Sophos-Report: Cyberangreifer kompromittieren Active Directory in nur 3,5 Stunden
25.02.2026 - 00:30:37 | boerse-global.deDie Zeit für IT-Sicherheitsteams, auf einen Angriff zu reagieren, schmilzt dramatisch dahin. Laut dem neuen „Sophos Active Adversary Report 2026“ benötigen Kriminelle im Schnitt nur noch drei Stunden und 24 Minuten, um nach einem ersten Einbruch das zentrale Active Directory (AD) eines Unternehmens ins Visier zu nehmen. Das ist ein drastischer Rückgang gegenüber den durchschnittlich zwölf Stunden im Vorjahr. Die Studie, die 661 reale Sicherheitsvorfälle analysierte, zeigt eine beispiellose Effizienzsteigerung bei Cyberkriminellen.
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Active Directory von Microsoft ist das Rückgrat der Identitätsverwaltung in den meisten Unternehmen. Wer diese zentrale Steuerung für Benutzerkonten und Berechtigungen übernimmt, hat praktisch die „Schlüssel zum Königreich“ in der Hand. Angreifer können sich dann als legitime Nutzer mit Administratorrechten ausgeben, Sicherheitssysteme abschalten und sich ungehindert im Netzwerk bewegen – oft als Vorstufe für Ransomware-Angriffe oder Datenklau. Das Zeitfenster für die Verteidigung schließt sich damit alarmierend schnell.
Identitätsdiebstahl ist der häufigste Angriffsweg
Der Report bestätigt einen grundlegenden Wandel: In 67 Prozent der untersuchten Fälle waren kompromittierte Zugangsdaten der Einstiegspunkt für den Angriff. Diese Fokussierung auf identitätsbasierte Attacken macht Active Directory zum primären Ziel. Nachdem sich Angreifer etwa durch Phishing Zugang verschafft haben, zielen ihre nächsten Schritte fast immer auf das AD ab.
Diese Entwicklung macht deutlich: Die neue Sicherheitsgrenze eines Unternehmens ist nicht mehr die Firewall, sondern die digitale Identität jedes Nutzers und Geräts. Wer diese kontrolliert, kontrolliert das gesamte Netzwerk.
Penetrationstests werden zur Überlebensfrage
Angesichts dieser beschleunigten Bedrohungslage wird eine proaktive Verteidigungsstrategie immer dringlicher. Regelmäßige Penetrationstests, die speziell auf Active Directory abzielen, sind kein Luxus mehr, sondern eine fundamentale Notwendigkeit. Dabei simulieren Sicherheitsexperten die Vorgehensweise echter Angreifer, um Schwachstellen aufzudecken, bevor Kriminelle sie ausnutzen können.
Typische AD-Schwachstellen, nach denen gesucht wird, sind schwache Dienstkonten-Passwörter, fehlerhafte Delegierungseinstellungen oder veraltete Protokolle. Die daraus resultierenden Empfehlungen umfassen meist die Durchsetzung des Prinzips der geringsten Rechte, die Implementierung robuster Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) und eine lückenlose Überwachung von Benutzeraktivitäten.
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Ein anhaltendes und sich entwickelndes Risiko
Active Directory steht seit über einem Jahrzehnt im Fokus von Cyberangriffen, doch die Geschwindigkeit und Professionalität der Angreifer haben das Risiko neu definiert. Die ständige Entdeckung neuer Sicherheitslücken – auch in angrenzenden Systemen wie Windows Remote Desktop – bietet eine nie versiegende Quelle für potenzielle Einstiegspunkte.
Das zeigt: Die Sicherheit des Active Directory kann nicht isoliert betrachtet werden. Sie ist untrennbar mit dem gesamten Sicherheitsstatus des Netzwerks verbunden – vom ersten Endgerät bis zum Server.
Die Zukunft erfordert kontinuierliche Verteidigung
Die dramatisch verkürzte Angriffszeit erfordert einen strategischen Wechsel von gelegentlichen Sicherheitschecks hin zu kontinuierlicher Überwachung und schneller Reaktion. Präventive Maßnahmen allein reichen nicht mehr aus. Unternehmen müssen davon ausgehen, dass Eindringlinge erfolgreich sein werden, und ihren Fokus auf schnelle Erkennung und Eindämmung legen.
Priorität haben daher ausgefeilte Identity Threat Detection and Response (ITDR)-Fähigkeiten. Tools, die Active Directory speziell auf Anzeichen einer Kompromittierung überwachen – wie ungewöhnliche Rechteerweiterungen oder verdächtige Konfigurationsänderungen – werden entscheidend. Kombiniert mit regelmäßigen Penetrationstests und einer mehrschichtigen Verteidigungsstrategie bilden sie das Fundament für moderne IT-Sicherheit. Für Unternehmen ist die Sicherheit ihres Active Directory heute synonym mit der Sicherheit des gesamten Unternehmens. Und die Uhr tickt schneller denn je.
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