SGS, Cybersecurity

SGS steigt mit Übernahme in Cybersecurity ein

05.01.2026 - 22:02:12

Der Schweizer Prüfkonzern SGS übernimmt ein IT-Sicherheitsunternehmen, während Kantone ihre Datenbehörden für KI und digitale Verwaltung aufrüsten. Neue Gesetze und internationale Initiativen prägen das digitale Jahr 2026.

Schweizer Konzerne und Behörden rüsten sich für das digitale Jahr 2026. Während der Prüfriese SGS mit einer Akquisition im Cybersecurity-Markt Fuß fasst, modernisieren Kantone ihre Datenbehörden.

Prüfkonzern SGS kauft sich in den IT-Sicherheitsmarkt ein

Der traditionsreiche Schweizer Prüf- und Zertifizierungsdienstleister SGS expandiert in den Wachstumsmarkt Cybersecurity. Das im Zug ansässige Unternehmen gab am Montag die Übernahme des indischen IT-Sicherheitsunternehmens Panacea Infosec bekannt. Die Transaktion unterstreicht einen klaren Trend: Auch Industriegiganten internalisieren digitale Kompetenzen, statt sie nur einzukaufen.

Das Deal soll bis 2027 mindestens 200 Millionen Franken zusätzlichen Umsatz generieren. Panacea Infosec mit seinen rund 90 Spezialisten konzentriert sich auf sichere Zahlungssysteme sowie Datenschutz-Dienstleistungen. Für SGS-Kunden aus Industrie und Handel entsteht so eine Art „One-Stop-Shop“ – von der physischen Produktzertifizierung bis zum digitalen Sicherheitsaudit.

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Doch was treibt den Prüfkonzern in dieses neues Geschäftsfeld? Die Antwort liegt in der globalen Vernetzung. „Die Grenzen zwischen physischer und digitaler Compliance verschwimmen zusehends“, analysieren Branchenkenner. Mit der Übernahme sichert sich SGS nicht nur Fachwissen, sondern auch einen strategischen Zugang zum indischen Tech‑Markt und stärkt sein Portfolio für Kunden in Europa, den USA und dem Mittleren Osten.

Kantone rüsten ihre Datenämter auf

Während die Wirtschaft fusioniert, reorganisiert sich der Staat. Im Kanton St. Gallen wurde die frühere Fachstelle für Statistik zum Amt für Daten und Statistik aufgewertet. Dieser Schritt ist mehr als eine Namensänderung. Das neue Amt soll die kantonale Datenstrategie vorantreiben und die Architekturen so gestalten, dass sie mit künftigen KI-Systemen kompatibel sind.

Ziel ist eine Brücke zwischen traditioneller Statistik und moderner Data Science. Durch den Einsatz von Standards wie „Linked Data“ will der Kanton die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Kanton und Bund verbessern. Parallel dazu hat die Kantonspolizei Nidwalden einen „digitalen Polizeiposten“ gestartet. Über die Plattform Suisse ePolice können Bürger leichte Straftaten wie Diebstahl oder Sachbeschädigung rund um die Uhr online melden. Das entlastet die Beamten und senkt die Hemmschwelle für Meldungen – gerade bei Cyber‑Vorfällen.

Internationaler Deal setzt Maßstäbe

Die Schweizer Entwicklungen fallen in eine Phase intensiver globaler Konsolidierung. In Fintech‑Kreisen wird intensiv über die Übernahme des Cybersicherheits‑Unternehmens Armis durch ServiceNow diskutiert. Das im Dezember 2025 angekündigte Geschäft hat ein Volumen von rund 7,75 Milliarden Dollar.

Diese Mega‑Transaktion gilt als Indikator für das Jahr 2026. Sie unterstreicht den Bedarf an Echtzeit‑Überwachung für alle vernetzten Geräte – von IT‑Servern bis zu industriellen Steueranlagen. Für Schweizer Schlüsselindustrien wie Pharmazie und Maschinenbau wird die Integration solcher Plattformen immer wichtiger, um Compliance‑Vorgaben zu erfüllen. Fachmedien wie Fintech News Switzerland erwarten, dass der Deal die Einführung KI‑gestützter Sicherheits‑Workflows in der Schweiz beschleunigen wird.

Neue Gesetze und digitale Diplomatie stehen an

Auf regulatorischer Ebene zeichnet sich ein arbeitsreiches Jahr ab. Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) arbeitet an einem Vernehmlassungsentwurf für ein Gesetz zur Cyber‑Resilienz digitaler Produkte. Es soll im Herbst 2026 vorgestellt werden und die Schweiz an die EU‑Regulierung (Cyber Resilience Act) angleichen. Kern sind verbindliche Sicherheitsanforderungen für Hardware und Software.

Eine zusätzliche internationale Dimension erhält die Schweizer Digitalpolitik durch die OSCE‑Präsidentschaft, die das Land seit dem 1. Januar 2026 innehat. Aussenminister Ignazio Cassis hat „antizipierende Technologien“ zu einem Schwerpunkt erklärt. Der Fokus liegt auf den Sicherheitsimplikationen von KI. Diese diplomatische Rolle dürfte die innenpolitischen Debatten befeuern und den Druck für robuste, geopolitikfeste Datenschutzrahmen erhöhen.

Die Botschaft zum Jahresauftakt ist klar: Datenschutz und Cybersecurity wandeln sich in der Schweiz vom lästigen Compliance‑Thema zum strategischen Kernvermögen – für Staat und Wirtschaft gleichermaßen.

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