Solana, Speed-Upgrade

Solana: Speed-Upgrade von Stripe-Tochter

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 19:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Privy und Jito Labs präsentieren FullSend für schnellere Solana-Transaktionen. Das Tool läuft seit Januar und erreicht 99,999 Prozent Zuverlässigkeit.

Solana: Stripe-Tochter Privy launcht Transaktions-Boost FullSend
Ein abstraktes digitales Netzwerk mit leuchtenden Datenströmen und stilisierten Solana-Elementen, das Geschwindigkeit und Technologie darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein neues Werkzeug soll das größte Problem vieler Solana-Anwendungen lösen: die Ungewissheit, ob eine Transaktion überhaupt im Netzwerk landet. Die Stripe-Tochter Privy hat gemeinsam mit dem Solana-Infrastrukturanbieter Jito Labs das Tool FullSend entwickelt — und es lief bereits seit Januar unangekündigt im Produktivbetrieb.

FullSend leitet Transaktionen direkt zum Block-Leader

Statt über öffentliche RPC-Knoten zu laufen, schickt FullSend jede signierte Transaktion direkt an den aktuellen und den nächsten Block-Leader im Solana-Netzwerk, das seine Leader-Rotation alle 400 Millisekunden wechselt. Das drückt die Latenz auf 50 Millisekunden — deutlich unter die üblichen 200 Millisekunden klassischer RPC-Wege. Seit dem Start im Januar erreichte das System nach Angaben der Entwickler eine Zuverlässigkeit von 99,999 Prozent bei Millionen Transaktionen.

Das Tool schützt zudem vor Front-Running und anderen MEV-Praktiken, bei denen Bots Transaktionen ausnutzen. Zielgruppe sind vor allem Fintechs und institutionelle Nutzer, die auf Geschwindigkeit und Verlässlichkeit angewiesen sind. Privy selbst verwaltet nach eigenen Angaben 140 Millionen Accounts und zählt Klarna, Ramp und Hyperliquid zu seinen Kunden.

Netzwerk-Fundamentaldaten laufen dem Kurs voraus

Die technische Aufrüstung fällt in eine Phase, in der Solana ohnehin an mehreren Fronten Fortschritte zeigt. Das Alpenglow-Upgrade, das Proof of History und TowerBFT durch die neuen Mechanismen Votor und Rotor ersetzt, läuft seit Mai auf einem Testcluster und soll die Transaktionsfinalität von zwölf Sekunden auf 150 Millisekunden drücken. Mitgründer Anatoly Yakovenko peilt den Mainnet-Start im dritten Quartal 2026 an. Ende Juni trat zudem der Zahlungsdienstleister MoneyGram als Validator dem Netzwerk bei.

Der SOL-Kurs bewegte sich zuletzt um die 81 Dollar — nach einer Erholung von der Zone bei 63 bis 65 Dollar, die im Juni als Boden diente. Spot-ETFs auf Solana verzeichneten kumulierte Zuflüsse von mehr als 1 Milliarde Dollar, während der Wert tokenisierter Realwerte auf dem Netzwerk mit 3,4 Milliarden Dollar ein Rekordniveau erreichte.

Zwischen der technischen Reife des Netzwerks und der Kursentwicklung bleibt eine spürbare Lücke. Ob Werkzeuge wie FullSend und der geplante Alpenglow-Mainnet-Start im dritten Quartal diese Lücke schließen, dürfte sich an der institutionellen Nutzung in den kommenden Monaten zeigen.

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