Sojitz, JP3497400006

Sojitz Corp-Aktie (JP3497400006): Neue Rohstoffallianz rückt Seltene Erden in den Fokus

18.05.2026 - 05:51:00 | ad-hoc-news.de

Sojitz Corp arbeitet laut aktuellen Berichten enger mit Sumitomo Metal an Lieferketten für Seltene Erden in Südostasien. Was bedeutet das für das Handels- und Rohstoffgeschäft des japanischen Handelshauses und welche Rolle spielt der deutsche Markt dabei?

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Sojitz Corp steht als japanisches Handelshaus regelmäßig im Fokus, wenn es um Rohstoffe, Energie und industrielle Lieferketten geht. Jüngst sorgten Berichte über eine vertiefte Zusammenarbeit von Sojitz mit Sumitomo Metal beim Aufbau von Lieferketten für Seltene Erden in Südostasien für Aufmerksamkeit, um die Abhängigkeit von China zu verringern, wie ein Beitrag von MarketScreener am 07.05.2026 nahelegt (MarketScreener Stand 07.05.2026). Für Anleger rückt damit das Engagement von Sojitz in strategisch bedeutsamen Zukunftsrohstoffen stärker in den Vordergrund.

Stand: 18.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: Sojitz
  • Sektor/Branche: Handelshaus, Rohstoffe, Industrieinvestments
  • Sitz/Land: Tokio, Japan
  • Kernmärkte: Asien, Nordamerika, Europa
  • Wichtige Umsatztreiber: Automobilhandel, Chemikalien, Energie- und Metallgeschäfte, Konsumgüter
  • Heimatbörse/Handelsplatz: Tokio (Ticker: 2768), Zweitlisting in Form von Hinterlegungsscheinen in anderen Märkten möglich
  • Handelswährung: Japanischer Yen

Sojitz Corp: Kerngeschäftsmodell

Sojitz Corp gehört zu den japanischen Generalhandelsgesellschaften, die traditionell eine sehr breite Aufstellung entlang globaler Waren- und Wertschöpfungsketten haben. Das Geschäftsmodell umfasst den Handel mit physischen Gütern, die Beteiligung an Energie- und Rohstoffprojekten sowie die Finanzierung und Strukturierung von Industrieprojekten, wie im Geschäftsbericht für das zum 31.03.2024 beendete Geschäftsjahr erläutert wird, der am 07.05.2024 veröffentlicht wurde (Sojitz Investor Relations Stand 07.05.2024).

Ein zentraler Baustein des Kerngeschäfts sind Großhandelsaktivitäten und sogenannte Offtake-Vereinbarungen mit Minenbetreibern, Herstellern und Endkunden. Sojitz bündelt dabei Volumina, übernimmt Logistikfunktionen und trägt teilweise Preis- und Kreditrisiken, wofür das Unternehmen Margen und Gebühren erhält. In Segmenten wie Chemikalien, Lebensmitteln oder Industrieanlagen tritt Sojitz auch als Distributionspartner internationaler Marken auf und erschließt diesen Herstellern asiatische und insbesondere japanische Absatzmärkte.

Neben dem klassischen Handelsgeschäft engagiert sich Sojitz zunehmend in Beteiligungen, etwa an Infrastruktur-, Energie- und Mobilitätsprojekten. Das Unternehmen investiert in Joint Ventures, Infrastrukturbetreiber und Dienstleistungsunternehmen und erzielt damit wiederkehrende Ergebnisbeiträge aus Dividenden und Gewinnanteilen, wie aus den Segmentangaben für das Geschäftsjahr 2023/24 hervorgeht, die Sojitz am 07.05.2024 veröffentlichte (Sojitz Finanzberichte Stand 07.05.2024). Diese Mischform aus Handels- und Investmenthaus macht den Konzern weniger abhängig von kurzfristigen Preisschwankungen einzelner Rohstoffe.

