Silber, Eskalation

Silber: Eskalation treibt Volatilität

12.03.2026 - 00:18:57 | boerse-global.de

Der Silberpreis bewegt sich volatil um 86 US-Dollar, getrieben von geopolitischen Risiken und einem strukturellen Marktdefizit. Die US-Inflationsdaten werden die nächste Richtungsentscheidung vorgeben.

Silber: Eskalation treibt Volatilität - Foto: über boerse-global.de
Silber: Eskalation treibt Volatilität - Foto: über boerse-global.de

Der Krieg im Nahen Osten und die Schließung der Straße von Hormus versetzen den Silbermarkt in Aufruhr. Nach einem Rekordhoch von 120 US-Dollar im Januar sucht das Edelmetall nun im Bereich von 86 Dollar nach seiner Richtung. Doch wie wirken sich schwindende Zinssenkungshoffnungen und ein massives Angebotsdefizit auf die weitere Preisentwicklung aus?

Aktuelle Marktdynamik und Zinsängste

Nach einer dreitägigen Erholung verzeichnete der Silberpreis heute einen Rücksetzer auf 86,00 US-Dollar je Feinunze. Trotz dieses Tagesverlusts von 2,38 Dollar steht auf Jahressicht ein Zuwachs von über 53 Dollar zu Buche. Marktteilnehmer fokussieren sich nun auf die anstehenden US-Inflationsdaten. Da der Konflikt mit dem Iran die Ölpreise in die Höhe treibt, wächst die Sorge vor einem Wiederaufflammen der globalen Teuerung. Folglich preisen Händler für dieses Jahr nur noch eine einzige Leitzinssenkung der US-Notenbank um 25 Basispunkte ein, voraussichtlich im September.

In diesem Umfeld offenbart sich die doppelte Natur des Edelmetalls. Einerseits flüchten Anleger aus Angst vor einer weiteren militärischen Eskalation in den sicheren Hafen Silber. Andererseits wecken genau diese geopolitischen Spannungen und der teure Ölpreis neue Rezessionssorgen. Dies belastet die Aussichten für die industrielle Nutzung, da eine schwächelnde Wirtschaft die Nachfrage bremst.

Strukturelles Defizit stützt den Preis

Unabhängig von den geopolitischen Verwerfungen stützt ein strukturelles Ungleichgewicht den Markt. Das Silver Institute prognostizierte bereits für das vergangene Jahr ein Defizit von knapp 118 Millionen Unzen. Damit verzeichnet der Silbermarkt das fünfte Defizitjahr in Folge, mit einem kumulierten Fehlbetrag von 820 Millionen Unzen seit 2021. Allein die stark wachsende Solarindustrie verbraucht jährlich über 230 Millionen Unzen.

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Vor diesem Hintergrund haben institutionelle Beobachter ihre Erwartungen nach oben angepasst. J.P. Morgan hob die durchschnittliche Preisprognose für das laufende Jahr deutlich von 56,30 auf 81,00 US-Dollar an. Die historische Volatilität von Silber liegt derzeit bei 36,53 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch wie die von Gold.

Der Silberpreis bleibt somit im Spannungsfeld zwischen geopolitischen Risikoprämien und einem starken US-Dollar gefangen. Die anstehenden US-Inflationsdaten werden die nächste Richtungsentscheidung unmittelbar vorgeben, da sie klären, ob die Fed ihren ohnehin knappen geldpolitischen Spielraum für die erwartete Zinssenkung im September aufrechterhalten kann.

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