Singapurs neue Waffe gegen Betrüger: Nationale Übung mit Fake-Anrufen
01.02.2026 - 20:31:12Singapur startet eine einzigartige nationale Kampagne, um seine Bürger im Kampf gegen digitale Betrüger zu trainieren. Ab März erhalten Freiwillige simulierte Betrugsanrufe – in einer sicheren Übungsumgebung.
Die Cyber Security Agency of Singapore (CSA) hat gemeinsam mit dem Innenministerium die erste National Simulated Scams Exercise (NSSE) angekündigt. Kern der Initiative: Bürger melden sich freiwillig, um über sechs Monate hinweg simulierte Betrugsanrufe zu erhalten. Diese täuschen die Methoden echter Krimineller vor, fordern aber niemals persönliche Daten. Stattdessen folgt nach jedem Fake-Anruf eine Aufklärungs-E-Mail mit Schutz-Tipps.
Simulierte Anrufe für reale Abwehrkräfte
Die Übung, für die sich Interessierte ab sofort anmelden können, läuft vom 1. März bis 31. August 2026. Der Fokus liegt gezielt auf Betrug mit gefälschten Behördenidentitäten – eine Masche, deren Fälle sich in der ersten Jahreshälfte 2025 im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht haben.
Viele Phishing‑Angriffe starten mit einem Anruf oder einer Nachricht, die wie eine offizielle Behörde klingt – genau das, was die NSSE simuliert. Solche Social‑Engineering‑Methoden führen häufig zu Identitätsdiebstahl und hohen finanziellen Schäden. Das kostenlose Anti‑Phishing‑Paket erklärt in vier klaren Schritten, wie Sie gefälschte Anrufe erkennen, welche psychologischen Tricks Betrüger nutzen und welche Sofortmaßnahmen Sie ergreifen sollten, um sich und Angehörige zu schützen. Jetzt das Anti‑Phishing‑Paket herunterladen
„Das System ist absolut sicher“, betont die CSA. Teilnehmer müssen keinerlei sensible Daten preisgeben. Versucht jemand dennoch, persönliche Informationen durchzugeben, bricht das System den Anruf sofort ab. So soll sicheres Verhalten trainiert werden. Nach der Simulation erhalten die Teilnehmer eine detaillierte Auswertung und konkrete Ratschläge, wie sie echte Betrugsversuche erkennen können.
Teil einer nationalen Resilienz-Offensive
Die NSSE ist eingebettet in die größere nationale Krisenübung „Exercise SG Ready 2026“, die noch bis zum 15. Februar läuft. An dieser Übung sind über 1.000 Organisationen aus Wirtschaft, Gemeinwesen, Bildung und Regierung beteiligt. Sie testet Singapurs Reaktion auf Szenarien wie langandauernde Stromausfälle oder den Zusammenbruch digitaler Netze.
Bereits 2025 zeigte eine ähnliche Phishing-Übung für Unternehmen die Dringlichkeit: 17 Prozent von 4.500 getesteten Angestellten klickten auf simulierte Phishing-Links. Die Ausweitung des Trainings auf die breite Bevölkerung soll nun eine kritische erste Verteidigungslinie in den Köpfen der Menschen aufbauen. Digitalministerin Josephine Teo unterstrich bei der Vorstellung die hohe Priorität der Initiative.
Hintergrund: Eine Milliarden-Bedrohung
Der Handlungsdruck ist enorm. Allein 2024 beliefen sich die durch Betrug verursachten Schäden in Singapur auf umgerechnet etwa 1,1 Milliarden Euro. Global schätzen Experten den Schaden für 2023 auf eine Billion US-Dollar. Die Betrüger werden dabei immer raffinierter: Künstliche Intelligenz generiert täuschend echte Phishing-Mails, Deepfake-Audio und gefälschte Dokumente.
Gegen diese Bedrohung setzt der Stadtstaat auf eine mehrgleisige Strategie. Neben der neuen Simulations-Übung gibt es bereits die App ScamShield zum Blockieren betrügerischer Anrufe und Nachrichten. Auf gesetzlicher Seite drohen verurteilten Betrügern sogar empfindliche Körperstrafen. Die NSSE ergänzt diese Maßnahmen durch präventive Bildung und soll bei Bürgern eine Art „Muskelgedächtnis“ gegen verdächtige Anfragen entwickeln.
Analyse: Vom Plakat zum interaktiven Training
Experten sehen in dem neuen Ansatz einen strategischen Wendepunkt. Traditionelle Aufklärung über Poster oder Werbespots stößt bei der psychologischen Manipulation durch moderne Betrüger an Grenzen. Die simulierte Übung wirkt wie ein „Flugsimulator für Betrugsabwehr“. Sie erlaubt Fehler ohne echte Konsequenzen – eine Lernmethode, die nachhaltiger wirkt als passives Konsumieren von Warnhinweisen.
Die groß angelegte Simulation ist auch eine Antwort auf die Industrialisierung der Cyberkriminalität. Betrugsringe agieren wie gut geführte Unternehmen. Dagegen muss sich die Verteidigung einer Gesellschaft ebenfalls professionalisieren und skalieren lassen. Die freiwillige Teilnahme soll zudem ein Gefühl der gemeinsamen Verantwortung fördern. Gemeinschaftsgruppen wie „Lions Befrienders“ sollen helfen, auch besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen zu erreichen.
Ausblick: Pilot mit Folgen
Die Übung von März bis August dient als Pilotprogramm. Die gewonnenen Daten über das Verhalten der Teilnehmer sollen künftige Aufklärungskampagnen verfeinern, neue Anti-Betrugs-Technologien vorantreiben und Schwachstellen besser verstehen helfen.
Bei Erfolg sind weitere Simulationsformen denkbar – etwa zu E-Commerce-, Investment- oder Job-Betrug, die ebenfalls zu den häufigsten Delikten zählen. Da Betrüger ihre Methoden ständig anpassen, etwa durch KI-gestütztes Voice-Cloning, müssen auch die Übungen mithalten. Das langfristige Ziel ist eine Gesellschaft, in der gesunde Skepsis und der Impuls zur Überprüfung zur digitalen Grundhaltung gehören.
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