SpaceX Aktie: 20-Faches Netzkapazität mit V3-Satelliten
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 16:27 Uhr, Redaktion boerse-global.de
SpaceX steht heute vor einem wichtigen Test: Starship soll zum 13. Mal starten. Gleichzeitig rutscht die Aktie tief in den roten Bereich. Die Kombination aus technischem Fortschritt und Kursschwäche macht diesen Donnerstag zu einem Prüfstein für den Raumfahrtkonzern.
Der Startversuch beginnt um 18:45 Uhr Ortszeit von der texanischen Starbase. An Bord: die erste funktionsfähige Generation der Starlink-V3-Satelliten. SpaceX will damit die Kapazität seines Breitbandnetzes massiv ausbauen. Die neuen Satelliten sollen die Netzkapazität im Vergleich zu aktuellen Falcon-Starts mit V2-Satelliten um mehr als das 20-Fache steigern.
Der Flug ist zugleich der zweite Test der größeren und leistungsstärkeren Starship-V3-Konfiguration. 20 Starlink-V3-Satelliten gehen mit an Bord, treten aber rund 20 Minuten nach der Trennung wieder in die Erdatmosphäre ein. Sie folgen der suborbitalen Flugbahn von Starship und verglühen kontrolliert.
Grünes Licht nach Zwischenfall
Der Start war lange nicht sicher. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte nach einem Zwischenfall bei Flug 12 eine Untersuchung eingeleitet. Am Montag, den 13. Juli, schloss die Behörde das Verfahren ab und machte den Weg für den heutigen Test frei.
SpaceX hat in der Zwischenzeit nachgebessert. Der Konzern verbesserte die Zündsequenz des Boosters für sein Flip-Manöver. Zusätzlich erhöhte er die Zuverlässigkeit der Super-Heavy-Triebwerke beim Wiederzünden.
Die Testziele sind klar definiert. Der Super-Heavy-Booster muss Start, Aufstieg, Stufentrennung, Rückstoßbrand und eine Landung im Golf von Mexiko meistern. Die Oberstufe soll kontrolliert im Indischen Ozean niedergehen.
Aktie fällt unter Ausgabepreis
Während die Technik Fortschritte macht, gerät der Aktienkurs unter Druck. Am Mittwoch fiel die Aktie erstmals seit dem Börsendebüt vor gut einem Monat unter ihren Ausgabepreis. Analysten führen das auf Gewinnmitnahmen und eine Neubewertung der Bewertung zurück.
Aktuell notiert die Aktie bei 118,38 Euro, ein Plus von 0,48 Prozent zum Vortag. Der Kurs liegt damit nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 115,70 Euro, das erst am Dienstag erreicht wurde. Zum Rekordhoch von 194,46 Euro aus dem Juni klafft eine Lücke von fast 40 Prozent.
Die Zahlen der vergangenen Wochen zeigen das Ausmaß der Korrektur deutlich. Binnen sieben Tagen verlor die Aktie über 11 Prozent, auf Monatssicht sind es fast 32 Prozent. Die annualisierte Volatilität von knapp 94 Prozent unterstreicht: Hier bewegt sich der Kurs extrem stark in beide Richtungen.
Operatives Geschäft läuft parallel weiter
Abseits der Kursturbulenzen läuft der operative Betrieb auf Hochtouren. Am Dienstag feierte SpaceX den 600. Flug eines wiederverwendeten Boosters, eingesetzt für einen Starlink-Start. Am heutigen Nachmittag startet zudem eine Falcon 9 von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien – mit 21 Kommunikationssatelliten für die Space Development Agency an Bord.
Diese Satelliten gehören zur sogenannten Tranche-1-Transportschicht. Sie sollen militärische Kommunikation und Raketenfrühwarnsysteme weltweit verbessern.
Auch am Boden expandiert SpaceX. Zwei ländliche Schulbezirke in Texas genehmigten am Mittwoch Steuererleichterungen im Volumen von 1,66 Milliarden Dollar für die geplante Chipfabrik „Terafab". Die Anlage soll Chips für Breitband-Satelliten und Rechenzentren produzieren und mehr als 3.000 Arbeitsplätze schaffen.
Der heutige Starship-Test dürfte zeigen, ob SpaceX die technischen Probleme aus Flug 12 tatsächlich gelöst hat. Ein sauberer Ablauf bei Stufentrennung und Landung im Golf von Mexiko wäre ein starkes Signal – gerade jetzt, wo der Aktienkurs Schwäche zeigt.
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