ServiceNow Inc., US81762P1021

ServiceNow-Aktie: KI-Plattform, neue Partnerschaft – warum NOW jetzt wieder auf dem Radar der DACH-Anleger steht

16.03.2026 - 19:53:02 | ad-hoc-news.de

ServiceNow schärft sein Profil als KI-Plattform für Unternehmensworkflows und weitet in Nordamerika eine wichtige Vertriebspartnerschaft aus. Für Anleger im deutschsprachigen Raum rückt damit die Frage in den Fokus, ob die jüngste Schwächephase der Aktie eher Einstiegschance oder Warnsignal ist.

ServiceNow Inc., US81762P1021 - Foto: THN
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ServiceNow positioniert sich immer klarer als zentrale KI-Steuerzentrale für Unternehmensprozesse und baut sein Ökosystem mit einer erweiterten Vertriebspartnerschaft in den USA und Kanada aus. Gleichzeitig diskutiert der Markt, wie weit die Aktie die hohen KI-Erwartungen bereits eingepreist hat und ob das starke, aber etwas verlangsamte Wachstum im Abonnementgeschäft die Bewertung noch trägt. Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die NOW-Aktie damit ein Paradebeispiel für den Trade-off zwischen hoch bewerteter KI-Fantasie und belastbaren, wiederkehrenden SaaS-Cashflows.

Stand: 16.03.2026

Dr. Lukas Reinhardt, Technologie- und Software-Analyst, fokussiert auf globale Cloud- und KI-Plattformen. Er beobachtet seit Jahren, wie ServiceNow vom IT-Ticketsystem zur zentralen Workflow- und AI-Plattform für Konzerne – inklusive vieler DAX-Unternehmen – geworden ist.

Was steckt hinter der ServiceNow-Aktie? Emittent, Struktur und aktueller Auslöser

Hinter der Aktie mit der ISIN US81762P1021 steht ServiceNow Inc., ein in den USA ansässiger Softwarekonzern mit Hauptsitz in Santa Clara, Kalifornien. Die Gesellschaft ist das operative Mutterunternehmen und fungiert nicht bloß als Holding; sie entwickelt und vertreibt die Now Platform sowie spezialisierte Cloud-Workflows für IT, HR, Customer Service und weitere Unternehmensbereiche. An der New York Stock Exchange wird der Titel als Stammaktie unter dem Ticker NOW gehandelt, es handelt sich also nicht um Vorzugsaktien oder eine separate Holding-Struktur.

ServiceNow ist in der Praxis weniger eine einzelne Applikation, sondern eher eine Plattform, auf der Unternehmen ihre Prozesse digitalisieren, automatisieren und zunehmend mit generativer KI anreichern. Die Umsätze stammen überwiegend aus Subskriptionsverträgen, also wiederkehrenden SaaS-Erlösen, die für Investoren besser planbare Cashflows bedeuten. Genau dieses Subscription-Geschäft wuchs zuletzt weiter deutlich zweistellig, wenn auch langsamer als in den Hochjahren des Cloud-Booms, was im Markt aufmerksam registriert wird.

Der aktuelle, frische Trigger aus Marktsicht: ServiceNow hat seine Partnerschaft mit dem Distributor Carahsoft in Nordamerika erweitert, um zusätzliche Branchen in den USA und Kanada adressieren zu können, insbesondere im Public-Sektor- und regulierten Umfeld. Die Kooperation zielt darauf ab, die ServiceNow AI Platform inklusive branchenspezifischer Lösungen für öffentliche Verwaltungen, Gesundheitswesen, Bildungsinstitutionen und andere regulierte Industrien breiter auszurollen. Das unterstreicht die strategische Stoßrichtung des Konzerns, seine Rolle als KI-Plattform für geschäftskritische Workflows zu festigen.

Parallel dazu arbeiten Management und Produktteams daran, generative KI tiefer in die Now Platform einzubetten – bis hin zu weitgehend autonomen Agenten für IT-Service-Desks und andere Support-Bereiche. Der Markt diskutiert, ob diese AI Agents die nächste große Nachfragewelle auslösen oder ob die hohen Erwartungen kurzfristig zu Enttäuschungen führen könnten. Vor diesem Hintergrund reagiert die Aktie sensibel auf Nachrichten zu KI-Partnerschaften, Produkt-Roadmaps und Großkundenprojekten, was auch für DACH-Investoren relevant ist, die auf strukturelles KI-Wachstum setzen wollen.

