SL Green Realty Aktie: Prognose kräftig angehoben
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 01:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Quartalsverlust, der besser ausfällt als erwartet, eine Umsatzzahl, die enttäuscht, und trotzdem eine Prognoseanhebung, die aufhorchen lässt: SL Green Realty liefert derzeit ein widersprüchliches Bild ab. Die Aktie reagierte nach Vorlage der Zahlen mit einem Rücksetzer von 4,5 Prozent im nachbörslichen Handel.
Manhattans größter Büroimmobilien-Vermieter wies für das zweite Quartal 2026 einen Nettoverlust von 0,38 Dollar pro Aktie aus. Das liegt deutlich unter der Verlusterwartung der Analysten von 0,59 Dollar. Beim Umsatz reichte es dagegen nicht: Mit 171,85 Millionen Dollar blieb SL Green klar unter der Konsensschätzung von 180,3 Millionen Dollar.
FFO sinkt, Ausblick steigt kräftig
Die Funds from Operations fielen auf 1,43 Dollar pro Aktie, nach 1,63 Dollar im Vorjahresquartal. Der Rückgang erklärt sich zum Teil durch einen Basiseffekt: 2025 hatte ein Sondererlös aus der Auflösung einer Hypothekeninvestition das Ergebnis um 0,61 Dollar je Aktie aufgebläht. Ohne diesen Einmaleffekt sieht die operative Entwicklung deutlich solider aus.
Für den weiteren Jahresverlauf traut sich das Unternehmen mehr zu. Die FFO-Prognose für 2026 wandert von bislang 4,40 bis 4,70 Dollar auf 5,60 bis 5,90 Dollar je Aktie — ein Sprung von 1,20 Dollar am Mittelpunkt. Getrieben wird die Anhebung durch höhere Erträge aus dem Immobilienportfolio und zusätzliche Einnahmen aus dem Bürokomplex One Vanderbilt Avenue. Auch die Nettogewinnprognose für 2026 legt zu, von zuvor minus 0,27 bis plus 0,03 Dollar auf nun 0,20 bis 0,50 Dollar je Aktie.
Vermietungsgeschäft läuft rund
Das operative Geschäft in Manhattan zeigt sich robust. Im zweiten Quartal unterschrieb SL Green 53 Büromietverträge über insgesamt rund 445.000 Quadratfuß, für das erste Halbjahr summiert sich das auf 104 Verträge und knapp 1,4 Millionen Quadratfuß. Bei neu abgeschlossenen Mietverträgen lagen die Konditionen im Quartal 18,0 Prozent über den zuvor vereinbarten, voll eskalierten Mieten.
Die Besetzungsquote im Manhattan-Portfolio kletterte zum 30. Juni auf 94,7 Prozent, inklusive bereits unterschriebener, aber noch nicht begonnener Mietverhältnisse. Bis Jahresende peilt das Unternehmen 95,0 Prozent an. Frische Substanz für diesen Trend lieferte ein Zehnjahresvertrag über gut 98.000 Quadratfuß an der 11 Madison Avenue mit einem führenden KI-Mieter — das Gebäude ist damit vollvermietet, ebenso wie das benachbarte One Madison Avenue mit Mietern wie IBM und Palo Alto Networks.
Auf der Portfolioseite trennte sich SL Green im Quartal von den Wohn- und Einzelhandelsflächen an der 7 Dey Street für 222,6 Millionen Dollar und verkaufte einen Anteil an der Projektentwicklung 346 Madison Avenue mit einer Bruttobewertung von 175,0 Millionen Dollar. Ein weiterer Verkauf, die 10 East 53rd Street für 312,2 Millionen Dollar, soll im dritten Quartal abgeschlossen werden. Parallel kaufte das Unternehmen im Quartal eigene Aktien im Volumen von 14,1 Millionen Dollar zu einem Durchschnittskurs von 49,67 Dollar zurück.
Die Diskrepanz zwischen schwächerem Umsatz und kräftig angehobener Gewinnprognose dürfte die Debatte um die Aktie in den kommenden Wochen prägen. Entscheidend wird sein, ob sich die starke Vermietungsdynamik in Midtown South auch in den kommenden Quartalen in belastbaren Mieteinnahmen niederschlägt.
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