Chinas, App

„Si le me?“: Chinas makabre App für Einsame stürmt Charts

16.01.2026 - 20:25:12

Die App 'Si le me?' führt Download-Charts an, indem sie tägliche Lebenszeichen von Nutzern verlangt. Experten warnen vor massiven Datenschutzrisiken und unklarer Datenverwendung.

Eine chinesische App namens „Si le me?“ („Bist du tot?“) führt die Download-Charts an. Ihr Konzept ist einfach und makaber zugleich: Nutzer müssen täglich bestätigen, dass sie leben. Vergessen sie es, alarmiert die App einen Notfallkontakt.

Die Anwendung spricht gezielt junge, alleinlebende Erwachsene in Metropolen an. Ihr Erfolg wirft ein Schlaglicht auf die wachsende Einsamkeit in modernen Gesellschaften. Gleichzeitig warnen Experten vor erheblichen Datenschutzrisiken.

Ein täglicher Knopfdruck gegen die Vereinsamung

Die Funktionsweise ist simpel: Einmal am Tag drückt der Nutzer einen Button in der App. Bleibt dieser „Lebenszeichen“-Check für mehr als 48 Stunden aus, wird automatisch eine zuvor hinterlegte Vertrauensperson per Nachricht informiert.

Anzeige

Passend zum Thema Datensicherheit: Apps, die Zugriff auf Kontaktlisten oder Sensordaten verlangen, sind eine häufige Ursache für Datenlecks und Missbrauch. Ein kostenloses E-Book erklärt, welche aktuellen Cyberrisiken wirklich relevant sind, welche neuen Gesetze (inkl. KI-Regulierung) Sie kennen sollten und welche sofort umsetzbaren Schutzmaßnahmen helfen – ganz ohne großes IT-Budget. Ideal für Interessierte, Entscheider und IT-Verantwortliche, die ihre Daten wirksam schützen wollen. Jetzt Cyber-Security-Report herunterladen

  • Zielgruppe: Vor allem junge Stadtbewohner, die allein leben.
  • Gesellschaftlicher Hintergrund: Die Zahl der Single-Haushalte steigt rasant. In China könnte sie bis 2030 auf 200 Millionen anwachsen.
  • Der Name: „Si le me?“ sorgte in sozialen Medien für Kontroversen. Viele finden den Titel zu düster und provokant.

Die App füllt eine Lücke, die durch schwindende familiäre oder nachbarschaftliche Strukturen entsteht. Doch ist sie ein hilfreiches Werkzeug oder ein beunruhigendes Symptom?

Wo landen die sensiblen Daten?

Trotz des nachvollziehbaren Nutzens bleiben zentrale Fragen offen. Datenschützer sehen rote Flaggen.

Die App benötigt zwingend Zugriff auf die Kontaktliste. Unklar ist, welche weiteren Daten sie sammelt und wie sie verwendet werden. Kritiker befürchten:
* Die Erstellung von Bewegungsprofilen.
* Die Analyse des Nutzungsverhaltens.
* Die Weitergabe sensibler Daten an Dritte, etwa für Werbung.

Als chinesische Anwendung unterliegt sie zudem nicht der strengen europäischen DSGVO. Nutzer geben hochpersönliche Informationen preis – oft ohne zu wissen, wer sie wirklich sieht.

Der schmale Grat zwischen Sicherheit und Überwachung

„Si le me?“ steht beispielhaft für einen größeren Trend: Technologie soll soziale Probleme lösen. Doch der Preis könnte die Privatsphäre sein.

Die App weiß, wann jemand aktiv ist oder nicht. Das verrät viel über Tagesablauf, Job und Gewohnheiten. Diese Informationen sind wertvoll – und anfällig für Missbrauch. Selbst Fehlalarme sind bereits aufgetreten, wenn Nutzer den Check schlicht vergaßen.

Die zentrale Frage lautet: Wie finden wir die Balance zwischen technologischer Fürsorge und dem Schutz unserer intimsten Daten? Bevor solche Apps auch in Europa Fuß fassen, muss diese Debatte geführt werden.

Anzeige

PS: Die Sorge, dass Apps Kontaktlisten oder Nachrichteninhalte ausnutzen, ist berechtigt. Ein kostenloser Telegram-Umstiegs-Guide zeigt Schritt für Schritt, wie Sie von WhatsApp wechseln, Nummern verbergen, geheime Chats nutzen und die wichtigsten Privatsphäre-Einstellungen setzen – damit Sie Chats und Kontakte besser kontrollieren können. Praktisch für alle, die sofort mehr Schutz für ihre Kontakte und Nachrichten möchten. Telegram-Umstiegs-Guide jetzt gratis sichern

@ boerse-global.de