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KI-Plattform, Partnerschaften und Wachstum: Warum der Markt jetzt so genau hinschaut

Die ServiceNow-Aktie steht derzeit an einem Punkt, an dem Story und Zahlen besonders eng beieinander liegen müssen. Auf der einen Seite signalisiert das Management, dass die Now Platform zur Art „AI Control Tower“ werden soll, der mit beliebigen Cloud-Umgebungen, Datenquellen und Modellen interagieren kann. Auf der anderen Seite verlangt der Kapitalmarkt den Nachweis, dass diese Vision sich in langfristig zweistellige Wachstumsraten beim Subskriptionsumsatz übersetzen lässt – und das trotz intensiven Wettbewerbs und makroökonomischer Unsicherheit.

Ein wesentlicher Teil der aktuellen Diskussion dreht sich um die Frage, wie stark generative KI die Produktivität von IT- und Business-Teams tatsächlich steigert. ServiceNow berichtet intern von Testreihen, in denen AI-basierte IT-Service-Agents einen Großteil der Standardanfragen automatisiert bearbeiten und Bearbeitungszeiten drastisch senken. Das klingt nach starkem Mehrwert für Kunden, wirft an der Börse aber auch die Frage auf, wie schnell Unternehmen solche Lösungen breit ausrollen und wie hoch ihre Zahlungsbereitschaft dafür ausfällt. Die Bewertung der Aktie baut zu einem guten Teil auf der Annahme auf, dass ServiceNow für diese Mehrwerte auch Preis- und Margenstärke behaupten kann.

Die ausgeweitete Carahsoft-Partnerschaft ist in diesem Zusammenhang mehr als nur ein regionaler Deal. Sie zeigt, dass ServiceNow den Vertrieb seiner KI- und Workflow-Plattform gezielt über Partner skalieren will, statt alles direkt zu verkaufen. Für Investoren ist das ein Indiz für Kapitaldisziplin und Effizienz: Ein gestärktes Partnernetzwerk kann potenziell schneller Reichweite schaffen, ohne die eigenen Vertriebskosten überproportional zu erhöhen. Gleichzeitig verschiebt sich damit ein Teil der Execution-Risiken hin zu den Partnern – die Qualität und Fokussierung dieses Ökosystems wird zum zentralen Erfolgsfaktor.

Auch Analysten und institutionelle Investoren kalibrieren ihre Einschätzung. Positive Einstufungen mit Verweis auf robustes Abo-Wachstum, solide Margen und starke Bilanz signalisieren, dass das Grundvertrauen in das Geschäftsmodell intakt ist. Gleichzeitig mahnen skeptischere Stimmen, dass selbst hochqualitative Softwaretitel nicht beliebig teure Bewertungsmultiplikatoren rechtfertigen, wenn sich das Wachstum normalisiert. Genau diese Spannung zwischen strukturellem KI-Narrativ und Normalisierung des Wachstums macht NOW aktuell so marktsensibel.

Geschäftsmodell, Kennzahlen und KI-Monetarisierung: Was die Zahlen für Anleger bedeuten

ServiceNow generiert den Großteil seiner Erlöse über Abonnements für die Now Platform und spezialisierte Lösungen, die in der Regel über mehrjährige Verträge mit Unternehmenskunden laufen. Diese recurring revenues sorgen für eine hohe Visibilität und planbare Cashflows, was den Titel gerade in volatileren Marktphasen attraktiv macht. Neben den wiederkehrenden Umsätzen spielen Professional-Services zwar eine Rolle, sind aber eher Ergänzung als Kern des Investment Case.