Strategisch ist das Geschäftsmodell eng mit globalen Trends verknüpft. Sojitz positioniert sich entlang von Themen wie Urbanisierung, wachsender Konsum in Asien, Dekarbonisierung und Digitalisierung, indem das Unternehmen frühzeitig Lieferketten und Infrastrukturprojekte in Wachstumsmärkten mitentwickelt. Das Management betont in seinen Präsentationen, dass das Unternehmen langfristige Partnerschaften mit Industrie- und Regierungspartnern anstrebt und damit auf eine stabile, wenn auch zyklische, Ertragsbasis setzt.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Sojitz Corp

Die Umsätze von Sojitz Corp verteilen sich traditionell auf mehrere große Segmente. Im Geschäftsjahr 2023/24, das am 31.03.2024 endete und dessen Zahlen Sojitz am 07.05.2024 vorlegte, zählten insbesondere die Bereiche Automobil- und Mobilitätsgeschäft, Chemikalien, Metall- und Ressourcenhandel sowie die Lebensmittel- und Konsumgütersparte zu den wichtigsten Umsatzbringern, wie die Segmentübersicht im Geschäftsbericht zeigt (Sojitz Finanzberichte Stand 07.05.2024).

Im Metall- und Ressourcenbereich erzielt Sojitz Erlöse mit dem Handel und der Vermarktung von Produkten wie Kohle, Industriemetallen und Spezialrohstoffen. Die Margen hängen hier stark von den Weltmarktpreisen und der Nachfrage der Abnehmerbranchen ab. Durch langfristige Lieferverträge versucht Sojitz, die Volatilität etwas zu glätten, bleibt aber strukturell den Rohstoffzyklen ausgesetzt. Die jüngsten Pläne, Lieferketten für Seltene Erden in Südostasien mit aufzubauen, könnten langfristig zu einem Ausbau dieses Segments führen, falls entsprechende Projekte in Produktion gehen.

Die Sparte Chemikalien und Industriewerkstoffe liefert Produkte an eine Vielzahl industrieller Kunden, etwa aus der Automobil-, Bau- oder Verpackungsindustrie. Diese Geschäfte sind im Vergleich zu Rohstofftrading oft weniger volatil, da sie stärker von langfristigen Lieferbeziehungen geprägt sind. Gleichzeitig reagiert die Sparte sensibel auf Konjunkturabschwünge, weil Kunden ihre Bestellungen bei nachlassender Nachfrage zurückfahren. Sojitz versucht, durch Portfolio-Management mit höher margigen Spezialchemikalien die Ertragsqualität zu verbessern.

Ein weiterer zentraler Treiber sind Mobilitäts- und Automobilaktivitäten. Dazu gehören unter anderem der Vertrieb von Fahrzeugen bestimmter Marken, Dienstleistungen rund um Flottenmanagement und in einigen Fällen Beteiligungen an Händlern oder Leasinggesellschaften. In aufstrebenden Märkten Asiens entstehen hier Wachstumschancen, während etablierte Märkte stärker umkämpft sind. Die Erträge in diesem Segment sind zudem von Zinsniveau und Verbraucherfinanzierung abhängig, da diese Faktoren die Nachfrage nach Fahrzeugen beeinflussen.

Flankiert werden diese Kernsegmente von Investitionen in Infrastrukturprojekte, Energieerzeugung und städtische Dienstleistungen. Diese Beteiligungen generieren häufig stabilere Cashflows in Form von Gebühren oder Dividenden, erfordern aber hohe Anfangsinvestitionen. Im Integrated Report 2024, veröffentlicht am 07.05.2024, hebt Sojitz hervor, dass solche Beteiligungen mit Fokus auf nachhaltige Infrastruktur zu den strategischen Wachstumsfeldern zählen (Sojitz Integrated Report Stand 07.05.2024).

Neue Lieferketten für Seltene Erden: Bedeutung der Kooperationen

Laut einer Meldung vom 07.05.2026 arbeitet Sojitz mit Sumitomo Metal daran, Lieferketten für Seltene Erden in Südostasien auszubauen, um die Abhängigkeit von chinesischen Lieferanten zu verringern, wie MarketScreener berichtet (MarketScreener Stand 07.05.2026). Solche Projekte zielen darauf ab, Abbau, Verarbeitung und Logistik von kritischen Rohstoffen wie Neodym oder Dysprosium über alternative Standorte und Partner zu organisieren.

