Silber, Preis

Silber Preis: 35-Prozent-Crash vom 30. Januar

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 22:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach einem Einbruch von über 50 Prozent zeigt der Silberpreis erste Erholungstendenzen. Das Gold-Silber-Verhältnis steigt auf ein Mehrjahreshoch.

Silberpreis stabilisiert sich nach historischem Absturz auf niedrigerem Niveau
Silberbarren in einer professionellen Finanzumgebung bei gedimmter, dramatischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Silberpreis hat sich nach einem historischen Absturz auf einem deutlich niedrigeren Niveau eingependelt. Am Freitag schloss die Feinunze bei 58,49 US-Dollar und legte auf Tagessicht um 0,99 Prozent zu. Auf Wochensicht steht sogar ein Plus von 4,04 Prozent zu Buche – ein erster Hoffnungsschimmer nach Monaten scharfer Korrektur.

Der eigentliche Einschnitt liegt bereits einige Monate zurück. Im Januar hatte Silber mit 121,78 US-Dollar ein 52-Wochen-Hoch markiert, ehe am 30. Januar eine Anhebung der Margin-Anforderungen an der Terminbörse CME einen Einbruch von rund 35 Prozent an einem einzigen Handelstag auslöste. Von der Spitze aus hat sich der Preis damit inzwischen mehr als halbiert.

Gold-Silber-Ratio auf Mehrjahreshoch

Die Verwerfung hat Spuren in der Relation zwischen den beiden Edelmetallen hinterlassen. Das Gold-Silber-Ratio, das angibt, wie viele Feinunzen Silber dem Gegenwert einer Feinunze Gold entsprechen, kletterte von rund 43,5 im Januar auf aktuell etwa 69 – ein Zeichen dafür, dass Silber im Vergleich zu Gold deutlich stärker unter Druck geraten ist als das gelbe Metall selbst. Marktbeobachter rechnen mittelfristig mit einer Seitwärtsbewegung zwischen 40 und 70 US-Dollar je Unze, mit einem geschätzten Durchschnitt von etwa 56 Dollar. Ein weiterer Anstieg der Ratio auf 76 bis 78 gilt als möglich, sollte sich die Schwäche des Industriemetalls gegenüber dem als sicherer geltenden Gold fortsetzen.

Dass sich der Preis zuletzt überhaupt stabilisiert, hängt eng mit der Entwicklung bei Gold zusammen. Der Goldpreis notiert seit Wochen über der Marke von 4.000 US-Dollar je Unze, gestützt durch anhaltende ETF-Zuflüsse und die Erwartung, dass die US-Notenbank am kommenden Mittwoch zumindest keine überraschende Straffung beschließt. Steigende Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen von zuletzt über 4,7 Prozent und ein fester Dollar setzen beide Edelmetalle zwar unter Gegenwind, konnten den jüngsten Erholungsversuch aber bislang nicht abwürgen.

Physische Nachfrage in Asien bleibt lebhaft

Auf den wichtigen physischen Absatzmärkten in Südasien zeigte sich Silber zuletzt widerstandsfähig. In Indien kletterte der Kilopreis in der Woche bis zum 25. Juli laut News18 um umgerechnet rund 6.974 Rupien auf 2.22.721 Rupien je Kilogramm, ein Wochenplus von 2,75 Prozent. Auf Jahressicht steht dort laut Berichten von StartupTalky sogar ein Zuwachs von rund 96,5 Prozent zu Buche – ein Vielfaches der Goldperformance im selben Zeitraum. In Pakistan zog der Silberpreis am Samstag ebenfalls leicht an, nachdem er zuvor an zwei aufeinanderfolgenden Handelstagen nachgegeben hatte, wie Daily Times berichtete.

Getrieben wird diese robuste physische Nachfrage von denselben Faktoren, die derzeit auch Gold stützen: der eskalierende Konflikt im Nahen Osten mit Huthi-Angriffen auf saudi-arabische Ölinfrastruktur und einem über 100 Dollar je Barrel gestiegenen Ölpreis sowie die Unsicherheit über den geldpolitischen Kurs der Fed. Neun von 18 Notenbank-Mitgliedern signalisierten im jüngsten Dot Plot sogar die Möglichkeit einer weiteren Zinserhöhung bis Jahresende – ein Szenario, das kurzfristig belastend für zinslose Anlagen wie Edelmetalle wirken würde.

Ausblick: Fed-Entscheidung als nächster Belastungstest

Für Silber-Anleger rückt damit die Sitzung der US-Notenbank am 28. und 29. Juli in den Fokus. Bleibt es bei der von den Märkten erwarteten Zinspause, dürfte das den zuletzt begonnenen Stabilisierungsversuch stützen. Eine überraschende Straffung hingegen würde die ohnehin hohe Volatilität – zuletzt annualisiert bei knapp 42 Prozent – weiter befeuern und den Silberpreis erneut testen. Charttechnisch bleibt der Weg zurück über die gleitenden Durchschnitte weit: Sowohl die 50-Tage- als auch die 200-Tage-Linie liegen derzeit noch deutlich über dem aktuellen Niveau.

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