Für Investoren im Software- und Plattformsektor sind bestimmte Metriken besonders aussagekräftig: das Wachstum im Subskriptionsgeschäft, die Entwicklung der verbleibenden Leistungsverpflichtungen (Remaining Performance Obligations, RPO), die Bruttomarge sowie die operative Marge und der Free Cash Flow. Bei ServiceNow deuten die zuletzt veröffentlichten Zahlen auf ein weiterhin solides, klar zweistelliges Wachstum der Abo-Erlöse hin, auch wenn das Tempo im Vergleich zu den absoluten Boomjahren etwas nachgelassen hat. Gleichzeitig bleibt die Bruttomarge auf hohem Niveau, was typisch für skalierbare SaaS-Modelle ist.

Für den Markt ist entscheidend, ob der Konzern in der Lage ist, die operative Marge im Zeitverlauf auszuweiten, während gleichzeitig massiv in KI-Funktionen, Rechenkapazitäten und Go-to-Market-Expansion investiert wird. Hier spielt die operative Leverage eine große Rolle: Einmal entwickelte Plattformfunktionen lassen sich über viele Kunden ausrollen, ohne dass die Kosten proportional steigen. Gelingt es ServiceNow, die KI-Investitionen effizient zu halten und Preissetzungsmacht zu behalten, könnte die Margenexpansion trotz höherer Kosten für Cloud-Infrastruktur und Forschung intakt bleiben.

Die Kapitalallokation folgt bislang einem wachstumsorientierten Muster. Das Unternehmen verzichtet auf Dividenden und setzt stattdessen auf Reinvestitionen in Produktentwicklung, Vertrieb, Ökosystem und gezielte Akquisitionen. Rückkäufe können punktuell eingesetzt werden, um Verwässerung durch Aktientantiemen zu begrenzen oder Überbewertungen etwas zu glätten. Für Anleger, die primär auf laufende Erträge aus Dividenden setzen, ist die Aktie damit weniger geeignet; für wachstumsorientierte Investoren mit längerem Horizont kann die Kombination aus Free-Cash-Flow-Potenzial und KI-Fantasie aber durchaus attraktiv sein.

Im KI-Kontext stellt sich die Frage, wie ServiceNow Mehrwert konkret monetarisiert. Neben klassischen Sitzungs- und Modulpreisen deuten Produktankündigungen an, dass bestimmte KI-Funktionalitäten als wertsteigernde Add-ons oder höherpreisige Pakete vermarktet werden. Gelingt es, solche Premium-Funktionen mit klar messbaren Effizienzgewinnen zu verknüpfen – etwa drastisch reduzierten Ticket-Bearbeitungszeiten oder geringeren Support-Kosten –, stärkt das sowohl den Preisspielraum als auch die Kundenbindung. Misslingt diese Monetarisierung, droht dagegen, dass KI eher als kostenintensive Hygieneerwartung denn als Margenhebel wahrgenommen wird.

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Investor-Relevanz: Warum DACH-Anleger ServiceNow jetzt im Blick behalten sollten

Für Anleger im deutschsprachigen Raum ist ServiceNow aus mehreren Gründen relevanter, als es der US-Listingstatus zunächst vermuten lässt. Zum einen zählt die Plattform inzwischen bei vielen europäischen Großkonzernen – darunter auch DAX- und MDAX-Unternehmen – zur zentralen Infrastruktur für IT- und Geschäftsprozesse. Das heißt: Wer in ServiceNow investiert, setzt indirekt auch auf die fortschreitende Digitalisierung der europäischen Wirtschaft. Die Wachstumschancen hängen damit nicht nur an der US-Konjunktur, sondern auch an Investitionszyklen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Zum anderen bietet die Aktie eine interessante Ergänzung zu etablierten europäischen Softwarewerten wie SAP oder kleineren Spezialisten. Während SAP traditionell stark im ERP-Kernsystem verankert ist, adressiert ServiceNow mit seinen Workflows insbesondere die Schnittstellen zwischen Abteilungen sowie die Orchestrierung von Prozessen. Für Portfolios kann das eine sinnvolle Diversifikation im Softwaresegment darstellen: nicht als Ersatz, sondern als komplementärer Baustein zum klassischen ERP-Exposure.