Für Sojitz bedeutet die Beteiligung an solchen Initiativen eine strategische Erweiterung im Bereich kritischer Mineralien. Seltene Erden werden für Permanentmagneten in Windkraftanlagen, Elektromotoren und viele Hightech-Anwendungen benötigt. Mit der Diversifizierung der Bezugsquellen könnte Sojitz langfristig in der Lage sein, industriepolitische Ziele von Abnehmerländern zu unterstützen, die ihre Lieferketten widerstandsfähiger gestalten wollen. Dies kann wiederum helfen, langfristige Lieferverträge mit Industriekunden in Europa, Nordamerika und Asien zu sichern.

Die Initiative hat zudem einen geopolitischen Hintergrund. Viele Industriestaaten versuchen, ihre Abhängigkeit von einzelnen Lieferländern bei kritischen Rohstoffen zu verringern. Japan zählt dabei zu den Ländern, die früh auf Diversifizierung gesetzt haben. Sojitz bringt als Handelshaus seine Erfahrung im Aufbau und Management komplexer transnationaler Liefernetze ein, während Rohstoffpartner wie Sumitomo Metal technische und operationelle Expertise im Bergbau und in der Metallurgie beitragen.

Aus Sicht von Rohstoffabnehmern in Europa, inklusive Deutschland, kann eine breitere Lieferbasis mittelfristig Versorgungssicherheit stärken. Zwar sind Projekte zu Seltenen Erden meist langfristig angelegt und benötigen mehrere Jahre bis zur vollen Produktion, doch frühe Engagements wie das von Sojitz können später eine wichtige Rolle bei der Belieferung von Herstellern spielen, die in Europa Fertigungsstätten für Elektrofahrzeuge, Windanlagen oder Elektronik betreiben.

Finanzprofil und jüngste Geschäftsentwicklung von Sojitz

Die jüngsten umfassenden Finanzdaten von Sojitz liegen für das Geschäftsjahr 2023/24 vor, das am 31.03.2024 endete und dessen Zahlen am 07.05.2024 veröffentlicht wurden. In diesem Zeitraum erzielte Sojitz nach Unternehmensangaben einen Umsatz im mittleren einstelligen Billionenbereich in Yen sowie einen Nettogewinn im niedrigen hundertmilliarden Yen Bereich, wobei der Konzern von soliden Beiträgen aus den Segmenten Automobil, Chemikalien und Infrastruktur profitierte, wie aus der Ergebnispräsentation hervorgeht (Sojitz Ergebnispräsentation Stand 07.05.2024).

Das Management stellte im Rahmen der Veröffentlichung des Jahresergebnisses eine Guidance für das laufende Geschäftsjahr 2024/25 vor, in der ein stabiler bis moderat steigender Nettogewinn in Aussicht gestellt wurde, vorausgesetzt, dass globale Konjunktur und Rohstoffmärkte nicht stark einbrechen. Gleichzeitig betonte das Unternehmen, dass Währungsschwankungen, insbesondere des Yen gegenüber dem US-Dollar, die ausgewiesenen Ergebnisse in Yen beeinflussen können, da viele Transaktionen in Dollar denominiert sind.

Im Cashflow-Profil sieht sich Sojitz solide aufgestellt. Der operative Cashflow wird maßgeblich von Working-Capital-Schwankungen im Handelsgeschäft geprägt. Im Geschäftsjahr 2023/24 gelang es dem Unternehmen, einen positiven freien Cashflow zu erwirtschaften, nachdem Investitionen in Beteiligungen und Projekte durch operative Mittelzuflüsse und selektive Desinvestitionen gedeckt wurden, wie im Cashflow-Statement der am 07.05.2024 publizierten Abschlüsse ausgeführt wird (Sojitz Finanzberichte Stand 07.05.2024).

Auf der Bilanzseite spielt das Eigenkapitalniveau und die Verschuldung in Relation zur Bilanzsumme eine wichtige Rolle, da die Handels- und Projektfinanzierungsaktivitäten von Sojitz eine solide Kapitalbasis voraussetzen. Das Unternehmen verfolgt eine Politik, die auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital abzielt und strebt eine schrittweise Verbesserung der Eigenkapitalquote an, wie im Integrated Report 2024 dargelegt. Dies dient auch dazu, Ratings von Kreditagenturen zu stützen, die für die Refinanzierungskosten entscheidend sind.

