SoftBank, Aktie

SoftBank Aktie: Deutsche Bank stuft auf Hold ab

04.06.2026 - 01:51:34 | boerse-global.de

Deutsche Bank stuft SoftBank nach Kursrally von Kaufen auf Halten herab. Analysten sehen Aktie über dem fairen Wert, während KI-Expansion voranschreitet.

SoftBank Aktie: Deutsche Bank stuft auf Hold ab - Bild: über boerse-global.de
SoftBank Aktie: Deutsche Bank stuft auf Hold ab - Bild: über boerse-global.de

SoftBank läuft heiß — und genau das macht die Aktie angreifbar. Nach dem steilen Kursanstieg zieht Deutsche Bank die Reißleine beim Rating, obwohl das Kursziel leicht steigt. Parallel rückt die Telekom-Tochter bei einem möglichen Zukauf im japanischen Zahlungsmarkt vor.

Der Konflikt ist klar: Operativ baut SoftBank die KI- und Infrastrukturstory weiter aus. An der Börse ist davon aber schon sehr viel eingepreist.

Deutsche Bank nimmt Tempo heraus

Deutsche Bank hat SoftBank Group am 2. Juni 2026 von „Buy“ auf „Hold“ abgestuft. Das Kursziel steigt zwar leicht auf 8.700 Yen nach zuvor 8.600 Yen. Die Botschaft dahinter ist trotzdem nüchtern: Nach der Rally sieht die Bank kurzfristig nur noch begrenztes Potenzial.

Am deutschen Markt notiert die Aktie aktuell bei 45,30 Euro und verliert heute 3,68 Prozent. Der jüngste Rücksetzer wirkt nach der vorangegangenen Bewegung weniger wie ein Bruch, eher wie eine erste Prüfung: In sieben Tagen liegt das Plus noch immer bei 14,79 Prozent, über 30 Tage sogar bei 47,30 Prozent.

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Auch die technischen Daten zeigen, wie aufgeheizt die Lage ist. Der RSI über 14 Tage liegt bei 67,3, die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Tage bei 104,32 Prozent. Kein Wunder, dass die Bewertung jetzt stärker hinterfragt wird.

Rally überholt die Analystenziele

In Tokio handelte SoftBank zuletzt bei 8.315 Yen. Die Aktie bewegte sich am 3. Juni in einer Spanne von 8.180 bis 8.800 Yen und liegt damit nahe am oberen Ende der jüngsten Handelsspanne.

Brisant ist der Abstand zu den Analystenschätzungen. Laut Konsens von 19 Analysten lautet die durchschnittliche Empfehlung zwar weiterhin „Buy“. Das mittlere Kursziel von 6.829 Yen liegt aber rund 21 Prozent unter dem jüngsten Kursniveau.

Damit hat sich die Aktie von klassischen Bewertungsmodellen deutlich gelöst. Eine narrative Fair-Value-Schätzung von 4.498,7 Yen zeigt, wie weit die aktuelle Börsenstory über konservativere Annahmen hinausgelaufen ist.

Zahlungsdeal als zweiter Treiber

Abseits der Bewertungsdebatte arbeitet SoftBank an einem möglichen Ausbau im japanischen Zahlungsverkehr. Die Telekom-Tochter SoftBank Corp. ist in die zweite Bieterrunde für SP.LINKS eingezogen, den Zahlungsdienstleister aus dem Portfolio von Blackstone.

Die nächste Bieterrunde könnte um Mitte Juli stattfinden. Blackstone strebt offenbar einen Verkaufspreis von rund 100 Milliarden Yen an, umgerechnet etwa 625 Millionen Dollar. Auch ein Private-Equity-Fonds steht auf der Shortlist.

Blackstone hatte im Januar 2024 eine Beteiligung von 80 Prozent am früheren Sony Payment Services übernommen. Der Kaufpreis lag bei rund 40 Milliarden Yen, während Sony Bank die restlichen 20 Prozent behielt. Daraus ergab sich damals ein Unternehmenswert von 50 Milliarden Yen.

Für SoftBank hätte ein Zuschlag strategisches Gewicht. Der Konzern besitzt bereits SB Payment Service, einen der wichtigsten Wettbewerber von SP.LINKS. Ein Deal würde zwei größere Händlerzahlungsplattformen in Japan unter einem Eigentümer bündeln.

Der Markt wächst spürbar. Elektronische Zahlungen erreichten 2025 einen Anteil von 58 Prozent am gesamten Zahlungsvolumen, nach 53 Prozent im Vorjahr. Das Transaktionsvolumen im bargeldlosen Zahlungsverkehr stieg auf rund 163 Billionen Yen, fast doppelt so viel wie fünf Jahre zuvor.

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KI-Fantasie bleibt der Kern

Die eigentliche Triebkraft der SoftBank-Rally bleibt die KI-Story. Der Konzern ist über Arm Holdings eng mit dem Boom bei KI-Servern und Rechenzentren verbunden. Dazu kommt die Beteiligung an OpenAI, in die SoftBank mehr als 30 Milliarden Dollar investiert hat.

Arm ist inzwischen die mit Abstand größte Portfolioposition. Der Anteil steht für mehr als die Hälfte des Nettoinventarwerts, OpenAI für etwas mehr als ein Fünftel. Damit hängt die Bewertung stärker denn je an der Frage, wie lange der Markt KI-Infrastruktur so hoch bezahlt.

Zuletzt erreichte SoftBank einen historischen Meilenstein. Der Konzern überholte Toyota beim Börsenwert und wurde damit erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten wieder Japans wertvollstes Unternehmen. Ein ähnlicher Moment war nur kurz während der Internetblase im Jahr 2000 zu sehen.

SoftBank verstärkt diese Position mit weiteren Deals. Die geplante Übernahme des Robotikgeschäfts von ABB für 5,4 Milliarden Dollar soll Mitte bis Ende 2026 abgeschlossen werden. Ein möglicher Kauf von DigitalBridge für rund 4 Milliarden Dollar würde den Zugriff auf Rechenzentrumsanlagen im Umfang von 108 Milliarden Dollar bringen.

Der nächste feste Termin ist die Hauptversammlung am 24. Juni 2026. Bis dahin steht SoftBank zwischen zwei Kräften: einer weiter starken KI- und Infrastrukturstory auf der einen Seite, einer bereits sehr anspruchsvollen Bewertung auf der anderen.

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