Telecom, Milliarden-Entschädigung

SK Telecom lehnt Milliarden-Entschädigung für Datenskandal ab

09.02.2026 - 01:22:11

Südkoreas größter Mobilfunkanbieter weigert sich, 2,3 Billionen Won an 23 Millionen Kunden zu zahlen. Der Datendiebstahl von 2025 führt nun zu einem langwierigen Rechtsstreit.

Südkoreas größter Mobilfunkanbieter weigert sich, 2,3 Billionen Won an 23 Millionen betroffene Kunden zu zahlen. Der Datenskandal von 2025 könnte nun in einen langwierigen Rechtsstreit münden.

SK Telecom hat einen vermittelten Vergleich für einen der größten Datenskandale des Landes abgelehnt. Die Entscheidung betrifft 23 Millionen Kunden, deren SIM-Kartendaten 2025 gestohlen wurden. Das Unternehmen fürchtet Kosten von umgerechnet rund 1,6 Milliarden Euro.

Trillionen-Won-Entscheidung als Stolperstein

Im Kern geht es um Geld. Die koreanische Verbraucherschutzbehörde hatte eine Entschädigung von 100.000 Won (etwa 69 Euro) pro betroffenem Kunden empfohlen. Hochgerechnet auf alle Geschädigten summiert sich das auf etwa 2,3 Billionen Won.

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Das Unternehmen lehnte den Vorschlag Ende Januar 2026 offiziell ab. In einer Stellungnahme verwies SK Telecom auf bereits geleistete „freiwillige Entschädigungsbemühungen und präventive Sicherheitsmaßnahmen“. Dazu zählten Hilfspakete für Kunden und Investitionen in die IT-Sicherheit.

Die Vermittlungskommission befand diese Maßnahmen jedoch als unzureichend. Sie pochte auf eine direkte Kompensation für den entstandenen Schaden und die Verunsicherung der Verbraucher.

Einbruch mit gravierenden Folgen

Der Skandal nahm im April 2025 seinen Lauf. Hacker drangen in die Kernserver des Telekommunikationsriesen ein und erbeuteten knapp 10 Gigabyte an sensiblen USIM-Daten. Darunter waren Telefonnummern und einzigartige Authentifizierungsschlüssel.

Die Folgen waren chaotisch. Millionen besorgter Kunden drängten in die Shops, um ihre SIM-Karten austauschen zu lassen. Die Aufsichtsbehörden reagierten hart: Im August 2025 verhängte die Datenschutzkommission eine Rekordstrafe von 134,8 Milliarden Won gegen SK Telecom. Das Unternehmen wehrt sich auch gegen diese Strafe mit einer Klage.

Von der Schlichtung in den Gerichtssaal

Die Ablehnung des Vergleichs stieß bei Verbraucherschützern auf deutliche Kritik. Der Vermittlungsprozess, der nach einer Beschwerde von 58 Kunden im Mai 2025 begann, ist damit gescheitert.

Betroffenen bleibt nun nur der Weg vor Zivilgericht. Die Korea Consumer Agency prüft rechtliche Unterstützung für die klagenden Kunden. Juristen sehen die abgelehnte Summe im Rahmen: Frühere Urteile bei Datenschutzverstößen bewegten sich zwischen 100.000 und 300.000 Won pro Person.

Was kommt jetzt auf SK Telecom zu?

Die Weigerung leitet eine Phase langwieriger Prozesse ein. Während das Unternehmen seine finanziellen Risiken begrenzen will, gefährdet es damit weiter das Kundenvertrauen. Der Datenskandal wird die Öffentlichkeit noch lange beschäftigen.

Alle Augen richten sich nun auf die Gerichte. Deren Urteile werden ein wichtiges Präzedenz für den Umgang mit Massendatenpannen in Südkorea setzen. Für Millionen Kunden wird der Weg zu einer Entschädigung jedoch steiniger und ungewisser.

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