SKF Aktie: Gewinnsprung mit Haken
Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 09:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei SKF wächst der Umsatz kaum, doch der Nettogewinn im zweiten Quartal hat sich mehr als verdoppelt. Der schwedische Wälzlager- und Dichtungshersteller zeigt damit, wie stark Sondereffekte das Ergebnis prägen können – ein Blick unter die Oberfläche lohnt sich.
Der Nettoumsatz kletterte im zweiten Quartal nur leicht auf 23,2 Milliarden schwedische Kronen, nach 23,17 Milliarden im Vorjahresquartal. Organisch legte das Geschäft um 1,4 Prozent zu, getrieben vor allem von der Sparte Specialized Industrial Solutions mit starkem Wachstum in Luftfahrt und Magnetlösungen. Die Automobilsparte blieb dagegen schwach, wenngleich sich das Geschäft in China mit Nutz- und Personenfahrzeugen erholte.
Marge zieht an, Sondereffekte verzerren den Gewinn
Der bereinigte Betriebsgewinn stieg auf 3,22 Milliarden Kronen von 3,09 Milliarden Kronen im Vorjahr.
Die bereinigte Marge kletterte auf 13,9 Prozent von 13,3 Prozent. Einsparungen aus Restrukturierungen von rund 350 Millionen Kronen kompensierten dabei mehr als die negativen Effekte aus der laufenden Trennung des Automotive-Geschäfts.
Der ausgewiesene Nettogewinn schnellte auf 1,329 Milliarden Kronen von 583 Millionen Kronen im Vorjahr - mehr als eine Verdopplung. Bereinigt um Sondereffekte fiel der Gewinn dagegen mit 2,333 Milliarden Kronen leicht niedriger aus als die 2,373 Milliarden Kronen des Vorjahresquartals. Der Sprung beim ausgewiesenen Ergebnis erklärt sich vor allem aus geringeren Belastungen durch Posten, die die Vergleichbarkeit beeinträchtigen.
Autosparte auf dem Weg zur Abspaltung
Parallel zur Margenentwicklung treibt SKF die Trennung seines Automotive-Geschäfts voran. Die Sparte firmiert inzwischen als eigenständige Einheit namens SKF Vertevo und soll im vierten Quartal 2026 an die Börse gebracht werden - vorbehaltlich eines entsprechenden Vorschlags des Vorstands und der Zustimmung der Aktionäre. Kerstin Enochsson wurde in dem Zuge als Vorstandsmitglied der neuen Einheit gewählt und bleibt deren CEO.
Im Industriegeschäft setzt der Konzern zusätzlich auf Wachstumsfelder wie Robotik. Eine angekündigte Partnerschaft mit Leaderdrive soll den Zugang zu Anwendungen im Bereich humanoider Roboter stärken.
Für das dritte Quartal rechnet SKF mit einer leichten Beschleunigung des organischen Wachstums, warnt aber vor zunehmender Unsicherheit durch geopolitische Spannungen, darunter den Konflikt im Nahen Osten.
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