ServiceNow kauft Armis für 7,75 Milliarden Euro – KI-Agenten übernehmen die Büros
06.01.2026 - 16:22:12ServiceNow kauft für 7,75 Mrd. Euro den Sicherheitsspezialisten Armis, während Salesforce und Rechtsdienstleister auf autonome KI-Agenten setzen, die ganze Geschäftsabläufe steuern.
KI-Systeme werden zu aktiven Mitarbeitern: Führende Tech-Konzerne stellen eine neue Generation autonomer KI-Agenten vor, die ganze Geschäftsprozesse steuern. Der größte Coup: ServiceNow kauft für 7,75 Milliarden Euro den Cybersicherheitsspezialisten Armis, um automatisierte Workflows abzusichern. Parallel treiben Salesforce, Thomson Reuters und LexisNexis die Entwicklung voran. 2026 wird zum Jahr, in dem KI nicht nur Texte schreibt, sondern Verträge prüft, Sicherheitslücken schließt und Lieferketten managet – weitgehend ohne menschliches Zutun.
ServiceNow baut mit Milliarden-Deal eine „einheitliche Sicherheitsbarriere“
Der erste große Konsolidierungsschlag des Jahres ist perfekt: Der Workflow-Spezialist ServiceNow übernimmt den Cybersicherheitsexperten Armis. Das Volumen der am Dienstag bestätigten Transaktion: 7,75 Milliarden Euro. Das strategische Ziel ist klar. ServiceNow will die Echtzeit-Erkennung von Cyberbedrohungen direkt in seine automatisierten Geschäftsabläufe integrieren. So entstehe eine „einheitliche Sicherheitsbarriere“ für Unternehmen, heißt es in der Mitteilung.
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Analysten sehen darin die Antwort auf ein zentrales Hindernis der KI-Adaption: das Vertrauensproblem. Durch die Einbettung der Armis-Technologie in die eigene „KI-Kontrollzentrale“ will ServiceNow Firmen die Angst vor unsicheren Automatisierungen nehmen. Künftig sollen KI-Agenten nicht nur Schwachstellen in der gesamten IT-Landschaft eines Unternehmens aufspüren, sondern auch eigenständig Gegenmaßnahmen einleiten und deren Abarbeitung überwachen.
Die Übernahme fällt in eine Phase des Umbruchs bei ServiceNow. Erst am 5. Januar wurde der ehemalige Microsoft-Manager Hossein Nowbar als Präsident und Chief Legal Officer bestätigt. Er soll die Governance-Strategie des Unternehmens in einem zunehmend regulierten Umfeld für autonome Unternehmens-KI lenken.
Vom Cloud-Computing zum „Agentic Interface“: Salesforce setzt auf KI-Enterprise
Während ServiceNow expandiert, schärft auch Salesforce sein Profil neu. Der CRM-Pionier orientiert sich konsequent an „agentischer KI“ – also an Systemen, die eigenständig denken und mehrstufige Aufgaben ausführen können. In einer Führungsrochade am Montag wurde Paul Carvouni zum Senior Vice President für die ASEAN-Region ernannt. Seine explizite Mission: Unternehmen in „KI-Agenten-Enterprises“ zu verwandeln.
Diese Neuausrichtung spiegelt einen breiteren Branchentrend wider. Traditionelle Cloud-Software wird zunehmend von aktiven KI-Agenten abgelöst. Internen Strategiepapieren zufolge will Salesforce sogar vom „Cloud“-Branding weg und hin zu „Agentforce“. Kunden sollen künftig primär mit KI-Agenten interagieren, nicht mit statischen Oberflächen. Diese Agenten sollen komplexe Aufgaben vom Kundenservice bis zur Lieferkettenlogistik nahezu autonom übernehmen.
