Singapurs Datenschutzbehörde verbietet riskante Personalausweis-Nutzung
19.02.2026 - 08:53:12 | boerse-global.deSingapurs Datenschutzbehörde setzt privaten Unternehmen eine Frist: Bis Ende 2026 müssen sie die Nutzung von Personalausweisnummern zur Authentifizierung beenden. Diese langjährige Praxis gilt zunehmend als Sicherheitsrisiko.
Strikte Frist für Unternehmen bis Dezember 2026
Die Personal Data Protection Commission (PDPC) gab am 2. Februar 2026 bekannt, dass alle privaten Organisationen die Praxis einstellen müssen. Ab 1. Januar 2027 will die Behörde Verstöße streng ahnden. Unternehmen, die weiterhin vollständige oder teilweise NRIC-Nummern zur Identitätsprüfung nutzen, drohen erhebliche Geldstrafen.
Die NRIC-Nummer diente jahrelang als Standard-Identifikator für zahlreiche Dienstleistungen in Singapur. Doch als Authentifizierungsmethode – etwa als Standardpasswort oder primärer Login – stellt sie heute ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Kombiniert mit einfach verfügbaren Daten wie Namen oder Geburtsdatum wird sie anfällig für Phishing-Angriffe.
Deutliche Verschärfung der Strafen droht
Die neuen Vorgaben bauen auf einer gemeinsamen Empfehlung von PDPC und der Cyber Security Agency of Singapore vom Juni 2025 auf. Damals warnten die Behörden erstmals vor dem Missbrauch der Ausweisnummern.
Die finanziellen Konsequenzen bei Verstößen sind beträchtlich: Das Personal Data Protection Act (PDPA) ermöglicht Strafen von bis zu 10 Prozent des jährlichen Umsatzes in Singapur oder einer Million Singapur-Dollar – je nachdem, welcher Betrag höher liegt. Diese verschärfte Strafstruktur orientiert sich an internationalen Standards wie der europäischen DSGVO.
Singapur passt sich globalen Standards an
Die Maßnahme markiert einen wichtigen Schritt in der Entwicklung von Singapurs Datenschutzrahmen. Das PDPA von 2012 wurde bereits mehrfach angepasst, um mit technologischem Fortschritt und digitalen Bedrohungen Schritt zu halten.
Das Verbot der NRIC-basierten Authentifizierung spiegelt ein vertieftes Verständnis moderner Cybersicherheitsrisiken wider. Regierungsbehörden haben entsprechende Praktiken bereits eingestellt. Für private Unternehmen bedeutet dies nun eine umfassende Überprüfung ihrer Systeme.
Unternehmen müssen umdenken und investieren
Bis zur Frist Ende 2026 müssen Unternehmen ihre Datenverarbeitungspraktiken überprüfen und sicherere Alternativen implementieren. Dazu gehören Multi-Faktor-Authentifizierung, biometrische Verfahren oder systemgenerierte Zugangsdaten.
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Die PDPC hat eine neue Richtlinie veröffentlicht, die häufige Datenschutzverstöße auflistet und Korrekturmaßnahmen empfiehlt. Die Behörde betont, dass es sich nicht um eine rein technische Übung handelt, sondern um einen kulturellen Wandel hin zu mehr Datenschutz.
Unternehmen müssen ihre internen Prozesse aktualisieren, Mitarbeiter schulen und die Änderungen gegenüber Kunden kommunizieren. Singapur festigt damit seinen Ruf als vertrauenswürdiger Digitalstandort – und setzt ein Zeichen, das auch für deutsche Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in die Region relevant sein dürfte.
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