SMS-Blaster und KI: Neue Betrugswelle trifft Deutschland
17.02.2026 - 15:30:11 | boerse-global.deKriminelle nutzen gefälschte Mobilfunkmasten und KI-Texte für massenhafte Phishing-Angriffe. Sicherheitsbehörden warnen vor einer neuen Dimension des Cyberbetrugs.
Die Bundesnetzagentur und Polizeibehörden schlagen Alarm: Eine gefährliche Kombination aus Hardware-Manipulation und Künstlicher Intelligenz führt zu einer massiven Zunahme von „Smishing“-Attacken. Im Zentrum stehen mobile SMS-Blaster, die Mobilfunknetze imitieren, und täuschend echte, KI-generierte Nachrichten.
Die perfekte Täuschung: KI-Texte und Funk-Piraterie
Früher verrieten sich Betrugs-SMS oft durch Rechtschreibfehler. Heute setzen Täter auf perfekte Grammatik und psychologisch geschickte Formulierungen, die KI-Modelle liefern. Die Nachrichten erscheinen unter vertrauenswürdigen Absendernamen wie „DHL“ oder „Sparkasse“.
Die Zustellung übernehmen sogenannte SMS-Blaster. Diese koffergroßen Geräte werden in Fahrzeugen durch Innenstädte gefahren und simulieren einen echten Mobilfunkmast. Alle Smartphones im Umkreis von bis zu einem Kilometer verbinden sich automatisch mit der stärkeren, aber gefälschten Signalquelle. So umgehen die Kriminellen die Sicherheitsfilter der Netzbetreiber und können Tausende SMS direkt versenden.
Internationale Fälle zeigen die globale Gefahr
Die Ernsthaftigkeit der Bedrohung unterstreicht ein aktuelles Urteil aus Dubai. Drei Männer wurden dort am 15. Februar 2026 zu Haftstrafen verurteilt. Sie hatten mit Störsendern und SMS-Blastern in der Dubai Marina Bankdaten abgegriffen.
Auch in Europa sind die Geräte aktiv. Ende 2025 nahm die Schweizer Polizei einen 52-Jährigen fest, der einen SMS-Blaster in seinem Kofferraum transportierte. Die Hardware wird laut Recherchen illegal in über 60 Länder weltweit verschifft.
So funktioniert der technische Angriff
Die Blaster nutzen eine Schwachstelle im veralteten 2G-Mobilfunkstandard (GSM). Sie zwingen Smartphones, für eine „stabile Verbindung“ auf 2G herunterzustufen. In diesem Standard muss sich der Mobilfunkmast jedoch nicht beim Handy authentifizieren.
Das Smartphone vertraut dem gefälschten Mast blind. Diese Lücke ermöglicht nicht nur das Versenden von Phishing-Links. Theoretisch können die Täter auch eingehende SMS abfangen – eine massive Gefahr für Zwei-Faktor-Authentifizierungs-Codes (2FA).
Diese Betrugsmaschen sind aktuell im Umlauf
Verbraucherschützer warnen besonders vor diesen KI-optimierten Nachrichten:
- Der Paket-Trick: „Ihr Paket DE-2938 konnte nicht zugestellt werden. Bitte Zollgebühr begleichen.“
- Der Bank-Notfall: „Ihr BestSign-Verfahren läuft ab. Jetzt aktualisieren, um Kontosperrung zu vermeiden.“
- Die Video-Ident-Falle: Aufforderungen, sich für angebliche Konto-Neueröffnungen per Video zu verifizieren – oft der erste Schritt zum Identitätsdiebstahl.
So schützen Sie sich effektiv
Da Netzbetreiber die lokalen Angriffe kaum blockieren können, liegt der Schutz beim Nutzer. Experten empfehlen vier konkrete Schritte:
- 2G deaktivieren: Der effektivste Schutz. In den Einstellungen neuerer Android-Geräte kann man „2G zulassen“ ausschalten. SMS-Blaster operieren fast ausschließlich über dieses veraltete Netz.
- Keine Links anklicken: Seriöse Unternehmen wie Banken oder Paketdienste schicken niemals Links zur direkten Dateneingabe oder Zahlung per SMS.
- Absender prüfen: Im Zweifel die offizielle App öffnen oder die Webseite manuell im Browser aufrufen – nie über den Link in der SMS.
- Nummern melden: Verdächtige SMS sollten an die Bundesnetzagentur gemeldet werden, auch wenn die Absendernummer oft gefälscht ist.
Smishing und gefälschte Mobilfunkmasten zeigen, wie schnell Phishing-Angriffe eskalieren – nicht nur Privatkunden sind betroffen, auch Unternehmen stehen vor hohen Risiken. Ein kostenloses E‑Book erklärt aktuelle Cyber‑Security‑Trends, typische Angriffswege (inkl. Smishing) und vier sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen für Smartphone und Firmennetz. Jetzt kostenloses Cyber‑Security‑E‑Book herunterladen
Die Mobilfunkindustrie arbeitet an langfristigen Lösungen wie authentifizierten SMS-Standards. Bis dahin bleibt die Wachsamkeit des Einzelnen die wichtigste Firewall gegen das technische Wettrüsten der Kriminellen.
Die Kurse spielen verrückt – oder folgen sie nur Mustern, die du noch nicht kennst?
Emotionale Kurzschlussreaktionen auf unruhige Märkte kosten dich bares Geld. Vertraue bei deiner Geldanlage stattdessen auf kühle Analysen und harte Fakten. Seit 2005 navigiert 'trading-notes' Anleger mit präzisen Handlungsempfehlungen sicher durch jede Marktphase. Hol dir dreimal pro Woche unaufgeregte Experten-Strategien in dein Postfach. 100% kostenlos.
Jetzt abonnieren .