Doch der Wandel birgt Risiken. Eine neue Studie von Forschern des Imperial College London und Microsoft warnt vor einem „Automatisierungsparadoxon“. Zwar nehme KI Agenten Routinearbeit ab, gleichzeitig steige aber die kognitive Belastung für Mitarbeiter. Sie müssten sich von Ausführenden zu „Aufsehern“ der KI-Systeme wandeln. Die Forscher fordern eine grundlegende Neugestaltung von Jobprofilen, um mentale Erschöpfung zu verhindern.
Rechtsabteilungen im Wandel: KI-Agenten prüfen jetzt Verträge
Besonders dynamisch entwickelt sich der oft als behäbig geltende Legal-Tech-Sektor. Im Januar rollen mehrere Anbieter ausgefeilte „Rechtsagenten“ aus, die die mühsamsten Teile des Vertragsmanagements automatisieren sollen.
Thomson Reuters startet noch in diesem Monat seine „CoCounsel Legal agentic workflows“. Diese Tools können Verträge angeblich eigenständig gegen firmeninterne Richtlinien prüfen, Risiken identifizieren und Änderungsvorschläge machen. Konkurrent LexisNexis setzt auf „Protégé“ – ein System aus spezialisierten Agenten, die gemeinsam komplexe Rechtsanfragen bearbeiten.
Die Nachfrage ist enorm. Marktforscher von Gartner prognostizieren, dass bis Ende 2026 bereits 40 Prozent aller Unternehmensanwendungen aufgabenspezifische KI-Agenten enthalten werden. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch unter fünf Prozent. Anbieter wie Bika.ai punkten mit „KI-nativen“ Workflows, mit denen Rechtsabteilungen maßgeschneiderte Agenten für Freigabeprozesse erstellen können. Die Vertragsprüfzeit soll sich so halbieren.
Die Folgen: Verschmelzende Märkte und ein Kampf um die Kontrolle
Die Entwicklungen zeigen eine fundamentale Veränderung der Unternehmenssoftware. Die Grenzen zwischen Cybersicherheit, Rechtsabteilung und Operativgeschäft verschwimmen. Im „agentischen“ Modell löst ein Sicherheitsalarm eines Armis-Agenten eine Vertragsprüfung durch einen Legal Agent aus. Dieser informiert wiederum einen Salesforce-Agenten, der die Lieferkette anpasst – alles unter menschlicher Aufsicht.
Finanzanalysten deuten die Armis-Übernahme auch als defensiven Schachzug gegen Wettbewerber wie Palo Alto Networks. Der hohe Kaufpreis unterstreicht, wie sehr der Markt Plattformen schätzt, die lückenlose Transparenz und Kontrolle über autonome Systeme bieten.
Auch die Industrie zieht nach. Der am Montag veröffentlichte „State of Manufacturing 2026“-Report von Fictiv betont, dass KI zur „tragenden Säule“ von Produktionsabläufen wird. Digitale Fertigungsplattformen setzen Agenten ein, um automatisch Teile mit Zulieferern abzugleichen und Produktionspläne zu optimieren.
Die großen Hürden: Regulierung und Qualifikation
Im weiteren Verlauf des Jahres 2026 wird der Fokus von der Ankündigung auf die Implementierung der Technologien fallen. Die größte Herausforderung bleibt die Regulierung. Mit der in Kraft getretenen EU-KI-Verordnung und Gesetzen wie dem „Transparency in Frontier AI Act“ in Kalifornien müssen Unternehmen nachweisen, dass ihre autonomen Agenten konform und überprüfbar sind.
Der Markt wird sich weiter konsolidieren, wenn etablierte Softwareanbieter verzweifelt KI-Agenten-Kompetenzen zukaufen. Zugleich werden neue „KI-Aufsichts“-Trainingsprogramme entstehen. Personalabteilungen müssen Mitarbeiter für eine Arbeitswelt qualifizieren, in der die Steuerung digitaler Agenten zur Kernkompetenz wird. Eine neue Ära der Produktivität beginnt – in der die Software die Arbeit nicht nur unterstützt, sondern sie erledigt.
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