SEC, Klage

SEC lässt Klage gegen Krypto-Börse Gemini fallen

25.01.2026 - 05:30:11

Die US-Börsenaufsicht SEC hat ihren Rechtsstreit mit der Kryptobörse Gemini beigelegt. Die Einstellung des Verfahrens markiert einen Wendepunkt im regulatorischen Umgang mit digitalen Vermögenswerten.

Ausschlaggebend für den Rückzug der Klage war die vollständige Entschädigung aller geschädigten Anleger. Die rund 340.000 Nutzer des eingestellten Gemini Earn-Programms erhielten zwischen Mai und Juni 2024 ihre kompletten Krypto-Assets zurück – und das „in kind“, also in der ursprünglichen Kryptowährung und nicht zum möglicherweise niedrigeren Marktwert in Dollar.

Das Programm, eine Partnerschaft mit dem Kreditgeber Genesis Global Capital, war im November 2022 zusammengebrochen. Genesis sperrte Auszahlungen und meldete kurz darauf Insolvenz an. Dabei waren Kundengelder in Höhe von rund 940 Millionen US-Dollar blockiert. Die SEC hatte daraufhin im Januar 2023 Klage eingereicht und den Verkauf nicht registrierter Wertpapiere vorgeworfen.

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Signal für die gesamte Kryptobranche

Die Einigung ist mehr als nur ein Sieg für Gemini. Sie deutet auf einen spürbaren Kurswechsel der US-Aufsichtsbehörden hin. Seit dem Regierungswechsel beobachtet die Branche, dass die SEC etliche anhängige Krypto-Verfahren einstellt, aussetzt oder Strafen reduziert.

Für Gemini bedeutet die Einstellung „mit Vorbehalt“ – die Klage kann nicht erneut erhoben werden – die Beseitigung eines erheblichen Risikofaktors. Das Unternehmen, das von den Zwillingen Cameron und Tyler Winklevoss gegründet wurde, plant einen Börsengang und kann nun mit mehr Planungssicherheit operieren.

Ausblick auf neue Regulierungsära

Die Frage bleibt: Setzt dieser Fall einen Präzedenzfall? Die SEC betont, dass jeder Fall einzeln betrachtet werde. Doch die Botschaft ist klar: Vollständige Wiedergutmachung kann regulatorisches Entgegenkommen bewirken.

Der Fokus verschiebt sich nun auf die Gesetzgebung. Das geplante Digital Asset Market Clarity Act soll 2025 für mehr Rechtssicherheit sorgen. Zudem werden gemeinsame Veranstaltungen von SEC und der Rohstoffaufsicht CFTC erwartet, die die künftige Aufsichtsstrategie konkretisieren sollen. Für die Kryptobranche scheinen sich die regulatorischen Fronten allmählich zu entspannen.

@ boerse-global.de