Shell Aktie: Gegenwind wächst
04.03.2026 - 01:03:10 | boerse-global.deShell muss heute gleich zwei Baustellen managen: In den USA ist ein wichtiger Rechtsstreit rund um LNG-Lieferverträge endgültig verloren gegangen. Gleichzeitig greift der Konzern seiner angeschlagenen Brasilien-Beteiligung Raízen mit frischem Kapital unter die Arme. Und mittendrin läuft das Aktienrückkaufprogramm unbeirrt weiter.
Gericht stoppt Shell im LNG-Streit
Ein Richter in New York hat Shells Versuch zurückgewiesen, einen Schiedsspruch zugunsten von Venture Global kippen zu lassen. Das Gericht machte klar, dass es Schiedsentscheidungen nur in Ausnahmefällen anfasst – und sah dafür keine Grundlage. Der Richter verwies ausdrücklich darauf, Shells Vorwurf möglicher Falschangaben durch Venture Globals Anwälte sei „reine Spekulation“, zudem gebe es keine „klaren und überzeugenden“ Hinweise auf Betrug oder Fehlverhalten.
Damit ist Shells juristische Gegenwehr in diesem Fall faktisch beendet. Kern des Streits: Shell hatte Venture Global vorgeworfen, über längere Zeit keine LNG-Ladungen geliefert zu haben, obwohl die Anlage bereits Gas produzierte.
Warum dieser Konflikt so brisant war
Auslöser der Schiedsverfahren war die Phase nach dem russischen Angriff auf die Ukraine: Mehrere Energieunternehmen – darunter Shell, Repsol und BP – warfen Venture Global seit 2023 vor, vertraglich gebundenes LNG lieber zu höheren Spotmarkt-Preisen verkauft zu haben.
Im Mittelpunkt des Shell-Verfahrens standen Lieferungen aus der Anlage Calcasieu Pass in Louisiana. Shell argumentierte, Venture Global habe den Start der kommerziellen Produktion (ursprünglich erwartet im Oktober 2022) hinausgezögert, um Gas zu Marktpreisen anderswo abzusetzen. Die Anlage nahm den kommerziellen Betrieb laut Bericht erst im April 2025 auf.
Auch der Blick auf andere Verfahren zeigt: Shell und Repsol haben bereits verloren, BP gewann zwar im Oktober – wartet aber noch auf die Entscheidung zur Schadenshöhe. Immerhin: Shell hat weiterhin einen separaten, langfristigen Vertrag mit Venture Globals Anlage Plaquemines, ebenfalls in Louisiana.
Shell erklärte nach dem Urteil, man sei enttäuscht, habe aber die generelle Zurückhaltung der Gerichte gegenüber Eingriffen in Schiedssprüche anerkannt. Venture Global begrüßte die „vollständige Zurückweisung“ des Antrags.
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668 Millionen Dollar für Raízen – und Rückkäufe laufen weiter
Parallel bestätigte Shell eine große Kapitalzusage in Südamerika: 3,5 Milliarden Reais (rund 668 Mio. US-Dollar) sollen in das angeschlagene Zucker- und Ethanol-Joint-Venture Raízen fließen. Hintergrund sind zuletzt hohe Verluste und eine stark gestiegene Nettoverschuldung – verschärft durch teure Investitionen und schwache Ernten wegen Wetterproblemen und Bränden. Raízen hatte im Februar sogar auf „erhebliche Unsicherheit“ hinsichtlich der Fortführung des Unternehmens hingewiesen.
Shells Brasilien-Chef sagte, man wolle das Joint Venture möglichst zusammenhalten. Nach der Rekapitalisierung könne zwar auch eine spätere Aufspaltung denkbar sein, das stehe aber erst danach zur Diskussion. Shell und Partner Cosan halten jeweils 44% an Raízen; zudem erwartet Shell, dass ein weiterer Aktionär ebenfalls 3,5 Milliarden Reais beisteuert.
Während diese Themen Schlagzeilen machen, setzt Shell den Kapitalrückfluss an Aktionäre fort: Heute wurden 2.060.266 eigene Aktien im Rahmen des seit 5. Februar laufenden Rückkaufprogramms erworben und eingezogen. Die Shell-Aktie schloss bei 35,49 Euro (-1,58%).
Am 16. März will Shell zudem einen LNG-Ausblick („LNG Portfolio: Strategic Spotlight“) geben. Die nächsten Quartalszahlen und Dividenden-Details folgen am 7. Mai – damit stehen zwei Termine fest, an denen Shells Strategie zwischen Rechtsrisiken, Beteiligungsstütze und Ausschüttungspolitik konkret messbar wird.
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