Siemens Healthineers Aktie: Google-Brain-Entwickler wird CTO
02.06.2026 - 19:32:31 | boerse-global.deSiemens Healthineers besetzt vier Schlüsselpositionen neu. Der Umbau fällt in eine Phase tiefgreifender Veränderungen — die Muttergesellschaft plant die Direktabspaltung ihrer Mehrheitsbeteiligung. Und die neuen Führungskräfte übernehmen in einem schwierigen Marktumfeld.
Drei Bereiche, drei neue Chefs
Andreas Schneck leitet seit 1. Juni den Geschäftsbereich Diagnostic Imaging. Er folgt auf André Hartung, der nach 25 Jahren das Unternehmen verlässt. Schneck führte zuletzt drei Jahre lang das globale MRT-Geschäft. Davor baute er von 2020 bis 2023 das MRT-Geschäft in Shenzhen auf.
Philipp Fischer übernahm zeitgleich die Leitung von Advanced Therapies. Der ausgebildete Arzt ist seit 2009 im Unternehmen und leitete seit 2019 Bereiche in der kardiovaskulären Versorgung und im CT-Geschäft. Er ersetzt Carsten Bertram, der bis 2027 den neuen Chief Technology Officer unterstützen wird.
Sonja Wehsely führt seit 1. Juni das Segment Europa, Naher Osten und Afrika. Das Segment umfasst rund 30 Länder. Sie löst Bernd Ohnesorge ab, der acht Jahre an der Spitze stand und aus persönlichen Gründen zurücktrat. Wehsely ist seit 2017 bei Siemens Healthineers.
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Google-Brain-Entwickler wird CTO
Die auffälligste Personalie: Martin Stumpe übernimmt im Juni den Posten des Chief Technology Officer. Der ehemalige Google-Brain-Entwickler soll die KI-Strategie im Gesundheitsbereich vorantreiben. Der bisherige Technologiechef Peter Schardt verlässt das Unternehmen — zusammen mit drei weiteren Führungskräften.
Elaine Becraft wird zum 1. Oktober Chief Human Resources Officer. Sie leitet derzeit die Personalfunktion im Diagnostics-Segment.
Abspaltung im Februar 2027
Die Führungswechsel fallen in eine Phase der Neuordnung. Siemens plant einen Aktionärsbeschluss über die Direktabspaltung der Healthineers-Anteile auf der nächsten Hauptversammlung im Februar 2027. Siemens-Aktionäre sollen Healthineers-Aktien direkt erhalten. Die Transaktion wird nach dem deutschen Umwandlungsgesetz vorbereitet.
Mittelfristig will Siemens seinen Anteil von derzeit gut 67 Prozent auf unter 20 Prozent reduzieren. Aktuell garantiert die Muttergesellschaft Darlehen von bis zu 13,9 Milliarden Euro. Nach der Trennung fällt diese Absicherung weg. Ein Bankenkonsortium für die künftige Refinanzierung steht bereits bereit.
Herausforderndes Marktumfeld
Die neuen Führungskräfte übernehmen in schwierigem Terrain. Das Diagnostics-Geschäft verzeichnete im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatzrückgang von 6,5 Prozent — belastet durch die Bedingungen auf dem chinesischen Markt. Imaging legte um 6,1 Prozent zu, Precision Therapy um 4,7 Prozent.
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Parallel laufen Berichten zufolge Vorgespräche mit mehreren großen Private-Equity-Gesellschaften über einen möglichen Verkauf der Diagnostics-Sparte für sechs Milliarden Euro und mehr. Die Verhandlungen sind nicht abgeschlossen. Das Unternehmen könnte sich auch dafür entscheiden, die Sparte zu behalten.
Die Aktie notiert bei 34,11 Euro und liegt damit nahe dem 52-Wochen-Tief von 33,34 Euro. Seit Jahresanfang verlor das Papier 23 Prozent.
Am 3. Juni folgt eine Roadshow mit Berenberg in Luxemburg. Das Management wird institutionellen Investoren die neue Führungsstruktur und die strategische Neuausrichtung erläutern. Im Juli stehen die Zahlen zum dritten Quartal an.
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