Société Générale setzt auf Microsoft Copilot statt eigene KI
16.01.2026 - 16:15:12Europas Bankenriese Société Générale gibt seine hauseigenen KI-Tools auf und wechselt zu Microsofts Plattform. Die strategische Kehrtwende markiert einen Wendepunkt für die Finanzbranche.
Paris/Berlin. In einer wegweisenden Entscheidung verlässt die europäische Großbank Société Générale ihre selbst entwickelten KI-Systeme. Stattdessen setzt der französische Finanzriese künftig voll auf Microsoft Copilot. Die Ankündigung dieser Woche ist eine der bedeutendsten Absagen an eigene KI-Entwicklung in der Bankenwelt. Sie wirft die Frage auf: Lohnt sich der Aufwand für maßgeschneiderte KI überhaupt noch?
Die Pariser Bank verwaltet ein Vermögen von rund 1,4 Billionen Euro. Bislang investierte sie Millionen in eigene, hochspezialisierte KI-Lösungen. Jetzt wechselt sie zu einer standardisierten Plattform eines Tech-Giganten. Für einen Konzern dieser Größe ist das ein klares Signal. Der Trend zur Konsolidierung im KI-Markt beschleunigt sich. Selbst Global Player ziehen die Zusammenarbeit dem teuren Alleingang vor.
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Die Finanzbranche im KI-Turbo
Die Entscheidung der Franzosen steht nicht isoliert da. Die gesamte Finanzdienstleistungsbranche prescht vor. 2025 ging es nicht mehr um Experimente, sondern um flächendeckende Integration. Die Hypethema KI soll endlich messbaren Mehrwert bringen.
Andere Großbanken sind bereits auf demselben Weg. Die britische Barclays kündigte Mitte 2025 an, Microsoft 365 Copilot für 100.000 Mitarbeiter weltweit einzuführen. Die KI soll direkt in interne Produktivitäts-Tools integriert werden. Die niederländische ABN AMRO nutzt bereits Microsoft Copilot Studio, um ihre Chatbots für Kunden und Mitarbeiter zu verbessern. Die Bank berichtet von spürbaren Effizienzsteigerungen.
Der Tenor in der Branche ist eindeutig: Generative KI gilt als Schlüssel für mehr Produktivität. Die Tools sollen komplexe Aufgaben vereinfachen – von Meeting-Zusammenfassungen über Content-Erstellung bis hin zur Unterstützung von Software-Entwicklern.
Vom Bauen zum Kaufen: Eine strategische Wende
Das Dilemma “Eigenentwicklung oder Zukauf” ist in der Unternehmens-IT altbekannt. Doch die Komplexität und das rasante Tempo der KI-Entwicklung kippen die Waage. Der immense Kapital- und Talentbedarf, um mit Grundlagenmodellen von Microsoft oder OpenAI mithalten zu können, zwingt viele zum Umdenken.
Für Société Générale bedeutet der Weggang von eigenen Lösungen hin zu Copilot eine strategische Neuausrichtung. Der Wert liege nicht im Bau einer parallelen Infrastruktur, sondern in der Nutzung eines mächtigen, vorhandenen Ökosystems. So kann sich die Bank darauf konzentrieren, KI für konkrete Geschäftsprobleme einzusetzen – und nicht die Technologiebasis zu entwickeln.
Auch Microsoft diversifiziert sein Angebot. Das Unternehmen nutzt für Copilot inzwischen eigene kleinere Modelle und Drittanbieter-Lösungen. Dies senkt Kosten und verringert die Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter. Für Unternehmen wie Société Générale bietet dieser plattformbasierte Ansatz eine Flexibilität, die mit rein internen Lösungen kaum zu erreichen ist.
Wie KI die Bankarbeit revolutioniert
Die flächendeckende Einführung von KI-Assistenten wie Copilot wird die Arbeit in Finanzinstituten grundlegend verändern. Das Ziel ist eine intuitivere und effizientere Erfahrung für Mitarbeiter. Routinetätigkeiten in Verwaltung und Betrieb sollen automatisiert werden. So gewinnt menschliches Kapital Raum für wertschöpfendere Aufgaben.
Barclays plante etwa einen “Kollegen-KI-Agenten”. Dieser soll Anfragen zu Personalthemen, Dienstreisen oder Compliance-Richtlinien bearbeiten. Der Schritt hin zu agentischer KI – Systemen, die mehrstufige Aufgaben mit einer gewissen Autonomie ausführen – gilt als nächste Grenze in der Bankenbranche. Das Potenzial für Produktivitätssteigerungen ist enorm.
Wenn sich diese KI-Plattformen tief in die täglichen Abläufe einfügen, werden sie zum primären Betriebssystem für die Arbeit. Sie verändern fundamental, wie Mitarbeiter auf Unternehmensdaten und -systeme zugreifen. Der Erfolg hängt von robuster Governance, Datensicherheit und einer klaren Strategie zur Weiterbildung der Belegschaft ab. Die entschlossene Bewegung der Société Générale zeigt: Für viele wird die Zukunft der Unternehmens-KI auf Zusammenarbeit mit Tech-Giganten basieren – nicht auf Konkurrenz zu ihnen.
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