Sellafield, Roboter-Hund

Sellafield setzt Roboter-Hund für Strahlungsmessungen ein

04.02.2026 - 06:54:11

Ein vierbeiniger Roboter hat in der britischen Atomanlage Sellafield erstmals autonom Proben in kontaminierten Bereichen genommen. Der erfolgreiche Test markiert einen Durchbruch für die Sicherheit bei der Stilllegung von Kernkraftwerken.

Der Roboter vom Typ Boston Dynamics Spot navigierte selbstständig in einen kontrollierten Bereich, identifizierte eine markierte Oberfläche und entnahm mit einem speziellen Werkzeug eine Probe. Entwickelt wurde das System vom Robotics & AI Collaboration (RAICo), einem Konsortium aus Behörden, dem Betreiber Sellafield Ltd und Forschungseinrichtungen.

Der Schlüssel zum Erfolg ist ein patentiertes Schwamm-Werkzeug, das die komplexen, nicht-linearen Bewegungen eines menschlichen Bedieners nachahmt. Ein haptischer Feedback-Controller von Haply Robotics ermöglicht es einem Operator, die Roboteraktionen aus der Ferne zu steuern. Eine eigene Software übersetzt die Handbewegungen in Echtzeit in präzise Befehle für den Roboterarm.

Anzeige

Passend zum Thema Stilllegung und Arbeitsschutz – viele Betreiber unterschätzen, wie lückenhafte Gefährdungsbeurteilungen Menschen und Projekte gefährden. Ein kostenloser Leitfaden liefert praxiserprobte Vorlagen, Checklisten und klare Anleitungen, damit Ihre Gefährdungsbeurteilung bei Kontrollen besteht und Mitarbeitende in kontaminierten Bereichen geschützt sind. Ideal für Sicherheitsbeauftragte und Betreiber, die Arbeiten mit robotischen Systemen planen. Jetzt kostenlosen GBU-Leitfaden mit Vorlagen herunterladen

„Die Beweglichkeit des Systems ist entscheidend für die oft engen und unübersichtlichen Umgebungen in Nuklearanlagen“, erklärt ein Sprecher. Die Entwicklung und Durchführung des Tests lag bei der Remote Technology Group von Sellafield, die robotische Systeme für Herausforderungen auf dem Gelände evaluiert.

Realistischer Test simuliert Kontamination

Im Praxistest musste der Roboterhund zu einer simulierten radioaktiven Verschmutzung navigieren. Eine mit blauer Kreide markierte Fläche stellte die Kontamination dar. Der Roboter fand die Stelle, setzte sein Werkzeug ein, nahm die Probe und kehrte zurück – ein vollständiger, erfolgreicher Ablauf.

Diese Aufgabe ist Routine, aber essenziell: Die Gesundheitsphysik-Teams in Sellafield führen täglich hunderte solcher Abstriche mit runden Papierfiltern durch. Sie überwachen so die Strahlungswerte auf verschiedensten Oberflächen. Die Daten sind Grundlage für Stilllegungsstrategien und die Einhaltung strenger Sicherheitsvorschriften.

Mehr Sicherheit und Effizienz für die Stilllegung

Der gelungene Test hat weitreichende Folgen für die gesamte Nuklearbranche. Der größte Vorteil: Das Risiko für Menschen sinkt erheblich. Roboter können in potenziell gefährliche Umgebungen vordringen, während Operatoren sicher in der Leitwarte bleiben. Das unterstützt schnellere, sicherere und kosteneffektivere Stilllegungsprogramme.

Experten sehen darin einen Wendepunkt für den Einsatz von Robotik im Nuklearsektor. Die Agilität der vierbeinigen Plattform ermöglicht den Zugang zu Bereichen, die für Menschen gefährlich oder unerreichbar sind. Der Test baut auf früheren robotischen Einsätzen auf, etwa in der Fusionsforschungsanlage JET in Oxfordshire.

Vision: Roboter-Flotten für Routineaufgaben

Nach diesem Machbarkeitsnachweis ist der Weg frei für einen breiteren Einsatz. Sellafield und seine Partner werden die Technologie nun verfeinern und für weitere Szenarien anpassen. Das langfristige Ziel sind Flotten von Robotern, die Inspektionen, Überwachung und Wartung übernehmen – Aufgaben, die heute Menschen in Schutzanzügen durchführen.

Dieser technologische Wandel ist ein Eckpfeiler der Strategie der Nuclear Decommissioning Authority (NDA). Sie verspricht sich nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch bessere und häufigere Datenerfassung. Das führt zu fundierteren Entscheidungen bei der Stilllegung der britischen Nuklearanlagen – einer Aufgabe, die noch Jahrzehnte dauern wird.

Anzeige

Übrigens: Wenn Roboter in gefährliche Bereiche vordringen, reicht Technik allein nicht – es braucht rechtssichere, verständliche Gefährdungsbeurteilungen. Holen Sie sich die kostenlosen Excel‑Vorlagen, Risikomatrix und Checklisten, die Sicherheitsfachkräfte nutzen, um Prüfungen zu bestehen und Bußgelder zu vermeiden. Praktisch: Fertige Vorlagen sparen Zeit und erhöhen die Sicherheit Ihrer Teams. Kostenlose GBU‑Vorlagen & Checklisten sichern

@ boerse-global.de