Ein weiterer Aspekt ist die Rolle von Währungen und Zinsumfeld. Für Euro- und Franken-Anleger bedeutet ein Investment in eine in US-Dollar notierte Wachstumsaktie zusätzliche Chancen und Risiken durch Wechselkursbewegungen. In Phasen schwächerer europäischer Währungen kann ein stark laufender USD die Performance stützen, umgekehrt können Dollar-Rückgänge Gewinne schmälern. Angesichts des globalen KI-Investitionszyklus, in dem US-Technologiewerte eine zentrale Rolle spielen, ist ServiceNow dennoch ein möglicher Hebel, um an dieser Dynamik teilzuhaben, ohne sich allein auf Mega-Caps der Chip- oder Plattformökonomie zu konzentrieren.

Für professionelle Investoren in der DACH-Region, etwa Fondsmanager, Family Offices oder Corporate-Venturing-Einheiten, ist ServiceNow zudem strategisch interessant. Der Konzern beeinflusst über seine Plattform, wie effizient und compliance-konform unternehmenskritische Prozesse ablaufen. Das macht das Unternehmen nicht nur zu einem potenziellen Renditetreiber, sondern auch zu einem Faktor, der die Wettbewerbsfähigkeit von Portfoliounternehmen mitbestimmt. Wer sowohl in ServiceNow als auch in deren Unternehmenskunden investiert, ist doppelt vom Erfolg der Plattform abhängig – nach oben wie nach unten.

DACH-Perspektive: Enterprise-IT, Regulierung und Praxisnähe

In Deutschland, Österreich und der Schweiz stehen Unternehmen und öffentliche Einrichtungen vor einem Spannungsfeld: Einerseits steigt der Druck, Prozesse zu digitalisieren, Kosten zu senken und Mitarbeiter von Routineaufgaben zu entlasten. Andererseits gelten strenge Datenschutz- und Compliance-Anforderungen, insbesondere durch die DSGVO und branchenspezifische Regulierungen etwa im Finanz- und Gesundheitswesen. Genau hier versucht ServiceNow, sich mit seiner Plattform zu positionieren – als Anbieter, der globale Skalierbarkeit mit regulatorischer Sensibilität verbindet.

Zahlreiche große Unternehmen und Konzerne im DACH-Raum nutzen bereits ServiceNow-Lösungen für IT-Service-Management, HR-Service-Delivery oder Customer Service Workflows. Mit der zunehmenden Integration von generativer KI in diese Prozesse entstehen neue Fragestellungen rund um Datensouveränität, Modellwahl und Auditierbarkeit von Entscheidungen. ServiceNow setzt deshalb stark auf Partnerschaften mit Hyperscalern und KI-Anbietern, aber auch auf Governance-Funktionen, die für europäische Kunden besonders wichtig sind. Für Investoren bedeutet das: Die Fähigkeit des Konzerns, europäische Compliance-Anforderungen mit KI-Innovation zu verbinden, ist ein zentraler Werttreiber.

Auch der öffentliche Sektor im DACH-Raum beobachtet, wie Verwaltungen in anderen Ländern KI-gestützte Workflows einsetzen, um Anträge schneller zu bearbeiten oder Service-Prozesse zu digitalisieren. Die nun ausgeweitete Carahsoft-Partnerschaft in Nordamerika fokussiert zwar primär auf die USA und Kanada, liefert aber Referenzprojekte, die mittel- bis langfristig auch europäische Ausschreibungen beeinflussen können. Wenn sich dort zeigt, dass KI-basierte Service-Prozesse tatsächlich Kosten senken und Bürger- oder Patientenzufriedenheit erhöhen, wachsen die Chancen, dass ähnliche Lösungen auch im deutschsprachigen Raum stärker nachgefragt werden – inklusive ServiceNow als möglichem Technologiepartner.

Für institutionelle DACH-Anleger mit Nachhaltigkeits- oder Governance-Fokus ist außerdem relevant, wie ServiceNow seine eigene Rolle im Hinblick auf Arbeitsplatzveränderungen durch KI adressiert. Aussagen des Managements, wonach ein erheblicher Anteil künftiger Arbeit durch AI-Agents erledigt werden könnte, sind einerseits Wachstumstreiber für die Plattform, andererseits gesellschaftspolitisch sensibel. Investoren müssen daher einschätzen, inwieweit das Unternehmen bei der Einführung seiner Lösungen auf Umschulung, neue Rollenprofile und verantwortungsbewussten KI-Einsatz setzt – Faktoren, die über klassische Finanzkennzahlen hinausgehen, aber reputationsrelevant sind.