Dividendenpolitisch hat Sojitz in den vergangenen Jahren versucht, eine verlässliche Ausschüttung zu etablieren. Für das Geschäftsjahr 2023/24 schlug das Management eine Dividende vor, die einer Ausschüttungsquote im Bereich eines moderaten Anteils des Nettogewinns entspricht, wie aus den am 07.05.2024 veröffentlichten Unterlagen hervorgeht. Für einkommensorientierte Investoren ist die Kombination aus Dividendenzahlungen und potenziellem Kurszuwachs ein wichtiger Aspekt der Anlageüberlegungen, wobei die Ausschüttungsfähigkeit letztlich von den zukünftigen Ergebnissen abhängt.

Strategie, Transformation und Fokus auf Nachhaltigkeit

Strategisch richtet Sojitz seine Aktivitäten entlang eines mehrjährigen Mittelfristplans aus, der im Integrated Report 2024 umrissen wird. Das Unternehmen fokussiert sich auf Geschäftsfelder, in denen es aufgrund seines Netzwerkes, seines Know-hows und seiner regionalen Präsenz einen strukturellen Vorteil sieht. Dazu zählen neben traditionellen Bereichen wie Metall- und Energiehandel zunehmend Themen wie erneuerbare Energien, Mobilitätslösungen, Gesundheitswesen und digitale Dienstleistungen (Sojitz Integrated Report Stand 07.05.2024).

Ein zentrales Ziel ist der Aufbau von Portfolio-Clustern mit höherer Ertragsqualität und geringerer Volatilität. Dazu verkauft Sojitz schrittweise Beteiligungen oder Geschäfte mit strukturell niedrigen Margen oder hohen Risiken und reinvestiert die Mittel in Projekte mit langfristigem Wachstumspotenzial. Beispiele sind Investitionen in Infrastruktur für erneuerbare Energie, städtische Dienstleistungen oder digitale Plattformen in Schwellenländern, bei denen Sojitz als strategischer Partner auftritt.

Nachhaltigkeit und ESG-Aspekte (Environment, Social, Governance) nehmen eine zunehmende Rolle ein. Sojitz beschreibt in seinen Nachhaltigkeitsberichten Ziele für CO2-Reduktion, verantwortungsvolle Lieferketten und soziale Wirkung, etwa im Bereich Arbeitssicherheit oder lokaler Entwicklung. Im Kontext von Rohstoffen wie Seltenen Erden betont das Unternehmen den Anspruch, Umweltauflagen und Governance-Standards zu erfüllen und mit lokalen Partnern an verantwortungsvollen Fördermethoden zu arbeiten, wie in ESG-Präsentationen für Investoren hervorgehoben wird.

Auch interne Transformationsthemen prägen die Strategie. Sojitz investiert in digitale Systeme zur besseren Steuerung des Handelsgeschäfts, in Datenanalytik für Preis- und Risikoentscheidungen sowie in Programme zur Mitarbeiterentwicklung. Die Fähigkeit, weltweit unterschiedliche Projekt- und Handelsaktivitäten zu koordinieren, hängt stark von der Qualität der internen Prozesse ab. Die Modernisierung der IT- und Risikomanagementsysteme soll laut Management dabei helfen, Risiken besser zu quantifizieren und das Portfolio effizienter zu steuern.

Branchentrends und Wettbewerbsposition

Sojitz bewegt sich im Umfeld der großen japanischen Handelshäuser, zu denen unter anderem Mitsubishi Corporation, Mitsui, Itochu, Marubeni und Sumitomo zählen. Diese Konzerne weisen häufig deutlich größere Bilanzsummen auf und sind in manchen Segmenten stärker diversifiziert. Sojitz positioniert sich innerhalb dieser Gruppe als vergleichsweise fokussiertes und agileres Handelshaus, das in ausgewählten Nischen präsenter ist und schneller Portfolioanpassungen vornehmen kann, wie aus den Ausführungen des Managements im Integrated Report 2024 hervorgeht (Sojitz Integrated Report Stand 07.05.2024).

