Sicherheitszertifikate, Verstecktes

Sicherheitszertifikate: Verstecktes Ablaufdatum droht Industrie

15.01.2026 - 14:22:12

Zehntausende Sicherheitszertifikate für Industriearbeiter verlieren bereits im Oktober 2026 ihre Gültigkeit, was zu massiven Engpässen und Betriebsrisiken führen kann.

Tausende deutsche Industriearbeiter verlieren ihre Sicherheitsqualifikation früher als gedacht. Eine regulatorische Änderung setzt Unternehmen unter massiven Zeitdruck.

Die tickende Zeitbombe in den Personalakten

Die Frist klingt noch fern, doch der Handlungsdruck ist akut: Am 31. Oktober 2026 verlieren zehntausende SCC- und SGU-Personenzertifikate ihre Gültigkeit – und das unabhängig vom aufgedruckten Ablaufdatum. Diese überraschende Entwicklung resultiert aus einem Wechsel im Akkreditierungssystem. Zertifikate, die nach dem alten SCC-2011-Standard zwischen November 2016 und Oktober 2021 ausgestellt wurden, sind betroffen. Eigentlich für zehn Jahre gültig, werden sie nun per „Hard Stop“ ungültig.

„Das schafft eine gefährliche Compliance-Lücke“, warnt ein Branchenanalyst. Personalverantwortliche, die sich nur auf das gedruckte Datum verlassen, könnten unwissentlich nicht konforme Mitarbeiter auf Baustellen oder in Chemieparks einsetzen. Betroffen sind operative Mitarbeiter (Dokument 018) und Führungskräfte (Dokument 017) – das Rückgrat der Vertragsarbeiter in sicherheitskritischen Branchen wie Petrochemie, Energie und Bau.

Warum die Gültigkeit schrumpfte

Der Grund für die verkürzte Laufzeit ist ein struktureller Wechsel. Im September 2021 ging die Programmverantwortung von der DGMK auf den Verband akkreditierter Zertifizierungsgesellschaften (VAZ) über. Der neue Standard SCC-VAZ 2021 brachte eine entscheidende Neuerung: Die maximale Gültigkeitsdauer sank von zehn auf fünf Jahre.

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Diese Anpassung soll das deutsche System internationalen Standards angleichen, wo Fünf-Jahres-Zyklen üblich sind. Eine Übergangsfrist sollte den Wechsel erleichtern. Doch mit dem nahenden Stichtag schließt sich dieses Fenster. Zertifikate, die nach dem 1. November 2021 ausgestellt wurden, haben bereits die neue fünfjährige Gültigkeit und sind nicht betroffen. Der Fokus liegt auf dem „Altbestand“.

Betriebsrisiken und drohende Projektstopps

Die Folgen gehen weit über Bürokratie hinaus. In der Petrochemie wird der Zutritt streng über den Sicherheitspass kontrolliert. Ein ungültiges Zertifikat bedeutet sofortigen Zutrittsentzug.

„Rechtzeitige Planung ist eine Frage der Compliance und der betrieblichen Kontinuität“, betont Enes Halilovic, SCC-Produktmanager bei der TÜV SÜD Akademie. Er warnt vor Engpässen, wenn sich alle Prüfungen auf das dritte Quartal 2026 konzentrieren.

Die Risiken für Unternehmen sind vielfältig:
* Projektverzögerungen: Wenn Schlüsselpersonal nicht auf die Baustelle darf, können Wartungs- oder Bauprojekte teuer stillstehen.
* Vertragsstrafen: Viele Dienstleistungsverträge verlangen explizit gültige SCC-Zertifikate. Ein Verlust der Gültigkeit kann als Vertragsbruch gewertet werden.

Der Bedarf an SGU-Prüfungsterminen wird voraussichtlich im zweiten und dritten Quartal 2026 explodieren. Schulungsanbieter bereiten sich bereits mit mehr Kursen vor.

Drei Schritte zur sofortigen Compliance

Sicherheitsbeauftragte und Personalverantwortliche sollten jetzt handeln. Ein Drei-Punkte-Plan hilft:

  1. Betroffene Zertifikate identifizieren: Prüfen Sie alle SCC/SGU-Zertifikate (Dok. 016, 017, 018) mit Ausstellungsdatum zwischen dem 1. November 2016 und dem 31. Oktober 2021.
  2. Gedrucktes Datum ignorieren: Für diese Gruppe gilt der 31. Oktober 2026 als verbindliches Ablaufdatum – auch wenn 2027 oder später auf dem Dokument steht.
  3. Umschulung planen: Melden Sie betroffene Mitarbeiter frühzeitig für Auffrischungskurse und Prüfungen an.

Die Rezertifizierung umfasst meist ein ein- bis dreitägiges Training mit anschließender Prüfung bei einer VAZ-anerkannten Stelle. Erfolgreiche Absolventen erhalten ein neues, fünf Jahre gültiges Zertifikat nach SCC-VAZ-2021-Standard.

Die Zukunft: Digital und dynamischer

Langfristig wird die Sicherheitszertifizierung in Deutschland dynamischer. Der Fünf-Jahres-Zyklus stellt sicher, dass Wissen regelmäßig aktualisiert wird – ein potenzieller Gewinn für die Sicherheit auf allen Anlagen.

Gleichzeitig hält die Digitalisierung Einzug. Neben dem physischen Sicherheitspass gewinnen digitale Verifikationssysteme an Bedeutung. Sie ermöglichen es, den Echtzeit-Status einer Zertifizierung sofort gegen zentrale Datenbanken zu prüfen. Verwirrung durch veraltete Aufdrucke gehört dann der Vergangenheit an.

Bis dahin ist die Priorität klar: Der Countdown läuft. Unternehmen, die den Übergang in den kommenden Monaten proaktiv managen, sichern die Einsetzbarkeit ihrer Belegschaft. Wer abwartet, riskiert im November 2026 vor verschlossenen Toren zu stehen.

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