Semperit Aktie: EBITDA Q2 auf 40 Millionen gesprungen
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 05:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach einer starken operativen Entwicklung in den ersten sechs Monaten hat der Gummispezialist Semperit seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr massiv nachgebessert. Das Unternehmen profitiert dabei vor allem von der erfolgreichen Neuausrichtung auf das Industriegeschäft, die nach dem vollständigen Rückzug aus der Medizintechnik nun Früchte trägt.
Prognose sprunghaft angehoben
Am 14. Juli gab die Semperit AG Holding bekannt, dass die bisherige EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr 2026 deutlich angehoben wird. Statt der ursprünglich erwarteten 80 Millionen Euro geht der Vorstand nun von einem operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von rund 100 Millionen Euro aus. Medienberichten zufolge basiert dieser Optimismus auf vorläufigen Zahlen für das zweite Quartal, in dem das EBITDA auf rund 40 Millionen Euro kletterte. Im Vorjahreszeitraum hatte dieser Wert noch bei 19,6 Millionen Euro gelegen.
Für das gesamte erste Halbjahr 2026 weist Semperit ein vorläufiges EBITDA von etwa 67 Millionen Euro aus. Damit konnte das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem 30,7 Millionen Euro erwirtschaftet wurden, mehr als verdoppelt werden. Diese Dynamik unterstreicht die Wirksamkeit der Strategie, die CEO Manfred Stanek seit seinem Amtsantritt im April 2025 verfolgt. Das Unternehmen konzentriert sich seit dem Abschluss des Verkaufs des Medizingeschäfts im Juli 2024 vollständig auf seine industriellen Kernbereiche.
Analysten reagieren positiv auf Kursziel
Die deutliche Anhebung der Gewinnziele blieb am Kapitalmarkt nicht ohne Echo. Das Analysehaus NuWays reagierte am 15. Juli prompt und hob das Kursziel für die Semperit-Aktie von zuvor 21,50 Euro auf nun 22,00 Euro an. Die Analysten bestätigten ihre Kaufempfehlung und verwiesen dabei auf die attraktive Bewertung des Titels im Verhältnis zur angehobenen Guidance. Bereits im Juni hatte zudem die B&C Holding ihr Engagement verstärkt: Nach Abschluss eines öffentlichen Übernahmeangebots erhöhte der Mehrheitseigentümer seine Beteiligung an Semperit auf 63,45 Prozent.
An der Börse spiegelte sich die positive Nachrichtenlage bereits in einer soliden Performance wider. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Plus von 19,55 Prozent. Erst am 16. Juli erreichte die Aktie mit 15,80 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch. Trotz kleinerer Gewinnmitnahmen am Freitag, an dem der Titel bei 14,80 Euro schloss, notiert der Wert weiterhin über dem langfristigen Trend: Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt aktuell 7,10 Prozent.
Fokus auf das Industriegeschäft zahlt sich aus
Die Transformation des Konzerns scheint damit weitgehend abgeschlossen. Auf der Hauptversammlung Ende April hatte der Vorstand bereits über die erfolgreiche Fokussierung auf das Industriegeschäft berichtet. Der vollständige Ausstieg aus der Fertigung von medizinischen Handschuhen, der durch die Übergabe der Standorte in Wimpassing und Sopron an den Käufer Harps Global vollzogen wurde, hat die Komplexität im Konzern verringert und den Weg für die aktuelle Margenverbesserung geebnet.
Anleger blicken nun gespannt auf die weitere Umsetzung der Wachstumsstrategie im industriellen Sektor, nachdem der Konzern im vergangenen Geschäftsjahr 2024 bei einem stabilen Umsatz von 676,6 Millionen Euro bereits eine EBITDA-Steigerung um 21 Prozent auf 84,9 Millionen Euro erzielt hatte. Die aktuelle Prognose von 100 Millionen Euro für das Gesamtjahr 2026 deutet darauf hin, dass Semperit diese Wachstumsrate nun nochmals beschleunigen kann.
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