Shell Aktie: Krieg trifft Kerngeschäft
08.04.2026 - 15:59:23 | boerse-global.deDer Nahost-Konflikt hinterlässt erste sichtbare Narben im Geschäftsbericht eines Ölgiganten. Shell musste heute seine Förderprognose für das laufende Quartal nach unten korrigieren – eine direkte Folge der Kampfhandlungen. Während die Raffineriemargen steigen, bereitet die extreme Volatilität an den Rohstoffmärkten dem Konzern massive Liquiditätsprobleme.
Produktion unter Beschuss
Für den Geschäftsbereich Integrated Gas erwartet Shell im ersten Quartal 2026 nun eine Produktion von nur noch 880.000 bis 920.000 Barrel Öläquivalent pro Tag. Das ist deutlich weniger als die zuvor kommunizierte Spanne von 920.000 bis 980.000. Der Grund liegt in Katar: Die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten drosseln die Fördermengen. Konkret wurde die Pearl-Gas-to-Liquids-Anlage in Ras Laffan am 19. März bei einem iranischen Luftschlag beschädigt – ein Schlag gegen eine der profitabelsten Anlagen im Portfolio.
Auch bei der Ölförderung (Upstream) wird mit 1,76 bis 1,86 Millionen Barrel pro Tag etwas weniger erwartet. Die Ausbeute aus den Raffinerien könnte hingegen etwas besser ausfallen. Die sogenannte indicative refining margin wird auf 17 Dollar pro Fass geschätzt, nach 14 Dollar im vierten Quartal 2025.
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Extrembelastung für die Bilanz
Die wirklich beunruhigende Nachricht verbirgt sich jedoch im Kleingedruckten zur Liquidität. Shell warnt vor „beispielloser Volatilität“ bei den Rohstoffpreisen, die zu einem massiven Abfluss von Betriebskapital führen wird. Die Bewegungen im Working Capital werden auf minus 15 bis minus 10 Milliarden Dollar taxiert. Grund sind die Auswirkungen der Preisschwankungen auf Lagerbestände und Forderungen. Zusätzlich soll der nicht-bargeldwirksame Nettoverschuldung durch variable Komponenten bei Langfrachtschiffs-Leasingverträgen um 3 bis 4 Milliarden Dollar steigen.
Das sind gewaltige Summen, die zeigen, wie sehr der Konzern derzeit zwischen den Fronten steht. Einerseits treiben hohe Spritpreise an den Tankstellen die Gewinnerwartungen im Marketingbereich nach oben. Andererseits kosten Produktionsausfälle und Preisschwankungen bares Geld.
Ein unsicheres Halbjahr beginnt
Shell betont, dass der Ausblick aufgrund der anhaltenden Situation im Nahen Osten einer „erhöhten Unsicherheit“ unterliegt. Die endgültigen Zahlen für das erste Quartal will der Konzern am 7. Mai vorlegen. Die vorbörslichen Kursbewegungen der europäischen Ölwerte heute Morgen deuteten bereits auf nervöse Anleger hin.
Der Krieg hat die Energiemärkte in eine Zange genommen. Shells Update zeigt exemplarisch, wie sich die geopolitischen Risiken von der Förderstätte bis in die Bilanz fortpflanzen. Die gestiegenen Raffineriemargen sind ein schwacher Trost für die Störungen im Kerngeschäft und die finanziellen Turbulenzen, die der Konzern jetzt bewältigen muss.
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