Risiken, Bewertungsfallen und offene Fragen rund um NOW

So attraktiv der strukturelle Investment Case wirken kann, die ServiceNow-Aktie bringt für Anleger im DACH-Raum eine Reihe nicht zu unterschätzender Risiken mit sich. An erster Stelle steht die Bewertung: Hochqualitative SaaS-Plattformen mit starkem Wachstumsprofil werden am Markt regelmäßig mit hohen Multiplikatoren für Umsatz und Gewinn gehandelt. Das macht den Titel empfindlich gegenüber jeder Wahrnehmung, dass das Wachstumstempo nachlässt oder die Margenziele unter Druck geraten. Schon kleine Abweichungen von Erwartungen können dann deutliche Kursausschläge nach unten auslösen.

Zweitens ist der Wettbewerb intensiver denn je. Global agierende Software-Konzerne wie Microsoft, Salesforce oder andere Workflow- und Automatisierungsspezialisten investieren massiv in KI-Funktionen und versuchen, ihre bestehenden Kundenbeziehungen zu nutzen, um eigene Plattformen tiefer in die Prozesse der Unternehmen hineinzutragen. Für ServiceNow bedeutet das, dass das Unternehmen seine Differenzierung über spezialisierte Workflows, Integrationen und Benutzerfreundlichkeit ständig unter Beweis stellen muss. Kommt es zu Preisdruck oder verliert der Konzern strategisch wichtige Deals, könnte sich das mittelfristig auf Wachstum und Profitabilität auswirken.

Drittens birgt die technologische Dynamik im KI-Bereich inhärente Unsicherheit. Neue Modellgenerationen, veränderte Kostenstrukturen bei Rechenleistung oder regulatorische Eingriffe – etwa strengere Regeln für den Einsatz von generativer KI – können Produkt-Roadmaps durcheinanderbringen. ServiceNow hängt dabei nicht nur von der eigenen Innovationskraft ab, sondern auch von Partnern im Bereich Infrastruktur und Foundation Models. Für Investoren stellt sich die Frage, ob das Unternehmen seine Rolle als Orchestrator verschiedener KI-Technologien langfristig behaupten kann oder ob Kunden verstärkt auf integrierte Komplettlösungen anderer Ökosysteme ausweichen.

Viertens müssen DACH-Anleger Währungs- und Zinsrisiken im Blick behalten. Ein Investment in US-Dollar-Assets wie NOW reagiert auf Wechselkursbewegungen zwischen Euro, Franken und Dollar. Steigende Zinsen in wichtigen Währungsräumen erhöhen zudem die Diskontierungsraten für langfristige Wachstums-Cashflows und setzen hoch bewertete Wachstumstitel unter Druck. Sollte sich das makroökonomische Umfeld eintrüben oder die Risikobereitschaft am Markt nachlassen, könnten selbst fundamental starke Unternehmen wie ServiceNow unter Bewertungsanpassungen leiden.

Schließlich bleibt der Faktor Execution-Risiko. Die Vielzahl an Partnerschaften, neuen Produktreleases und KI-Initiativen erhöht die Komplexität im Unternehmen. Wenn es ServiceNow nicht gelingt, diese Initiativen klar zu priorisieren, Kunden nicht zu überfordern und gleichzeitig Vertrieb sowie Implementierung effizient zu skalieren, kann das die wahrgenommene Qualität der Plattform beeinträchtigen. Für Anleger ist es daher entscheidend, die Kommunikation des Managements, die Kundenzufriedenheit und die Entwicklung zentraler Kennzahlen wie Net Retention Rate und RPO aufmerksam zu verfolgen.

Einordnung für die Praxis: Wie DACH-Investoren die NOW-Aktie ins Portfolio einbauen können

Für Privatanleger und Profis im deutschsprachigen Raum stellt sich weniger die Frage, ob ServiceNow ein spannendes Unternehmen ist – das ist aufgrund der Marktstellung im Enterprise-Workflow-Segment kaum strittig. Entscheidend ist vielmehr, wie und in welcher Rolle die Aktie im Portfolio platziert werden kann. Aufgrund der Wachstumsorientierung, der hohen Bewertung und der KI-Abhängigkeit bietet sich NOW eher als Beimischung denn als Kernbaustein an, insbesondere in breit diversifizierten Depots.

