Solana: Schwacher Kurs, starke Daten
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 12:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Während Solana neue Rekorde beim Netzwerkverkehr feiert, rutscht der Kurs ab. Diese Kluft zwischen Fundamentaldaten und Kursverlauf treibt Analysten aktuell um — und liefert zwei völlig gegensätzliche Lesarten für die kommenden Wochen.
Makrodruck übertrumpft Netzwerkstärke
SOL gab am Freitag 3,8 Prozent ab und fiel auf 73,53 US-Dollar. Am Samstag pendelte der Kurs bei rund 73,90 US-Dollar. Der Auslöser lag nicht im Netzwerk selbst, sondern im breiten Marktumfeld: Anleiherenditen auf dem höchsten Stand seit 18 Monaten, ein Ölpreis über 100 US-Dollar und Zweifel am Clarity Act schickten Anleger reihenweise aus Risikoanlagen.
Das Netzwerk zeigt derweil ein anderes Bild. Nach dem Alpenglow-Upgrade verarbeitete Solana erstmals mehr als eine Milliarde Non-Vote-Transaktionen innerhalb einer Woche — ein Meilenstein, den das Projekt selbst öffentlich bekannt gab. Der in Solana-Anwendungen gebundene Gesamtwert (TVL) erreichte den höchsten Stand seit Anfang Juni. Allein am 24. Juli setzten dezentrale Börsen auf Solana rund 17 Milliarden US-Dollar um.
ETF-Zulassung trifft auf enge Widerstandsmarken
Parallel zum Kursrückgang genehmigte die NYSE Arca den Handel eines neuen Spot-ETF von Morgan Stanley mit dem Kürzel MSOL und einer Gebühr von 0,14 Prozent. Die Zulassung fällt damit ausgerechnet in eine Phase, in der der Kurs unter Druck steht — ein Timing, das die Diskrepanz zwischen institutionellem Interesse und kurzfristiger Kursschwäche zusätzlich schärft.
Charttechnisch bleiben zwei Marken entscheidend. Die Zone zwischen 63 und 65 US-Dollar gilt als Boden, während 77 US-Dollar die nächste Hürde markiert. Analyst Michaël van de Poppe hält bei einem Ausbruch über diese Marke ein Kursziel von 125 bis 130 US-Dollar für möglich — bei aktuell rund 43 Milliarden US-Dollar Marktwert entspräche das etwa einer Verdopplung.
Ob der Kurs die 77-Dollar-Marke in den kommenden Wochen zurückerobert, entscheidet über die weitere Richtung. Rutscht SOL dagegen unter die Unterstützungszone bei 63 bis 65 US-Dollar, dürfte sich der Fokus vom ETF-Rückenwind wieder auf das schwierige Makroumfeld verschieben.
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