SoftBank, Intel

SoftBank und Intel entwickeln Energiespar-Speicher für KI

03.02.2026 - 11:24:12

SoftBank und Intel kooperieren bei der Entwicklung von Z-Angle Memory, einer neuen Speicherarchitektur, die den Energieverbrauch halbieren und die Kapazität deutlich erhöhen soll.

SoftBank und Intel starten eine Allianz gegen den enormen Stromhunger von KI-Rechenzentren. Ihr Ziel: Bis 2030 einen revolutionären Hochleistungsspeicher auf den Markt zu bringen.

Die japanische Investmentgruppe und der US-Chipriese haben eine strategische Partnerschaft zur Entwicklung von „Z-Angle Memory“ (ZAM) bekannt gegeben. Die neue Speicherarchitektur soll den Energieverbrauch halbieren und gleichzeitig die Kapazität im Vergleich zu heutigen Standards verdoppeln bis verdreifachen. Damit zielen die Konzerne direkt auf einen der größten Engpässe im KI-Boom: den immensen Strombedarf der Datenzentren.

Die Jagd auf den „Memory Wall“

Der explosionsartige Aufstieg großer Sprachmodelle stellt die Hardware vor immense Herausforderungen. Aktuelle Hochgeschwindigkeitsspeicher wie High Bandwidth Memory (HBM) sind schnell, aber wahre Stromfresser. Sie treiben die Betriebskosten von KI-Infrastrukturen in die Höhe.

Anzeige

Viele Unternehmen unterschätzen die rechtlichen Folgen beim Einsatz von KI – seit August 2024 gelten konkrete Pflichten für Anbieter, Entwickler und Betreiber. Wer Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und Dokumentationsanforderungen missachtet, riskiert Bußgelder und Nachbesserungen. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung erklärt kompakt, welche Schritte jetzt nötig sind, wie Sie Ihr System korrekt klassifizieren und welche Fristen gelten. Jetzt kostenlosen Umsetzungsleitfaden zur KI-Verordnung herunterladen

Hier setzt ZAM an. Die Technologie basiert auf einem gestapelten DRAM-Design, das von Intels Forschungsinitiative „Next Generation DRAM Bonding“ profitiert. Ursprünglich wurde diese Forschung vom US-Energieministerium gefördert. Der Clou: Durch neuartige Verbindungstechniken sollen Standard-Speicherchips effizienter gestapelt werden, was den Energieverbrauch pro Rechenoperation drastisch senken könnte.

Arbeitsteilung mit langem Atem

Die Partnerschaft ist klar aufgeteilt. Die neu gegründete SoftBank-Tochter Saimemory übernimmt die kommerzielle Führung. Sie treibt die Forschung, Entwicklung und Fertigungstechnologie voran. Intel bringt sein validiertes Grundlagen-Know-how, Ingenieursunterstützung und Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit US-Forschungslaboren ein.

Der Zeitplan zeigt, dass Geduld gefragt ist:
* Geschäftsjahr 2027 (Ende März 2028): Fertigstellung der ersten ZAM-Prototypen.
* Geschäftsjahr 2029 (Ende März 2030): Volle Kommerzialisierung und Serienproduktion.

Für SoftBank ist das ein strategischer Schachzug. Das Unternehmen baut damit seine Rolle in der Halbleiter-Lieferkette aus, die bisher stark von der Beteiligung am Chipdesigner Arm geprägt war. Analysten sehen darin den Versuch, sich als Schlüsselakteur für die physische KI-Infrastruktur zu positionieren.

Antwort auf die KI-Energiekrise

Die Ankündigung kommt zum richtigen Zeitpunkt. Der Energiebedarf von Rechenzentren wächst rasant und zieht zunehmend Kritik von Umweltseite auf sich. Die Speicherebene gilt als eine der größten Quellen für Hitze und Stromverbrauch in KI-Systemen.

„Herkömmliche Speicherarchitekturen sind den Anforderungen moderner KI-Workloads nicht mehr gewachsen“, erklärt Dr. Joshua Fryman, Intel Fellow. Eine effizientere Speichertechnologie wie ZAM könnte die Gesamtbetriebskosten für das Trainieren und Ausführen von KI-Modellen spürbar senken. Die Börse honoriert die Pläne: Nach der Bekanntgabe legten die Intel-Aktien um rund 5 Prozent zu, SoftBank gewann über 3 Prozent.

Vertiefung der US-japanischen Tech-Allianz

Die Kooperation ist mehr als ein Firmenbündnis. Sie spiegelt die wachsende technologische Zusammenarbeit zwischen Japan und den USA wider, die von beiden Regierungen politisch forciert wird. Hier verbindet sich US-Spitzenforschung aus Laboren wie Sandia und Lawrence Livermore mit japanischem Kapital und kommerziellem Ambition.

SoftBank hatte bereits im August 2025 seine Überzeugung von Intels Zukunft bekräftigt und zwei Milliarden Euro in das Unternehmen investiert. Die ZAM-Entwicklung ist nun ein erstes konkretes Ergebnis dieser vertieften Beziehung.

Langer Weg bis zur Marktreife

Trotz des großen Versprechens ist der Weg zur Serienproduktion lang und steinig. Der Speichermarkt ist hart umkämpft und zyklisch. Etablierte Giganten wie SK Hynix und Samsung beherrschen derzeit das HBM-Geschäft. Saimemory und Intel müssen beweisen, dass sich ZAM in hoher Ausbeute und zu konkurrenzfähigen Kosten fertigen lässt.

In den nächsten ein bis zwei Jahren wird die Branche gespannt auf erste Tech-Demos der Partner schauen. Können die für 2028 geplanten Prototypen die versprochenen Einsparungen belegen, könnte Z-Angle Memory zu einer Schlüsseltechnologie für nachhaltige KI-Infrastrukturen werden. Klar ist: Der Wettlauf um die Lösung des KI-Energieproblems hat nun die Speicherarchitekturen selbst erreicht.

Anzeige

PS: Übergangsfristen laufen – sind Ihre KI-Modelle richtig eingeordnet? Der Gratis-Leitfaden fasst die wichtigsten Anforderungen, Kennzeichnungspflichten und Dokumentationspflichten praxisnah zusammen, damit Entwickler und Unternehmen schnell handeln können. Holen Sie sich die Checkliste für die sofortige Umsetzung und vermeiden Sie teure Nachforderungen. Kostenlosen KI-Compliance-Leitfaden jetzt herunterladen

@ boerse-global.de