Skyworks Aktie: Dividende gestrichen
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 00:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Skyworks überrascht mit Zahlen, die über den Erwartungen liegen – und mit einer Entscheidung, die für Einkommensinvestoren schmerzt. Der Chiphersteller kappt seine Quartalsdividende komplett und lenkt das Kapital stattdessen in die Übernahme von Qorvo. Wer auf verlässliche Ausschüttungen gesetzt hat, muss umdenken.
Quartalszahlen über Konsens
Im dritten Fiskalquartal erzielte Skyworks einen Umsatz von 935 Millionen Dollar, ein Rückgang von gut 3 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 965 Millionen Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,08 Dollar und übertraf die Analystenschätzung von 1,03 Dollar. Auf GAAP-Basis fiel der Gewinn je Aktie mit 0,22 Dollar deutlich niedriger aus als im Vorjahr, als noch 0,70 Dollar zu Buche standen.
Automotive und Data Center trieben das Wachstum im Broad-Markets-Segment mit zweistelligen Raten an. Das Mobile-Geschäft profitierte von solider Nachfrage bei den wichtigsten Kunden.
Kapital fließt jetzt in die Qorvo-Fusion
Der eigentliche Paukenschlag steckt im neuen Kapitalallokationsrahmen für das kombinierte Unternehmen. Der Vorstand hat entschieden, künftig keine Quartalsdividenden mehr auszuschütten – das freigesetzte Kapital soll in Aktienrückkäufe, Schuldenabbau und opportunistische Zukäufe fließen. Das bisherige, bis Februar 2027 laufende Rückkaufprogramm wird durch ein neues, mit 2 Milliarden Dollar dotiertes Programm ersetzt.
Für die Übernahmefinanzierung plant Skyworks zusätzlich, rund 2 Milliarden Dollar an Fremdkapital aufzunehmen. CEO Phil Brace zeigte sich optimistisch, dass der Zusammenschluss mit Qorvo noch im Kalenderjahr abgeschlossen werden kann – möglicherweise sogar innerhalb des laufenden Fiskaljahres. Die regulatorischen Genehmigungsverfahren kommen nach Unternehmensangaben planmäßig voran.
Ausblick mit Belastung durch Zinskosten
Für das vierte Fiskalquartal rechnet Skyworks mit einem Umsatz zwischen 1,01 und 1,06 Milliarden Dollar sowie einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,27 Dollar im Mittel der Spanne – die Konsensschätzung lag bei 1,29 Dollar. In der Prognose stecken bereits rund 5 Millionen Dollar zusätzliche Nettozinskosten, die aus der anteiligen Finanzierung der Qorvo-Übernahme resultieren.
Das Mobile-Segment soll im September-Quartal saisonbedingt zweistellig zulegen, getrieben vom Produktstart beim größten Kunden. Broad Markets soll um etwa 5 Prozent wachsen und rund 39 Prozent des Gesamtumsatzes stellen. Die kommenden Monate entscheiden, ob sich der eingeschlagene Kurs – weniger Dividende, mehr Fusion – für die Aktionäre auszahlt.
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