Eine Möglichkeit besteht darin, ServiceNow als Teil eines gezielten KI- und Cloud-Baskets zu halten, der neben NOW auch Chip-Hersteller, Datenbankanbieter oder andere SaaS-Plattformen umfasst. So lässt sich das Einzeltitelrisiko reduzieren, während das strukturelle Thema intakt bleibt. Alternativ können institutionelle Anleger NOW als Satellitenposition rund um größere Kernbeteiligungen an europäischen Softwarewerten nutzen, um die globale Reichweite und das KI-Profil des Portfolios zu stärken.

In jedem Fall sollten DACH-Investoren einen längeren Anlagehorizont einplanen und bereit sein, zwischenzeitliche Volatilität auszuhalten. Kurzfristig können Einschätzungswechsel von Analysten, Schlagzeilen zu Partnerschaften oder regulatorische Nachrichten zu KI erhebliche Kursbewegungen auslösen. Wer auf Sicht von fünf bis zehn Jahren investiert und die fundamentale Story nachvollzieht, hat bessere Chancen, solche Schwankungen einzuordnen, statt prozyklisch zu reagieren.

Ein weiterer praxisrelevanter Punkt ist die Beobachtung von Corporate-News und Quartalszahlen. Gerade bei hoch bewerteten Wachstumsaktien wie ServiceNow lohnt es sich, nicht nur auf Überschriften zur Umsatzentwicklung zu achten, sondern tiefer in die Strukturkennzahlen zu schauen: Wie entwickelt sich das Abo-Wachstum im Vergleich zu den Erwartungen? Wie verläuft die Margenentwicklung im Licht der KI-Investitionen? Welche Signale sendet das Management für die mittelfristige Wachstumsdynamik und Kapitalallokation? Wer diese Fragen konsequent mit den eigenen Investmentannahmen abgleicht, kann frühzeitig erkennen, ob die Story auf Kurs bleibt.

Fazit für DACH-Anleger: Was jetzt zählt

Aus Sicht von Anlegern in Deutschland, Österreich und der Schweiz bleibt ServiceNow eine der spannendsten, aber auch anspruchsvollsten Tech-Stories im Enterprise-Segment. Der aktuelle Trigger – die erweiterte Vertriebspartnerschaft in Nordamerika und der klare Fokus auf die ServiceNow AI Platform – zeigt, dass das Unternehmen seine Rolle als KI-Plattform für Unternehmensprozesse konsequent ausbauen will. Gleichzeitig mahnt die hohe Bewertung zur Disziplin bei Einstiegszeitpunkten und Positionsgrößen.

Wer ServiceNow in Betracht zieht, sollte sich klar machen, dass es sich um ein langfristiges Investment in die Transformation von Arbeit und Prozessen handelt, nicht um einen kurzfristigen KI-Trade. Die Aktie eignet sich vor allem für Anleger, die sowohl technologische Trends als auch Bilanz- und Cashflow-Entwicklung im Blick behalten und bereit sind, zyklische Schwankungen in Kauf zu nehmen. Daneben bleibt entscheidend, ob es dem Management gelingt, die Balance aus Innovation, Wachstumsinvestitionen und Margenstabilität zu halten.

Für DACH-Anleger, die ihre Tech-Exponierung über Europa hinaus ausweiten wollen, kann ServiceNow damit eine sinnvolle, wenn auch volatilere Ergänzung sein – insbesondere als gezielter Hebel auf den Trend zu KI-gestützten Workflows in Unternehmen und Verwaltungen weltweit. Wichtig ist, die Aktie nicht isoliert zu betrachten, sondern im Kontext des gesamten Technologie- und Währungsrisikos des Portfolios einzuordnen. Wer diese Hausaufgaben macht, kann NOW gezielt als Baustein in einer modernen, global ausgerichteten Anlagestrategie nutzen.

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

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