Shell, Aktie

Shell Aktie: Strategische Weichen

21.01.2026 - 20:18:31

Shell stellt sein Geschäftsportfolio strategisch neu auf, prüft den Teilverkauf einer großen LNG-Beteiligung und vereinfacht die Vorstandsebene, während Analysten die Aktie weiterhin positiv bewerten.

Shell stellt sein Geschäft deutlich schärfer ein. Der Konzern prüft den Ausstieg aus einem Großprojekt in Kanada, verschlankt die Führungsstruktur und hält gleichzeitig am Aktienrückkauf fest. Für Anleger geht es jetzt vor allem um eine Frage: Überwiegt der langfristige strategische Nutzen dieser Schritte die kurzfristigen Belastungen im operativen Geschäft?

Großprojekt in Kanada auf dem Prüfstand

Kern der aktuellen Diskussion ist Shells Beteiligung am LNG-Canada-Projekt. Mitte Januar wurde bekannt, dass der Konzern den Verkauf eines großen Teils seiner 40%-Beteiligung prüft. Im Raum steht ein möglicher Abbau von bis zu drei Vierteln dieses Anteils.

Damit würde Shell einen spürbaren Umbau seines LNG-Portfolios einleiten. Der mögliche Teilverkauf passt zur Strategie, das umfangreiche Asset-Portfolio stärker auf besonders rentable Projekte zu konzentrieren und freigesetztes Kapital für höhere Ausschüttungen zu nutzen. Ein Rückzug aus einem so großen LNG-Projekt wäre daher weniger ein Rückzug aus dem Gasgeschäft insgesamt, sondern vielmehr eine Verschiebung der Schwerpunkte innerhalb des Portfolios.

Vorstandsebene wird verschlankt

Parallel dazu greift Shell in die Führungsebene ein. Zum 20. Januar wurden Änderungen im Executive Committee angekündigt. Robin Mooldijk, bislang Director Projects & Technology, wird Ende Februar 2026 ausscheiden. Das Gremium schrumpft damit von neun auf acht Mitglieder.

Der Schritt ist Teil eines Plans zur Vereinfachung der Struktur. Technische Bereiche sollen enger mit den operativen Geschäftseinheiten verzahnt werden, um Entscheidungswege zu verkürzen und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Die Botschaft an den Markt: weniger Komplexität, klarere Verantwortlichkeiten.

Trotz dieser Umbauten und eines bereits zuvor kommunizierten schwierigen Umfelds im Handel zeigen sich Analysten bislang zuversichtlich:

  • Berenberg hat am 20. Januar sein „Buy“-Votum bestätigt
  • RBC Capital blieb am gleichen Tag ebenfalls bei „Buy“
  • Das Konsensbild Mitte Januar: überwiegend „Buy“ bzw. „Moderate Buy“

Rückkäufe laufen, operativ Gegenwind

Während die Strategie neu justiert wird, hält Shell den Rückfluss an die Aktionäre hoch. Der Konzern setzt sein Aktienrückkaufprogramm fort und hat am 16., 19. und 20. Januar eigene Aktien an der London Stock Exchange und Euronext Amsterdam zurückgekauft und zur Einziehung erworben. Das stützt den Gewinn je Aktie und signalisiert, dass das Management weiter auf die eigene Bewertung vertraut.

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Operativ zeigt sich allerdings ein gemischtes Bild:

  • Für das 4. Quartal 2025 erwartet Shell in der Sparte Integrated Gas eine Produktion von 930–970 kboe/Tag
  • Die LNG-Verflüssigungsvolumina sollen in der Spanne von 7,5–7,9 Mio. Tonnen liegen
  • Beim Ölhandel rechnet der Konzern mit deutlich schwächeren Ergebnissen als im Vorquartal
  • Die Chemiesparte stellt für das Quartal einen „signifikanten Verlust“ in Aussicht

Damit treffen strukturelle Maßnahmen und mögliche Kapitalfreisetzung auf kurzfristige Schwäche in zyklischen Bereichen wie Trading und Chemie.

Kursseitig spiegelt sich diese Gemengelage bislang nur in moderaten Bewegungen wider: Die Aktie liegt seit Jahresbeginn leicht im Minus und notiert aktuell rund 8 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch, aber deutlich über dem Tief des vergangenen Jahres.

Was für Anleger jetzt entscheidend ist

Für die weitere Entwicklung der Shell-Aktie kommt es vor allem auf die Umsetzung an: Gelingt ein werthaltiger Teilverkauf der LNG-Canada-Beteiligung und der Übergang zu einer schlankeren Führungsstruktur, könnten zusätzliche Mittel für Dividenden und Rückkäufe freiwerden und die strategische Neuausrichtung stärken. Gleichzeitig müssen die angekündigten Schwächen im Ölhandel und in der Chemie im Verlauf des Jahres 2026 sichtbar eingedämmt werden, damit die langfristige Story aus Portfoliofokussierung und Kapitalrückführung nicht von anhaltender operativer Schwäche überlagert wird.

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