SoftBank, Aktie

SoftBank Aktie: Schwankungsreich

23.01.2026 - 19:27:32

Nach einem starken Vortag verliert die SoftBank-Aktie, belastet durch Kursrückgänge bei Intel und kritischere Einschätzungen zur Bewertung von OpenAI. Das Portfolio zeigt sich an mehreren Fronten unter Druck.

Nach dem zweistelligen Kurssprung am Donnerstag kommt die SoftBank-Aktie heute spürbar zurück. In Tokio verliert der Titel rund 1,2 % und entwickelt sich damit schwächer als der Nikkei 225, der leicht im Plus schließt. Auslöser sind Gegenwind im Portfolio – vor allem bei Intel – sowie eine kritischere Sicht auf die hohe Bewertung von OpenAI.

Im Kern steht die Frage, ob der jüngste AI-getriebene Bewertungsaufschlag die Risiken im SoftBank-Portfolio ausreichend kompensiert.


Nach Rally folgt Gegenbewegung

Am Donnerstag war die Aktie um 11,6 % nach oben geschossen. Berichte über eine mögliche neue Finanzierungsrunde bei OpenAI hatten die Fantasie befeuert. Laut Medien verhandelt CEO Sam Altman über bis zu 50 Milliarden US-Dollar frisches Kapital aus dem Nahen Osten. Die Bewertung von OpenAI könnte damit auf bis zu 830 Milliarden US-Dollar steigen.

Heute dominiert dagegen Gewinnmitnahme. Nach einem einstelligen Tagesplus nutzen viele kurzfristig orientierte Marktteilnehmer die Gelegenheit, um Positionen zu schließen und Buchgewinne zu realisieren.


Intel-Belastung und Portfolio-Risiken

Zusätzlich trifft eine schwache Entwicklung im Tech-Portfolio den Kurs. Besonders ins Gewicht fällt dabei Intel:

  • Intel-Aktien gaben im US-Vorbörsen- und Nachhandel um rund 12–13 % nach.
  • Auslöser sind Hinweise auf Lieferkettenprobleme und ein Quartalsausblick unter den Markterwartungen.
  • Rund 31 Milliarden US-Dollar an Börsenwert wurden damit ausgelöscht.

SoftBank ist direkt bei Intel engagiert und hat etwa 2 Milliarden US-Dollar zu einem Kurs von rund 23 US-Dollar je Aktie investiert. Der Kursrutsch belastet somit unmittelbar den Wert dieses Engagements und verstärkt den Druck auf die Bewertung der Beteiligungsholding.


OpenAI: Hohe Bewertung, hoher Kapitalbedarf

Neben der Intel-Schwäche steht OpenAI weiter im Fokus. Die mögliche Mega-Bewertung sorgt zwar für Auftrieb, wird aber zunehmend kritischer eingeordnet.

Eine Analyse der Deutschen Bank vom heutigen Tag beschreibt 2026 als „Make-or-Break“-Jahr für Entwickler von KI-Modellen. Besonders OpenAI sei „stark angespannt“:

  • Für 2026 wird ein Umsatz von über 20 Milliarden US-Dollar erwartet.
  • Gleichzeitig rechnen die Analysten mit einem Barmittelabfluss von rund 17 Milliarden US-Dollar.

SoftBank hat sein Engagement im vergangenen Jahr deutlich ausgebaut und im späten Jahresverlauf 2025 zusätzliche 22,5 Milliarden US-Dollar investiert. Der Markt stellt deshalb die Frage, ob die angepeilten hohen Bewertungen angesichts des enormen Kapitalbedarfs für Rechenzentren und Rechenleistung nachhaltig sind.

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Schwäche bei Indien-Beteiligungen

Belastung kommt auch aus dem Indien-Portfolio. Die Aktie von Ola Electric ist seit drei Monaten bis Januar 2026 um fast 40 % gefallen. Gründe sind operative Probleme, dazu kommt der Rücktritt des CFO Harish Abichandani.

SoftBank hat in dieser Phase seine Position reduziert und den Anteil zwischen September 2025 und Januar 2026 auf 13,53 % zurückgefahren. Die Verkäufe spiegeln die schwierige Entwicklung der Beteiligung wider und senken zugleich die Exponierung in diesem Segment.


Umfeld in Japan: Stabile Zinsen, schwankender Yen

Makroökonomisch bleibt das Umfeld in Japan gemischt, aber grundsätzlich stützend. Die Bank of Japan belässt den Leitzins heute bei 0,75 %. Für hoch verschuldete Investmentholdings wie SoftBank sind stabile Finanzierungskosten grundsätzlich positiv.

Gleichzeitig schwankt der Yen stark zwischen 157 und 158 je US-Dollar. Die Währungsvolatilität erschwert jedoch die Bewertung der zahlreichen Auslandsbeteiligungen, da Wechselkurseffekte stärker ins Gewicht fallen.


Einordnung der Lage

Im Überblick:

  • Kursbewegung: Heute rund −1,18 % nach +11,6 % am Vortag.
  • Intel-Risiko: 2-Milliarden-US-Dollar-Investment unter Druck nach Kurssturz von rund 12 %.
  • OpenAI-Faktor: Mögliche Bewertung von 830 Milliarden US-Dollar trifft auf prognostizierten Cash Burn von 17 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026.
  • Indien-Portfolio: Rückläufige Performance bei Ola Electric, SoftBank senkt Beteiligung auf 13,53 %.
  • Zinsumfeld: BOJ lässt Zinsen unverändert, Yen bleibt volatil.

Anleger bewerten damit aktuell einen Mix aus AI-getriebenem Aufwertungspotenzial bei OpenAI, spürbaren Belastungen durch klassische Tech-Beteiligungen wie Intel und Rückschlägen in Wachstumsmärkten wie Indien – vor dem Hintergrund eines zwar stabilen, aber währungsseitig unruhigen japanischen Marktumfelds.

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