SoftBank, Aktie

SoftBank Aktie: Kreditausblick gesenkt

06.03.2026 - 01:57:17 | boerse-global.de

S&P stuft den Kreditausblick für SoftBank auf negativ herab. Die geplanten 30 Milliarden Dollar für OpenAI belasten die Liquidität und trieben die Aktie um über 7 Prozent nach unten.

SoftBank Aktie: Kreditausblick gesenkt - Foto: über boerse-global.de
SoftBank Aktie: Kreditausblick gesenkt - Foto: über boerse-global.de

SoftBank Group bekommt die Rechnung für seinen KI-Furor präsentiert. Die Rating-Agentur S&P Global Ratings stufte den Ausblick für den japanischen Tech-Investor von stabil auf negativ herab – Grund ist das geplante Mega-Investment von weiteren 30 Milliarden Dollar in OpenAI. An der Tokioter Börse reagierten Anleger prompt: Die Aktie brach heute um über 7 Prozent ein.

S&P warnt vor Liquiditätsrisiken

S&P Global beließ zwar das langfristige Emittentenrating bei „BB+", korrigierte aber den Ausblick nach unten. Die Begründung: Das zusätzliche OpenAI-Engagement könnte die Liquidität des Konzerns belasten und die Qualität des Gesamtportfolios verschlechtern. Die Rating-Agentur räumt SoftBank zwar die Möglichkeit ein, durch Vermögensverkäufe gegenzusteuern – doch die Wiederherstellung ausreichender Liquidität dürfte länger dauern als ursprünglich erwartet.

Die Nervosität erfasste auch den Kreditmarkt. Die fünfjährigen Credit Default Swaps von SoftBank weiteten sich auf rund 355 Basispunkte aus – der höchste Stand seit elf Monaten. Damit sind SoftBanks CDS derzeit die teuersten unter japanischen Konzernen, etwa 100 Basispunkte breiter als die von Nissan Motor.

Aktie verliert massiv

Der Kursverlust von 7,16 Prozent auf 3.706 Yen spiegelt die Verunsicherung der Investoren wider. Das Handelsvolumen war mit knapp 60 Millionen Stück nahe dem Durchschnitt, was auf breiten Verkaufsdruck hindeutet. Auf Jahressicht liegt die Aktie nun mit 15,77 Prozent im Minus – von den starken Gewinnen des vergangenen Jahres (+87 Prozent) ist wenig übrig geblieben.

OpenAI-Wette wächst auf 64,6 Milliarden Dollar

Der Auslöser für S&Ps Neubewertung liegt in SoftBanks jüngster Finanzierungsrunde für OpenAI. Der ChatGPT-Entwickler sicherte sich insgesamt 110 Milliarden Dollar frisches Kapital, davon kommen 30 Milliarden von SoftBank. Damit steigt das Gesamtengagement des japanischen Konzerns in OpenAI auf 64,6 Milliarden Dollar – bei einer Beteiligung von rund 13 Prozent.

SoftBank hatte im September 2024 erstmals in OpenAI investiert und pumpt seitdem kontinuierlich Kapital in das KI-Unternehmen. Die Strategie zahlt sich zumindest bilanziell aus: Im dritten Geschäftsquartal (bis Ende Dezember) verbuchte der Vision Fund einen Gewinn von 2,4 Milliarden Dollar. Eine Neubewertung des OpenAI-Stakes brachte allein 4,2 Milliarden Dollar ein und glich Verluste bei Beteiligungen wie dem südkoreanischen E-Commerce-Konzern Coupang oder der chinesischen Mitfahr-App Didi aus.

Unter dem Strich erzielte SoftBank einen Quartalsgewinn von 248,6 Milliarden Yen (1,6 Milliarden Dollar) – eine Trendwende nach dem Vorjahresverlust, wenngleich die Analystenerwartungen verfehlt wurden. CFO Yoshimitsu Goto betonte in einer Präsentation, dass inzwischen 60 Prozent der Konzernvermögen in „ASI-orientierte Investments" fließen.

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PayPay-Börsengang als Hoffnungsschimmer

Parallel zum Kreditdruck arbeitet SoftBank an der Monetarisierung von Assets. Der digitale Zahlungsdienstleister PayPay strebt einen Börsengang in den USA an, der bis zu 1,1 Milliarden Dollar einbringen könnte – der größte US-Börsengang eines japanischen Unternehmens überhaupt. PayPay bietet 31,1 Millionen American Depositary Receipts an, während ein Arm des SoftBank Vision Fund II weitere 23,9 Millionen ADRs verkauft.

Der Erlös könnte dringend benötigte Liquidität schaffen. Investoren beobachten zudem die Entwicklung von Arm Holdings, an dem SoftBank eine Mehrheitsbeteiligung hält. Updates zum PayPay-IPO und die Quartalszahlen am 7. Mai dürften für zusätzliche Kursbewegung sorgen.

Milliarden für Physical AI und Infrastruktur

SoftBanks KI-Offensive beschränkt sich nicht auf Software. Im Oktober 2025 erwarb der Konzern die Robotiksparte von ABB für 5,375 Milliarden Dollar – ein Schritt, den Chairman Masayoshi Son als Einstieg in „Physical AI" bezeichnete. Ende Dezember folgte die Übernahme des US-Infrastrukturinvestors DigitalBridge Group für rund 4 Milliarden Dollar, um das Portfolio um Rechenzentren, Glasfasernetze und drahtlose Assets zu erweitern.

Die Telekom-Sparte SoftBank Corp. liefert derweil solide Zahlen: In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025 stiegen Umsatz und Betriebsgewinn jeweils um 8 Prozent auf Rekordwerte von 5,2 Billionen Yen beziehungsweise 884 Milliarden Yen.

Balanceakt zwischen Vision und Bilanz

SoftBank steht vor einem Dilemma: Der Konzern ist überzeugt, dass KI die Zukunft prägt – doch die gigantischen Kapitalzusagen belasten die Bilanz. OpenAI schreibt weiterhin Verluste, und SoftBank finanziert sein Engagement zunehmend durch den Abbau anderer Beteiligungen. Die zentrale Frage lautet, wie lange der Konzern diesen Kurs durchhalten kann, ohne die Kreditwürdigkeit weiter zu gefährden. Der PayPay-Börsengang und potenzielle Verkäufe im Portfolio werden zeigen, ob SoftBank den Spagat zwischen langfristiger Vision und kurzfristiger Finanzstabilität schafft.

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