Sisu und ST Engineering entwickeln Arktis-Fahrzeuge für NATO
04.02.2026 - 15:00:12Finnlands Sisu Auto und Singapurs ST Engineering gehen eine strategische Allianz ein. Ihr Ziel: autonome Fahrzeuge für den Einsatz unter extremsten arktischen Bedingungen. Die Partnerschaft kombiniert nordisches Kälte-Know-how mit südostasiatischer Hightech-Innovation.
Die Vereinbarung wurde am 3. Februar 2026 auf der Singapore Airshow unterzeichnet. Sie zielt auf die Entwicklung fortschrittlicher Plattformen ab, die bei bis zu -46 Grad Celsius und in schwierigstem Gelände operieren können. Hintergrund ist das wachsende geopolitische und wirtschaftliche Interesse an der Arktis. Staaten suchen nach zuverlässigen Lösungen für Tiefschnee, Morast und gebrochenes Eis – Terrains, in denen konventionelle Fahrzeuge versagen.
ST Engineering bringt Erfahrung aus der Entwicklung gepanzerter Kettenfahrzeuge wie dem Bronco ein. Sisu steuert sein spezialisiertes Wissen im Bau schwerer Arktis-Fahrzeuge und die modulare Architektur seiner SISU GTP-Baureihe bei. Diese komplementären Stärken sollen zwei neue Plattformen hervorbringen.
SISU GTT: Das arktische Arbeitstier
Der SISU GTT ist ein neuartiger, gelenkter Kettenfahrzeugträger. Als robustes logistisches Rückgrat konzipiert, soll er selbst bei extremster Kälte zuverlässig funktionieren. Seine gelenkte Bauweise ermöglicht hohe Manövrierfähigkeit in weichem Untergrund.
Internationale Kooperationen bei militärischen oder dual‑use Systemen bergen erhebliche Export- und Zulassungsrisiken – besonders bei komplexen Technologien wie autonomen Plattformen. Wer Komponenten grenzüberschreitend entwickelt oder liefert, muss die Dual‑Use‑Regeln und Genehmigungspflichten beachten, sonst drohen Verzögerungen oder Sanktionen. Der kostenlose Praxis‑Leitfaden erklärt Schritt für Schritt, wie Sie Dual‑Use‑Güter identifizieren, Genehmigungspflichten prüfen und Ihre Exportprozesse absichern. Ideal für Hersteller und Exportverantwortliche in Technologie‑Allianzen. Jetzt Dual‑Use‑Leitfaden herunterladen
Zu den Kernfähigkeiten gehören:
* Hohe Nutzlast: Das Heckmodul kann bis zu fünf Tonnen Fracht, Munition oder spezielle Missionsmodule transportieren.
* Amphibienfähigkeit: Das Fahrzeug ist voll schwimmfähig – eine kritische Anforderung für die wasserreichen Landschaften des Nordens.
* Modulares Konzept: Basierend auf Sisu’s „Rückgrat“-Technologie lässt sich das Fahrzeug schnell für verschiedene Rollen umrüsten, vom Truppentransport bis zum mobilen Gefechtsstand.
TAURUS: Autonomer Force-Multiplier
Ergänzt wird der GTT durch den TAURUS, einen vielseitigen, elektrischen Unmanned Ground Vehicle (UGV). Dieses 4×4-System soll autonom neben bemannten Einheiten operieren und als „Kraftmultiplikator“ gefährliche oder monotone Aufgaben übernehmen.
Die technischen Spezifikationen zeigen Fokus auf Modularität und Reichweite:
* Kompakt und agil: Bei einer Länge von rund 3,35 Metern und einem Gewicht von 2.600 kg ist es taktisch verlegbar, aber dennoch leistungsfähig.
* Elektroantrieb mit Regeneration: Jedes Rad hat einen eigenen Antrieb. Ein Alleinstellungsmerkmal: Der TAURUS kann seine Batterien regenerativ aufladen, während er vom SISU GTT geschleppt wird. Das verlängert seine Reichweite deutlich über die standardmäßigen 30 Kilometer hinaus.
* Viele Missionen: Die Plattform trägt verschiedene Module, etwa abgesetzte Drohnen zur Aufklärung, Krankentragen oder Logistikracks für autonome Nachschubissionen.
Härtetest bei GRIFFIN 2026
Die Partnerschaft geht schnell in die Praxis. Beide Systeme sollen bereits Mitte Februar 2026 auf GRIFFIN 2026 präsentiert werden. Diese Technologie-Übung der finnischen Streitkräfte im nordfinnischen Rovajärvi dient als Härtetest unter realen Arktisbedingungen.
Die extremen Kältegrade und die Dunkelheit des finnischen Winters werden die elektrischen Antriebe und autonomen Sensoren des TAURUS sowie die mechanische Belastbarkeit des SISU GTT auf die Probe stellen. Die Teilnahme signalisiert großes Vertrauen in die Reife der Plattformen. Potenzielle Kunden, insbesondere aus NATO- und nordischen Verteidigungskreisen, können die Fähigkeiten im relevanten Umfeld begutachten.
Strategische Bedeutung für Europa und Asien
Die Kooperation spiegelt einen breiteren Trend grenzüberschreitender Rüstungszusammenarbeit zwischen Europa und Asien wider. Für Sisu öffnet die Partnerschaft mit einem Global Player wie ST Engineering Türen zu internationalen Märkten jenseits des traditionellen Nordeuropa-Geschäfts. Für ST Engineering bietet sie einen glaubwürdigen Einstieg in den europäischen Verteidigungsmarkt für Nischenlösungen.
Unterzeichnet wurde die Absichtserklärung von Timo Korhonen, Aufsichtsratsvorsitzender von Sisu Auto, und Tan Pek Tong, Vizepräsident von ST Engineering Land Systems. Das Abkommen zielt nicht nur auf die Verteidigungssektoren Finnlands und Singapurs, sondern auf den internationalen Markt für Extrem-Mobilität.
Mit dem fortschreitenden Klimawandel und steigenden geopolitischen Spannungen in der Arktis wächst die Nachfrage nach spezialisierter Ausrüstung. Die Integration autonomer Systeme wie des TAURUS mit bemannten Plattformen wie dem SISU GTT markiert den Weg zum „Manned-Unmanned Teaming“ (MUM-T) in Extremumgebungen. Ein Erfolg bei GRIFFIN 2026 könnte diesen Systemen den Weg ebnen, zum Standard für Nationen im hohen Norden zu werden.
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