SpaceX Aktie: 229 Dollar Durchschnitt-Kursziel
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 14:07 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Am 7. Juli fällt eine gesetzliche Sperrfrist, die Wall-Street-Banken bislang zum Schweigen verpflichtet hat. Für SpaceX bedeutet das: Dutzende Analysten dürfen ab sofort erstmals eigene Kursziele veröffentlichen. Der Zeitpunkt könnte kaum brisanter sein.
Warum die Sperrfrist überhaupt existiert
Die US-Börsenaufsicht SEC schreibt vor, dass Banken nach einem Börsengang 25 Kalendertage lang keine Kaufempfehlungen oder Kursziele veröffentlichen dürfen. SpaceX startete den Handel vor 25 Tagen. Damit endet die sogenannte Quiet Period am Dienstag.
Betroffen sind Analysten von 23 Banken, die den 86-Milliarden-Dollar-Börsengang begleitet haben. Federführend waren Goldman Sachs, Morgan Stanley, Bank of America, Citigroup und JPMorgan Chase. Ab sofort können sie öffentlich Kauf- oder Verkaufsempfehlungen aussprechen.
Das sagen die ersten Analysten
Bislang haben sich 13 Analysten zur SpaceX-Aktie geäußert, wie das Wall Street Journal berichtet. Sieben von ihnen, also 63 Prozent, vergeben ein Kaufrating. Vier stufen die Aktie neutral ein, zwei raten zum Verkauf.
Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 229 Dollar. Das entspräche einem Kurspotenzial von 45 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.
Am optimistischsten zeigt sich Andrew Beale von Arete Research. Er vergibt ein Kaufrating mit einem Kursziel von 401 Dollar — der höchste Wert am Markt. Beale argumentiert, der Markt unterschätze noch immer das Potenzial der Starship-Rakete und des Satelliten-Nachfolgers StarlinkV3.
Am anderen Ende steht Keith Snyder von CFRA. Er hält als einziger Analyst ein formales Verkaufsrating, mit einem Kursziel von 115 Dollar. Seine Begründung: SpaceX hänge zu stark von unsicheren Erfolgsfaktoren ab. Dazu zählt er die Kommerzialisierung von Starship, orbitales KI-Computing und die Monetarisierung der xAI-Beteiligung.
Eine separate Umfrage von S&P Global unter zwölf Analysten kommt auf ein Konsensrating "Kaufen". Das durchschnittliche Kursziel liegt hier bei 188,17 Dollar — etwa 17,35 Prozent über dem aktuellen Kurs.
Volatilität vor der großen Welle
Trotz überwiegend positiver Stimmung rechnen Marktbeobachter mit heftigen Kursschwankungen, sobald die neue Welle an Research-Berichten einschlägt. Bloomberg-Stratege Art Hogan bringt die Unsicherheit auf den Punkt: "Alle reden darüber, was dieses Unternehmen 2030 sein könnte — nicht darüber, was in den nächsten zwölf Monaten passiert."
Skeptischer äußert sich David Trainer, CEO von New Constructs. Gegenüber Bloomberg sagte er, die Aktie sei "auf Perfektion bepreist, und zwar weit darüber hinaus".
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Das Ende der Sperrfrist fällt exakt auf den Tag, an dem SpaceX in den Nasdaq-100 aufgenommen wird. Das dürfte der Aktie zusätzlichen Rückenwind geben — schließlich bilden zahlreiche Fonds diesen Tech-Index nach.
Leerverkäufer ziehen sich zurück
Die Positionierung am Markt zeigt: Einige Shortseller gehen bereits vor der Analysten-Welle in Deckung. Das Volumen leerverkaufter Aktien schrumpfte am letzten Handelstag vor dem Feiertagswochenende um mehr als die Hälfte, auf 9,52 Millionen Aktien. Am 15. Juni hatte das Short-Interest laut Börsendaten von moomoo noch bei 23,34 Millionen Aktien gelegen.
Auch gehebelte Short-Produkte auf die Aktie verlieren an Zulauf. Das Fondsvolumen des Leverage Shares 2X Short SpaceX Daily ETF schrumpfte auf 92,6 Millionen Dollar, nach einem Höchststand von 166,2 Millionen Dollar am 17. Juni. Der GraniteShares 2x Short SpaceX Daily ETF fiel von 42,7 Millionen auf 30,8 Millionen Dollar.
Der Test für Musks Billionen-Ziel
Die neuen Analysen liefern Investoren erstmals eine unabhängige Einschätzung, wie realistisch Elon Musks langfristige Ziele sind. Der SpaceX-Chef hat für 2030 einen Jahresumsatz von einer Billion Dollar in Aussicht gestellt.
Bislang deckten nur sechs Analysten die Aktie ab. Mit dem Einstieg von Goldman Sachs, Morgan Stanley und JPMorgan könnte sich diese Zahl auf 15 bis 20 erhöhen. Die kommenden Handelstage dürften zeigen, wie stark sich das institutionelle Bild von einem der meistbeachteten Börsengänge der letzten Jahre dadurch verschiebt.
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