Global wird der Rohstoff- und Handelssektor weiterhin von Themen wie Energiewende, Digitalisierung der Lieferketten und geopolitischer Fragmentierung geprägt. Für Handelshäuser wie Sojitz ergeben sich daraus Chancen, etwa beim Aufbau neuer Lieferketten für kritische Rohstoffe, beim Handel mit LNG als Übergangsenergie oder bei der Finanzierung von Infrastrukturprojekten in Schwellenländern. Gleichzeitig entstehen Risiken, wenn Handelskonflikte, Sanktionen oder Exportbeschränkungen bestimmte Warenströme beeinträchtigen.

In vielen Märkten haben Handelshäuser Konkurrenz durch spezialisierte Trader, Investmentbanken oder integrierte Rohstoffkonzerne. Sojitz versucht, sich durch sein breites Netzwerk, lokale Präsenz in zahlreichen Ländern und die Kombination aus Handels- und Beteiligungsgeschäft zu differenzieren. In Wachstumsmärkten wie Teilen Südostasiens oder Afrika spielt zudem die Fähigkeit, komplexe Projekte inklusive Finanzierung, Technik und Betrieb zu koordinieren, eine wichtige Rolle. Hier knüpft Sojitz an eine lange Tradition japansicher Handelshäuser an, als Vermittler zwischen Technologieanbietern, Regierungen und Finanzinstituten aufzutreten.

Ein weiterer Branchentrend ist die wachsende Bedeutung von Transparenz und Compliance in den Lieferketten. Regulatorische Vorgaben in Europa, etwa Sorgfaltspflichten in Lieferketten, erzeugen zusätzlichen Aufwand, eröffnen aber auch Chancen für Unternehmen, die hohe Standards etablieren können. Sojitz stellt in seinen Berichten heraus, dass es Compliance-Strukturen ausbaut und seine Partner hinsichtlich Umwelt- und Sozialkriterien prüft. Dies kann für Abnehmer in regulierten Märkten ein wichtiges Auswahlkriterium sein, wenn sie sich für Lieferanten entscheiden.

Warum Sojitz Corp für deutsche Anleger relevant ist

Für Anleger in Deutschland ist Sojitz Corp aus mehreren Gründen interessant. Zum einen ist das Unternehmen an der Börse in Tokio notiert und damit relativ leicht über internationale Broker handelbar. Indirekt spiegelt sich die Entwicklung solcher japanischer Handelshäuser außerdem in Indizes wider, in denen europäische Anleger teilweise investiert sind. Sojitz ist zwar nicht in den großen deutschen Leitindizes vertreten, trägt aber über seine internationale Tätigkeit zur Versorgung der deutschen Industrie mit Rohstoffen und Vorprodukten bei.

Besonders relevant ist die Rolle von Sojitz in globalen Rohstoff- und Industrieketten. Deutsche Unternehmen aus den Bereichen Automobilbau, Maschinenbau, Chemie oder erneuerbare Energien sind auf zuverlässige Lieferketten für Rohstoffe und Komponenten angewiesen. Sojitz fungiert in einigen Fällen als Zwischenhändler oder Projektpartner und kann damit indirekt zur Stabilität von Lieferströmen beitragen, etwa wenn es um Spezialchemikalien, Metalle oder technische Anlagen geht, wie aus den Projektbeispielen in den Unternehmensunterlagen hervorgeht (Sojitz Unternehmensprofil Stand 07.05.2024).

Darüber hinaus kann die Diversifizierung über internationale Handelshäuser für Portfolios deutscher Privatanleger eine Möglichkeit darstellen, an globalen Rohstoff- und Projektzyklen teilzuhaben, ohne direkt einzelne Minen- oder Energieunternehmen zu halten. Sojitz bündelt verschiedene Engagements in einer Aktie, was Chancen und Risiken aus zahlreichen Projekten in unterschiedlichen Regionen kombiniert. Die Bewertung und Kursentwicklung dieser Titel hängt allerdings von vielen makroökonomischen Faktoren ab, wie dem Yen-Kurs, Rohstoffpreisen und der weltweiten Konjunktur.

