestoren dürfen dann rund 911,5 Millionen Aktien verkaufen. Das Zeitfenster öffnet sich am zweiten Handelstag nach den ersten Quartalszahlen, die Analysten für Anfang August erwarten.
SpaceX hatte beim größten Börsengang der US-Geschichte weniger als 5 Prozent seiner ausstehenden Aktien platziert. Dieser knappe Streubesitz trieb die Bewertung nach dem Nasdaq-Debüt kräftig nach oben. Mit dem Auslaufen der Sperrfristen für Mitarbeiter, Frühinvestoren und Insider ändert sich diese Dynamik nun grundlegend.
Weitere 455,8 Millionen Aktien könnten verkaufsfähig werden, sollte der Kurs an mindestens fünf von zehn Handelstagen vor der Zahlenvorlage über 175,50 Dollar notieren. Bis Anfang Dezember könnten dadurch rund 40 Prozent aller SpaceX-Aktien frei handelbar sein. Die restlichen 60 Prozent, darunter die Anteile von Elon Musk, bleiben voraussichtlich bis Mitte 2027 gesperrt.
Bullen halten noch die Mehrheit
Nicht alle Analysten teilen Potters Zurückhaltung. Laut LSEG-Daten empfehlen 27 von 32 Analysten, die die Aktie beobachten, den Kauf. Vier vergeben ein neutrales Rating, einer rät zum Verkauf.
Die Kombination aus hoher Short-Quote und der nahenden Verkaufswelle durch Insider spricht dafür, dass die Schwankungen bei SpaceX vorerst hoch bleiben — unabhängig davon, wie das laufende Starship-Testprogramm ausgeht.
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