Sozial-, Gesundheitsbranche

Sozial- und Gesundheitsbranche: Gewerkschaften schalten in den Streikmodus

21.01.2026 - 04:21:12

Die Gewerkschaften in Österreichs Sozial- und Gesundheitswesen schärfen ihre Streikwaffen. Nach einer Betriebsräte-Konferenz in Graz kündigen sie massive Arbeitsniederlegungen an. Damit eskaliert der festgefahrene Tarifkonflikt für 130.000 Beschäftigte. Die nächste Verhandlungsrunde Ende Januar wird zum entscheidenden Stresstest.

Der Grund für den Arbeitskampf ist eine tiefe Kluft bei den Lohnforderungen. Die Gewerkschaften GPA und vida fordern vier Prozent mehr Gehalt für das laufende Jahr. Sie wollen damit die anspruchsvolle Arbeit in Pflege, Gesundheit und sozialen Einrichtungen honorieren.

Die Arbeitgeberseite, vertreten durch die Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ), hält dagegen. Ihr letztes Angebot sah eine gestaffelte Erhöhung vor, die für 2026 real nur 1,72 Prozent bedeutet hätte. Für die Gewerkschaften ist das ein Schlag ins Gesicht. „Dieses Angebot ist nicht annehmbar und zeigt mangelnde Wertschätzung“, so die Kritik.

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Arbeitgeber verweisen auf leere Kassen

Die SWÖ argumentiert mit finanziellen Zwängen. Vorsitzender Erich Fenninger betont, man sei „an die Grenzen des Finanzierbaren“ gestoßen. Schuld seien massive Kürzungen bei Förderungen von Bund, Ländern und Gemeinden. Mehr Lohn sei nur mit mehr öffentlichen Mitteln möglich.

Doch diese Argumentation zieht bei den Gewerkschaften nicht. GPA-Chefverhandlerin Eva Scherz kontert scharf: „Es ist Aufgabe der Arbeitgeber, die Finanzierung sicherzustellen.“ Statt bei den Personalkosten zu sparen, sollten die Arbeitgeber lauter gegenüber der Politik auftreten.

Vom Warnstreik zum flächendeckenden Ausstand

Bereits im Dezember legten Beschäftigte an 300 bis 350 Standorten die Arbeit nieder. Die Warnstreiks betrafen mobile Pflege, Behindertenarbeit und sozialpädagogische Einrichtungen. Jetzt droht eine deutliche Ausweitung.

Die heutige Konferenz war ein klares Machtwort der Basis. Sie gibt den Gewerkschaften Rückenwind für die nächste Verhandlungsrunde am 26. Januar. Die Botschaft an die SWÖ ist unmissverständlich: Ohne ein deutlich verbessertes Angebot wird gestreikt – und zwar richtig.

Kann die Branche, die für Österreichs Sozialsystem unverzichtbar ist, eine flächendeckende Lahmlegung verkraften? Der Druck auf beide Seiten, einen Kompromiss zu finden, war noch nie so hoch.

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