Die wachsende Bedeutung kritischer Rohstoffe für Zukunftsbranchen wie Elektromobilität, Windenergie oder Elektronik erhöht zudem das Interesse an Unternehmen, die an entsprechenden Lieferketten beteiligt sind. Sojitz Engagement in Projekten rund um Seltene Erden und andere kritische Mineralien verbindet die Entwicklung asiatischer Förderprojekte mit den Lieferbedürfnissen industrieller Zentren in Europa, wozu auch Deutschland zählt. Dies kann für langfristig orientierte Investoren ein Argument sein, die Entwicklung des Unternehmens genauer zu verfolgen.

Risiken und offene Fragen

Wie jedes global agierende Handelshaus ist Sojitz einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Die Ertragslage hängt in weiten Teilen von der Weltkonjunktur, den Rohstoffpreisen und den globalen Handelsströmen ab. Ein synchroner Abschwung in wichtigen Abnehmerregionen oder ein Rückgang der Rohstoffpreise kann die Margen im Handelsgeschäft und die Ergebnisse von Beteiligungen unter Druck setzen. Sojitz weist in seinen Risikoberichten ausdrücklich auf die Zyklizität der Geschäfte hin, etwa im Metall- und Energiehandel (Sojitz Investor Relations Stand 07.05.2024).

Geopolitische Spannungen und regulatorische Veränderungen stellen weitere Unsicherheitsfaktoren dar. Exportkontrollen, Sanktionen oder politische Instabilität in einzelnen Ländern können dazu führen, dass geplante Projekte verzögert oder eingestellt werden. In Regionen mit schwächerer Governance besteht zudem das Risiko, dass Partner nicht die gewünschten Standards in Bezug auf Umwelt oder soziale Belange erfüllen. Dies kann sowohl finanzielle als auch Reputationsrisiken nach sich ziehen, wenn Kunden in regulierten Märkten strengere Anforderungen stellen.

Aus Sicht von Aktionären zählen auch Fremdwährungsrisiken zu den wichtigen Themen. Sojitz bilanziert in Yen, generiert aber Teile seiner Erlöse in anderen Währungen. Schwankungen des Yen gegenüber dem Dollar oder dem Euro können die ausgewiesenen Ergebnisse und die bilanzielle Bewertung von Beteiligungen beeinflussen. Das Unternehmen setzt laut seinen Finanzberichten Instrumente zum Währungs- und Zinsmanagement ein, um diese Risiken zu begrenzen, kann sie aber nicht vollständig eliminieren.

Offene Fragen betreffen häufig die konkrete Ausgestaltung und Wirtschaftlichkeit von neuen Projekten, etwa in den Bereichen Seltene Erden, erneuerbare Energien oder digitale Plattformen. Für Anleger bleibt wichtig zu beobachten, ob Sojitz die angestrebte Verbesserung der Portfolioqualität und die Transformation in wachstumsstärkere, weniger volatile Segmente nachhaltig umsetzen kann. Die künftigen Quartals- und Jahresberichte werden Hinweise liefern, ob die angestrebten Renditen auf das eingesetzte Kapital erreicht werden.

Offizielle Quelle

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Fazit

Sojitz Corp ist als japanisches Handelshaus breit in globalen Rohstoff- und Industrieketten verankert und verbindet klassisches Handelsgeschäft mit Beteiligungen an Infrastruktur- und Industrieprojekten. Die jüngst bekannt gewordene Zusammenarbeit mit Sumitomo Metal beim Aufbau von Lieferketten für Seltene Erden in Südostasien unterstreicht den Anspruch, in strategischen Zukunftsrohstoffen eine aktivere Rolle zu spielen. Für deutsche Anleger ist Sojitz vor allem über die indirekte Bedeutung für Rohstoff- und Komponentenlieferungen an die exportorientierte Industrie sowie als Diversifikationsbaustein in internationalen Portfolios interessant. Gleichzeitig bleibt das Engagement mit typischen Risiken zyklischer Rohstoff- und Handelsgeschäfte sowie geopolitischer und währungsbedingter Unsicherheiten verbunden, die bei der Einordnung der Aktie zu berücksichtigen sind.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

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