SoftBank, Aktie

SoftBank Aktie: Verschlechterung erwartet?

08.01.2026 - 09:36:32

SoftBank startet mit gesplitteten ADRs in den USA und treibt seine KI-Strategie mit Milliardeninvestitionen in OpenAI und DigitalBridge voran. Der Markt bewertet den Spagat zwischen Wachstumsambitionen und steigender Verschuldung.

SoftBank startet heute in den USA mit gesplitteten ADRs in den Handel, während der Konzern zugleich seine größte strategische Neuausrichtung Richtung Künstliche Intelligenz vollzieht. Im Zentrum stehen milliardenschwere Investments in OpenAI und der Zukauf von Infrastruktur für Rechenzentren. Entscheidend wird nun, wie der Markt den Spagat zwischen Wachstumsambitionen und steigender Verschuldung bewertet.

Aktiensplit und Marktreaktion

Seit heute werden die SoftBank-ADRs (Ticker: SFTBY) in den USA im Verhältnis 4:1 splitbereinigt gehandelt. Der Schritt folgt dem Aktiensplit der in Tokio notierten Stammaktien, der bereits zum 1. Januar umgesetzt wurde.

Ziel der Maßnahme ist es, die Handelbarkeit zu verbessern und den Zugang für Privatanleger im US-Markt zu erleichtern. Am fundamentalen Unternehmenswert ändert sich dadurch nichts, kurzfristig kann ein Split jedoch zu erhöhter Schwankung führen, wenn Orderbücher an die neuen Preisniveaus angepasst werden.

In Tokio werden die gesplitteten Aktien (Ticker: 9984.T) bereits seit Wochenbeginn gehandelt. Am Mittwoch schlossen sie bei 4.629 Yen, ein Minus von 1,91 % vor dem Hintergrund einer Sektorrotation im Technologiesegment.

Milliardenumschichtung in Richtung KI

Der Aktiensplit fällt in eine Phase, in der CEO Masayoshi Son die Ausrichtung des Konzerns konsequent auf Künstliche Intelligenz und insbesondere „Artificial Super Intelligence“ (ASI) verschiebt. Über die Feiertage bestätigte SoftBank zwei zentrale Transaktionen, die das Portfolio deutlich neu strukturieren.

OpenAI-Beteiligung abgeschlossen

SoftBank hat seine Investition in OpenAI in Höhe von insgesamt 41 Milliarden US-Dollar offiziell abgeschlossen. In der letzten Dezemberwoche 2025 wurde die abschließende Tranche von rund 22,5 Milliarden US-Dollar überwiesen.

Damit sichert sich der Konzern einen Anteil von etwa 11 % am Entwickler von ChatGPT. Die Mittel stammen überwiegend aus dem Vision Fund 2 sowie direkt von der Bilanz. SoftBank wird damit größter externer Finanzier des „Stargate“-Projekts, einer auf rund 500 Milliarden US-Dollar angelegten Initiative zum Aufbau massiver KI-Rechenkapazitäten in den USA.

Zukauf von DigitalBridge

Ergänzend zur Softwareseite vereinbarte SoftBank am 29. Dezember 2025 die Übernahme von DigitalBridge Group für rund 4 Milliarden US-Dollar. Der Kaufpreis von 16,00 US-Dollar je Aktie soll vollständig in bar bezahlt werden.

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Mit DigitalBridge erhält SoftBank Zugang zu wesentlichen „Physical AI“-Assets wie Rechenzentren, Glasfasernetzen und Edge-Infrastruktur. Der Abschluss der Transaktion wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen.

Strategie „AI Silicon Trinity“

Die jüngsten Schritte markieren die erste abgeschlossene Phase von Sons „AI Silicon Trinity“-Strategie. Ziel ist ein möglichst vertikal integrierter Aufbau der KI-Wertschöpfungskette:

  • Rechenleistung (Compute): Arm Holdings (Chip-Architektur), Ampere Computing (Server-CPUs)
  • Infrastruktur: DigitalBridge (Rechenzentren, Netze) und das Stargate-Projekt
  • Intelligenz: OpenAI (Basismodelle)

Analysten sehen in der strategischen Logik einen klaren roten Faden, verweisen jedoch auf die hohe finanzielle Belastung. Zur Finanzierung der OpenAI-Beteiligung nutzt SoftBank unter anderem margenbesicherte Kredite auf Arm-Aktien. Die verhaltene Kursentwicklung in Tokio in dieser Woche spiegelt Bedenken hinsichtlich der gestiegenen Verschuldung und der langen Amortisierungsdauer wider; OpenAI wird erst ab 2028 mit einem positiven Ergebnisbeitrag erwartet.

Ausblick und Charttechnik

Für den weiteren Wochenverlauf wird beim Handel der ADRs mit überdurchschnittlichen Umsätzen gerechnet, da US-Anlegerportfolios an den Aktiensplit angepasst werden.

Technisch konsolidiert die Tokio-Notiz derzeit im Bereich um 4.600 Yen.
– Ein nachhaltiger Rutsch unter 4.500 Yen würde verstärkte Zweifel an den erwarteten Synergien der neuen KI-Strategie signalisieren.
– Ein Anstieg über 4.800 Yen würde dagegen das positive Bewertungsmodell auf Basis der Summe der Teile stützen.

Der nächste zentrale Termin ist die anstehende Quartalsbilanz im Februar. Dann will das Management Details zur Integration der DigitalBridge-Assets vorlegen und mögliche Anpassungen der angestrebten Loan-to-Value-Quoten nach den jüngsten Kapitalmaßnahmen erläutern.

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